
Wir haben uns über Monate hinweg beide Karten genau angesehen und sie nicht nur auf dem Papier verglichen, sondern im Alltag genutzt.
Wir waren mit ihnen im Supermarkt, im Urlaub, beim Bargeldziehen und bei Hotelbuchungen unterwegs. Die Hanseatic GenialCard ist schon länger eine der beliebtesten kostenlosen Kreditkarten in Deutschland, während die Bank Norwegian Kreditkarte neu auf dem deutschen Markt ist und mit Reiseversicherungen und kostenloser Nutzung weltweit wirbt.
Aber welche Karte ist am Ende wirklich die bessere Wahl?
Wie teuer sind die Karten wirklich?
Wenn man eine kostenlose Kreditkarte sucht, denkt man oft zuerst an die Jahresgebühr. Beide Karten sind hier komplett kostenlos, egal ob im ersten Jahr oder später. Doch die echten Unterschiede liegen bei den Gebühren im Alltag, die nicht sofort sichtbar sind.
| Hanseatic GenialCard | Bank Norwegian Kreditkarte | |
|---|---|---|
| Jahresgebühr | 0 € | 0 € |
| Zahlungen weltweit | 0 € | 0 € |
| Fremdwährungsgebühr | 0 % | 0 % |
| Bargeld im Ausland | 0 € (nur lokale Automatengebühren) | 0 € (nur lokale Automatengebühren) |
| Bargeld in Deutschland | 3,95 € pro Abhebung | 0 € |
| Sollzins bei Teilzahlung | 17,29 % | 24,4 % |
| Startbonus | keiner | keiner |
| Partnerkarten | nicht verfügbar | nicht verfügbar |
Wir haben beide Karten mehrfach im Ausland genutzt. Mit der Hanseatic GenialCard konnten wir in Thailand, Italien und Frankreich problemlos Bargeld ziehen und mit Karte zahlen. Bei der Norwegian Karte war das zwar auch möglich, aber die Überraschung kam danach. Denn jede Bargeldabhebung wurde sofort verzinst, auch wenn wir innerhalb des zinsfreien Zahlungsziels von 44 Tagen gezahlt hätten.
Das hat uns direkt mehrere Euro gekostet, selbst bei kleineren Abhebungen.
In Deutschland hatten wir die umgekehrte Situation. Bei der GenialCard zahlten wir 3,95 Euro pro Abhebung am Automaten, bei der Norwegian Karte war es kostenlos. Aber da wir in Deutschland ohnehin fast überall mit Karte bezahlen können, brauchten wir Bargeld hier kaum.
Hanseatic GenialCard vs. Norwegian Visa: Wie funktioniert die Rückzahlung wirklich?
Der größte Unterschied zwischen beiden Karten liegt in der Rückzahlung. Beide Karten sind standardmäßig auf Teilzahlung eingestellt. Wer das nicht sofort ändert, zahlt schnell hohe Zinsen.
| Hanseatic GenialCard | Bank Norwegian Kreditkarte | |
|---|---|---|
| Rückzahlung Standard | 3 % pro Monat | 3 % pro Monat |
| Effektiver Jahreszins | 17,29 % | 24,4 % |
| Zinsfreie Zeit | ca. 30 Tage | bis 44 Tage |
| Vollzahlung | sofort per Lastschrift möglich | erst nach 2 manuellen Überweisungen |
Unsere Erfahrung war eindeutig: Die GenialCard ließ sich direkt nach Erhalt auf 100 Prozent Lastschrift umstellen.
Das bedeutete, dass alle Ausgaben am Ende des Monats komplett und ohne Zinsen eingezogen wurden. Bei der Norwegian Karte mussten wir erst zwei Monate lang manuell überweisen, bevor Lastschrift möglich war. Das war nervig und riskant. Wer hier nicht aufpasst, rutscht schnell in die Falle und zahlt über 24 Prozent Zinsen.
Welche Reiseversicherungen sind wirklich nützlich?
Die Norwegian Kreditkarte wirbt groß mit Versicherungen, die GenialCard hat diese nur optional und gegen Aufpreis.
Auf dem Papier klingt Norwegian stark, in der Praxis haben wir aber gemerkt, dass die Bedingungen streng sind.
| Versicherung | Hanseatic GenialCard | Bank Norwegian Kreditkarte |
|---|---|---|
| Auslandskrankenversicherung | optional, 88,40 € pro Jahr | inklusive, unbegrenzte Deckung |
| Reiserücktritt | optional | bis 2.000 € pro Person |
| Gepäckversicherung | optional | bis 2.700 € |
| Gepäckverspätung | optional | bis 275 € |
| Altersgrenze | keine | 65 Jahre bei einigen Leistungen |
| Selbstbehalt | keiner | 20 % mindestens 185 € |
In unserem Test in Spanien haben wir für einen Mietwagen die Norwegian Karte genutzt, um auch gleich den Versicherungsschutz mitzunehmen. Als es dann eine kleine Kratzer-Diskussion gab, wurde uns klar: der Selbstbehalt von mindestens 185 Euro macht viele kleinere Schäden praktisch irrelevant, weil wir das meiste selbst zahlen müssen.
Bei der GenialCard hätten wir einfach die optionale Versicherung dazubuchen können, die zwar kostet, dafür aber deutlich klarere Bedingungen hat.
Hanseatic GenialCard vs. Norwegian Visa: Alltagstest mit Mobile Payment und App
Für uns war die Nutzung im Alltag besonders wichtig. Beide Karten lassen sich mit Apple Pay und Google Pay verbinden, das hat im Supermarkt oder beim Kaffeeholen problemlos funktioniert.
Die Hanseatic App hat uns allerdings deutlich besser gefallen. Jede Transaktion kam sofort per Push-Nachricht. Wir konnten die Karte mit einem Klick sperren oder entsperren, Limits anpassen und sogar die Rückzahlung direkt umstellen. Bei der Norwegian App ging das zwar auch, aber die Ladezeiten waren oft langsam und die Übersicht war schlechter.
Besonders praktisch bei der GenialCard war die Wunsch-PIN, die wir selbst direkt in der App vergeben konnten.
Beantragung der Karten im direkten Vergleich
Auch bei der Beantragung gab es Unterschiede.
| Hanseatic GenialCard | Bank Norwegian Kreditkarte | |
|---|---|---|
| Mindestalter | 18 Jahre | 20 Jahre |
| Selbstständige | akzeptiert | oft abgelehnt |
| Bonitätsprüfung | Schufa | sehr streng |
| Digitale Karte sofort | ja | ja |
| Antragshürden | niedrig | hoch |
Während die Beantragung der GenialCard in wenigen Minuten erledigt war, dauerte es bei Norwegian deutlich länger. Viele Selbstständige oder Freiberufler haben gar keine Chance auf eine Genehmigung, selbst wenn sie ein gutes Einkommen nachweisen können. Die GenialCard war da deutlich unkomplizierter.
Beispiele aus unseren Reisen und dem Alltag mit beiden Kreditkarten
Ein Wochenende in Paris: Mit der GenialCard konnten wir ohne Gebühren im Hotel bezahlen, Metro-Tickets kaufen und im Restaurant essen. Mit der Norwegian Karte ging das zwar auch, aber das Trinkgeld konnten wir nicht mit der Karte zahlen, sondern mussten extra Bargeld holen.
Eine Bargeldabhebung in Thailand: Mit der GenialCard haben wir 200 Euro in Baht gezogen, bezahlt haben wir nur die lokale ATM Gebühr. Bei der Norwegian Karte zahlten wir zwar dieselbe ATM Gebühr, aber zusätzlich sofort Zinsen, die uns über die drei Wochen Urlaub noch einmal rund fünf Euro kosteten.
Ein Flug nach Griechenland: Wir buchten mit der Norwegian Karte und konnten dadurch die inkludierte Versicherung aktivieren. Auf den ersten Blick ein Vorteil, aber beim genaueren Hinsehen zeigte sich: Selbstbehalte und Altersgrenzen machten den Schutz komplizierter, als wir dachten.
Unser Fazit Hanseatic GenialCard vs Bank Norwegian Kreditkarte
Nach unserem ausführlichen Test bleibt für uns ein klares Ergebnis.
Die Bank Norwegian Kreditkarte ist keine schlechte Karte. Sie hat gute Versicherungen im Paket und ist dauerhaft kostenlos. Für disziplinierte Reisende mit sehr guter Bonität kann sie attraktiv sein. Doch die hohen Zinsen, die komplizierte Einrichtung der Lastschrift und die sofortige Verzinsung von Bargeld machen sie im Alltag schwer nutzbar.
Die Hanseatic GenialCard ist dagegen die deutlich einfachere und fairere Karte. Sie ist dauerhaft kostenlos, sie bietet keine Fremdwährungsgebühren, sie lässt sich sofort auf Vollzahlung umstellen und hat eine hervorragende App. In allen Testszenarien, vom Café in Berlin über die Metro in Paris bis zum ATM in Thailand, hat sie uns am meisten überzeugt.
Unsere Empfehlung lautet daher: Wer eine kostenlose und wirklich unkomplizierte Kreditkarte sucht, sollte zur Hanseatic GenialCard greifen.
Über den Autor
Carlos Arad ist seit dem letzten Semester seines Wirtschaftstudiums in der Finanzbranche als Analyst & Autor aktiv. Nach seiner Zeit als Produktentwickler in zahlreichen Fintechs schreibt er für etablierte Wirtschaftsmagazine und gründetet nebenbei eigene Bildungsportale im Finanzbereich. Seine Vision: Unternehmertum & Finanzen zum Teil unserer DNA zu machen.


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