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Aktien Südeuropa Fonds

Südeuropa ist zurück / Von 400 Aktien auf 30 Favoriten / Multi-Faktor-Ansatz mit System / Performance und Risiken im Check

Der Aktien Südeuropa setzt auf Märkte, die lange unterschätzt wurden: Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und Portugal. Seit Ende 2023 steuert Marc Ospald den Fonds systematisch über verschiedene Faktoren wie Qualität, Momentum, Risiko, Ratings und Aktienrückkäufe. Die Bilanz ist stark. Doch Anleger kaufen kein Basisinvestment, sondern ein konzentriertes Regionalthema mit entsprechendem Schwankungsprofil.

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? FWW FundStars® ist ein proprietäres Bewertungssystem, das die Performance von Investmentfonds anhand verschiedener Kriterien bewertet. Die Bewertung reicht von 1 bis 5 Sternen, wobei 5 Sterne die beste Bewertung darstellen.

Stand: 01.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

Strategie – Der Fonds kombiniert den Fokus auf Südeuropa mit einer systematischen Titelselektion statt mit Bauchgefühl – ein klarer Gegenentwurf zum klassischen Länder- oder Regionenfonds.
Rendite – Die langfristige Bilanz überzeugt: Über 10 Jahre legte der Fonds um 139,97 Prozent zu, seit Auflage sind es 180,29 Prozent. Auch 2026 läuft es bislang ordentlich.
Risiko – Mit einem SRRI von 6, der regionalen Konzentration und hohen Anteilen in zyklischen Branchen braucht es Risikobereitschaft. Dazu kommen die Kosten und eine Performance Fee.
Aktien Südeuropa A
ISIN: DE000A1J9A74
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Seit Periodenstart

1. Profil & Überblick

Südeuropa ist nicht gleich Europa. Der Aktien Südeuropa konzentriert sich auf Märkte, die im internationalen Investorenblick lange mit Staatsschulden, politischen Problemen und schwacher Wettbewerbsfähigkeit verbunden waren. Das Spielfeld des Fonds bilden Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland und Portugal. Für Anleger gibt es den Fonds in 2 Varianten: als A-Tranche mit der ISIN DE000A1J9A74 und als jüngere Clean-Share-C-Tranche mit der ISIN DE000A428XA5. Der Fonds ist in Euro aufgelegt, in Deutschland domiziliert und wird von Universal-Investment als Kapitalverwaltungsgesellschaft verwaltet. Verwahrstelle ist die Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank.

Mit rund 34 Millionen Euro Fondsvolumen ist das Produkt allerdings eher Spezialist als Schwergewicht. Das gilt auch für den Investmentansatz. Seit dem 31. Dezember 2023 hat Marc Ospald das Konzept grundlegend verändert. Statt einer stärker diskretionären Auswahl entscheidet inzwischen ein rein systematischer Prozess über die Titelauswahl. Aus einem klassischen Südeuropa-Fonds ist damit ein quantitativ gesteuerter Regional-Spezialist geworden.

2. Markt & Umfeld

Südeuropa hat sich vom Problemkind zum Comeback-Kandidaten gewandelt. Zwar sind die alten Krisennarrative nicht verschwunden, doch an den Börsen zeigt sich längst ein anderes Bild. Viele börsennotierte Unternehmen sind international aufgestellt, profitabler und wettbewerbsfähiger, als es der Blick auf die Staatshaushalte ihrer Heimatländer vermuten lässt. Besonders Banken und Versicherer, Energieunternehmen sowie Industrie- und Infrastrukturwerte profitieren von diesem veränderten Umfeld. Hinzu kommt, dass die europäischen Aktienmärkte inzwischen deutlich breiter aufgestellt sind als noch vor einigen Jahren.

Genau hier setzt der Aktien Südeuropa an. Der Fonds kauft nicht pauschal den Süden Europas, sondern versucht innerhalb der Region die Unternehmen mit den attraktivsten Eigenschaften herauszufiltern. Im Juli 2026 gehörten beispielsweise Energie-, Industrie- und Finanzwerte zu den stärkeren Bereichen. Gleichzeitig standen globale Momentum-Strategien unter Druck, während die Marktbreite in Europa intakt blieb und sich insbesondere Mid Caps gut entwickelten.
Für einen benchmarkunabhängigen Multi-Faktor-Ansatz ist das ein günstiges Umfeld. Allerdings gilt auch hier: Ein regionales Comeback bedeutet nicht, dass politische, konjunkturelle oder branchenspezifische Risiken plötzlich verschwunden sind.

3. Anlageziel & Strategie

Das Ziel ist klassisch formuliert: langfristiger Wertzuwachs bei einem attraktiven Verhältnis von Rendite und Risiko. Der Weg dorthin ist allerdings alles andere als klassisch. Der Fonds versucht nicht, die nächste politische oder konjunkturelle Wende mit großen Makroprognosen vorherzusagen. Entscheidend ist vielmehr die Auswahl der richtigen Unternehmen. Alpha soll dadurch entstehen, dass attraktive Aktien identifiziert und gleichzeitig unerwünschte Risiken konsequent vermieden werden.
Grundlage ist eine Multi-Faktor-Strategie. Dabei werden unter anderem die Kriterien Qualität, Momentum, Risiko, Analysten-Ratings und Aktienrückkäufe berücksichtigt. Gesucht werden Unternehmen mit einer positiven Einschätzung durch Analysten, einer hohen Profitabilität, einer überschaubaren Verschuldung, einem stabilen Kursverlauf und einem möglichst attraktiven Risiko-Rendite-Profil. Unternehmen, die eigene Aktien zurückkaufen, können ebenfalls Pluspunkte im Auswahlprozess sammeln.

Der Prozess ist mehrstufig aufgebaut. Ausgangspunkt sind rund 400 liquide Aktien aus dem südeuropäischen Anlageuniversum. Zunächst greifen die ESG-Filter. Unternehmen, die die definierten Nachhaltigkeitskriterien nicht erfüllen, werden aussortiert. Dadurch reduziert sich das Universum auf etwa 300 Titel.
Im nächsten Schritt geht es um die Risikoseite der Faktoren. Die jeweils schwächsten 10 Prozent eines Faktors werden konsequent eliminiert. Übrig bleiben rund 200 Aktien. Erst danach folgt die eigentliche Multi-Faktor-Selektion: Aus dieser Vorauswahl werden die 30 bestplatzierten Unternehmen ausgewählt und schließlich ins Portfolio aufgenommen.

Damit wird deutlich, was diesen Fonds von einem gewöhnlichen Regionenfonds unterscheidet. Der Südeuropa-Fokus definiert lediglich das Spielfeld, während das quantitative Modell entscheidet, welche Unternehmen darauf spielen dürfen. Die Kombination der Faktoren wird regelmäßig überprüft, das Portfolio quartalsweise neu ausgerichtet und laufend hinsichtlich Risiko, Performance und Portfolioeigenschaften überwacht. Das sorgt für Disziplin – schützt aber nicht davor, dass einzelne Faktoren über längere Zeiträume hinweg schlechter funktionieren können.

4. Portfolio & Struktur

Das Ergebnis ist ein bewusst konzentriertes Portfolio aus nur 30 Aktien. Diese Konzentration ist gewollt: Statt den gesamten südeuropäischen Aktienmarkt abzubilden, soll das Modell aus dem Anlageuniversum die aussichtsreichsten Unternehmen herausfiltern. Bei der Länderallokation bleibt der Fonds dennoch vergleichsweise breit aufgestellt. Italien stellt zuletzt rund 32 Prozent des Portfolios, Frankreich 25 Prozent und Spanien 20 Prozent. Griechenland kommt auf 14 Prozent, Portugal auf 9 Prozent. Damit ist der Fonds klar regional fokussiert, aber keineswegs eine reine Italien-Wette.

Zu den größten Positionen zählen aktuell Motor Oil Hellas mit rund 6,3 Prozent, Banco Santander mit gut 4 Prozent, Repsol mit knapp 3,9 Prozent und Unipol Assicurazioni mit rund 3,8 Prozent. Dahinter folgen unter anderem Hellenic Telecommunications Organization, Banco Comercial Português, BBVA und Technip Energies. Auch Danieli & C. sowie Société Générale gehören zu den größeren Beteiligungen des Fonds.

Auffällig ist die Mischung aus Finanzwerten, Energie- und Industrieunternehmen. Sie passt zum derzeitigen europäischen Marktumfeld, macht das Portfolio aber zugleich zyklischer. Entwickeln sich Banken, Energie- und Industriewerte weiter positiv, kann der konzentrierte Ansatz seine Stärken ausspielen. Dreht der Wind in diesen Segmenten, schlägt sich das wegen der vergleichsweise geringen Titelzahl entsprechend schneller in der Wertentwicklung nieder.

Genau darin liegt die Kehrseite des Konzepts: 30 Aktien bieten viel Raum für eine konsequente Titelselektion, aber deutlich weniger Puffer als ein breit gestreuter Europa-ETF. Der Fonds ist deshalb bewusst fokussiert – und eher als Satellit für ein bestehendes Portfolio geeignet als als vollständiger Ersatz für einen breit diversifizierten Europa-Fonds.

5. Management & Fondsanbieter

Seit Ende 2023 steht Marc Ospald für den neuen Kurs des Fonds. Mit der Umstellung auf eine rein systematische Titelauswahl hat sich dessen Profil deutlich verändert. Statt auf persönliche Einschätzungen einzelner Länder oder Unternehmen setzt das Management inzwischen konsequent auf einen regelbasierten Auswahlprozess. Das macht den Investmentprozess nachvollziehbarer und reduziert den Einfluss spontaner Anlageentscheidungen. Gleichzeitig ist ein solcher Ansatz kein Selbstläufer: Die verwendeten Faktoren müssen sich über unterschiedliche Marktphasen hinweg bewähren. Was heute funktioniert, kann morgen bereits weniger gefragt sein.

Als Fondsberater beziehungsweise im Umfeld des Fondsanbieters ist Habbel, Pohlig & Partner eingebunden. Universal-Investment fungiert als Kapitalverwaltungsgesellschaft. Mit rund 34 Millionen Euro Fondsvolumen bleibt der Aktien Südeuropa ein vergleichsweise kleiner Spezialfonds. Das ist für sich genommen weder Vor- noch Nachteil, macht einen stabilen Investmentprozess und die Kontinuität des verantwortlichen Teams aber umso wichtiger. Gerade bei einem quantitativ gesteuerten Konzept entscheidet letztlich nicht die Größe des Hauses, sondern die konsequente Umsetzung der Regeln.

6. Performance & Rendite

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Zum 31. August 2026 liegt die A-Tranche auf Sicht eines Jahres 24,88 Prozent im Plus. Über 3 Jahre summiert sich der Zuwachs auf 78,77 Prozent, was einer annualisierten Rendite von 21,37 Prozent entspricht. Über 5 Jahre stehen 73,24 Prozent beziehungsweise 11,62 Prozent pro Jahr zu Buche. Besonders stark fällt der langfristige Blick aus: Über 10 Jahre erzielte der Fonds 139,97 Prozent, entsprechend 9,15 Prozent jährlich. Seit Auflage summiert sich das Plus auf 180,29 Prozent, was einer durchschnittlichen Rendite von 7,89 Prozent pro Jahr entspricht.

Auch die jüngere Historie überzeugt. 2025 legte der Fonds um 34,34 Prozent zu, 2024 waren es 16,46 Prozent und 2023 immerhin 13,07 Prozent. Seit Jahresbeginn 2026 steht bis Ende August ein Plus von 14,27 Prozent. Im Juli lieferten insbesondere Motor Oil Hellas, Repsol und Unipol Assicurazioni positive Beiträge. ElvalHalcor, ACS Actividades und Constellium belasteten dagegen die Wertentwicklung.

Die gute Bilanz findet auch bei den Fondsratings ihren Niederschlag. FondsResearch führt den Aktien Südeuropa aktuell mit der FondsNote 2, Morningstar vergibt für den Dreijahreszeitraum 5 Sterne. Das ist eine Bestätigung der bisherigen Entwicklung – ersetzt aber keine eigene Analyse. Entscheidend bleibt, ob der quantitative Ansatz seine Stärke auch in weniger freundlichen Marktphasen unter Beweis stellen kann. Eine überzeugende Vergangenheit ist schließlich kein Freifahrtschein für die Zukunft.

7. Risiko & Volatilität

Die Kehrseite der starken Rendite ist das Risiko. Mit einem SRRI von 6 gehört der Fonds zur hohen Risikoklasse – was angesichts der regionalen Konzentration und der offensiven Ausrichtung wenig überrascht. Die Volatilität liegt bei 12,85 Prozent auf Sicht eines Jahres, bei 12,16 Prozent über 3 Jahre und 14,37 Prozent über 5 Jahre. Die maximalen Verluste beliefen sich in diesen Zeiträumen auf 7,54, 10,00 beziehungsweise 25,29 Prozent.

Auch die Sharpe Ratio fällt ordentlich aus. Sie liegt bei 1,64 auf Sicht eines Jahres, 1,35 über 3 Jahre und 0,72 über 5 Jahre. Die Kennzahlen zeigen, dass die erzielte Rendite zuletzt nicht ausschließlich durch ein überdurchschnittlich hohes Risiko erkauft wurde. Dennoch bleibt der Fonds eine offensive Beimischung. Politische Schocks, Veränderungen bei Zinsen und Energiepreisen oder eine allgemeine Risikoaversion an den Märkten können südeuropäische Aktien stärker treffen als einen global diversifizierten Aktienfonds.

Interessant ist deshalb die zweite Seite des quantitativen Ansatzes: Das Modell sucht nicht nur nach den stärksten Faktoren, sondern versucht zugleich, unerwünschte Risiken systematisch aus dem Portfolio herauszuhalten. Historisch kann das einen wichtigen Beitrag zur Risikosteuerung leisten. Einen Schutz vor Verlusten bietet es jedoch nicht. Oder anders formuliert: Das Modell kann Risiken filtern – das regionale Risiko bleibt bestehen.

8. Nachhaltigkeit & ESG

ESG spielt im Investmentprozess eine Rolle, ist aber nicht die eigentliche Verkaufsstory des Fonds. Bereits vor der eigentlichen Aktienselektion werden Unternehmen anhand definierter Nachhaltigkeitskriterien gefiltert. Titel, die diese Vorgaben nicht erfüllen, verlassen das Anlageuniversum, bevor die quantitative Faktorbewertung überhaupt beginnt.

Für Anleger mit konkreten Nachhaltigkeitsvorgaben empfiehlt sich dennoch ein Blick in die aktuellen Fondsunterlagen. Entscheidend sind dort die genaue SFDR-Einstufung sowie die konkret angewandten Ausschluss- und Nachhaltigkeitskriterien. Der Aktien Südeuropa bleibt damit in erster Linie ein systematischer Regionalfonds – und kein klassisches ESG-Produkt.

Basisinformationen

Stand: 31.07.2026
ISIN
? International Securities Identification Number
DE000A1J9A74
Erfolgreich kopiert!
WKN
? Wertpapierkennnummer
A1J9A7
Erfolgreich kopiert!
Laufende Kosten
? Jährlich anfallende laufende Kosten des Fonds
1,80%
Ertragsverwendung
? Art der Verwendung von Dividenden und Zinserträgen
ausschüttend
Kategorie
? Anlagekategorie des Fonds
Aktienfonds Large Cap Euroland
Fondsvolumen
? Gesamtvermögen des Fonds
34,1 Mio. EUR
31.07.2026
Auflage
? Datum der Fondsauflage
01.02.2013
Domizil
? Ort des Fonds
Deutschland
Depotbank
? Verwahrt und verwaltet Wertpapiere sicher, führt Käufe und Verkäufe aus und sorgt für gesetzliche Abwicklung und Abrechnung.
ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch
Performancegebühr
? Erfolgsabhängige Gebühr des Fonds
15,00%
des über 5% hinausgehenden Anstiegs des Fondsvermögens (High-Water-Mark)
Ausgabeaufschlag
? Einmalige Gebühr beim Kauf von Fondsanteilen
5,00%
Rücknahmegebühr
? Gebühr beim Verkauf von Fondsanteilen
0,00%
In Zwischenablage kopiert!

Top Holdings

Stand: 31.07.2026
Name
Gewicht
Motor Oil (Hellas) S.A. Namens-Aktien EO 0,75
5,22%
Banco Santander S.A. Acciones Nom. EO 0,50
4,02%
Société Générale S.A. Actions Port. EO 1,25
3,88%
Hellenic Telecomm. Organ. S.A. Namens-Aktien EO 2,83
3,87%
Unipol Assicurazioni S.p.A. Azioni nom. o. N.
3,74%
Repsol S.A. Acciones Port. EO 1
3,72%
Banco Bilbao Vizcaya Argent. Acciones Nom. EO 0,49
3,60%
Banco Com. Portugus SA (BCP) Ac. Nom. + Port. Reg. o.N.
3,56%
Rexel S.A. Actions au Porteur EO 5
3,49%
Danieli & C. -Off. Meccan. SpA Azioni nom. o.N.
3,45%

Risikokennzahlen

Stand: 31.08.2026
Volatilität
? Maß für die Schwankungsbreite der Fondsrendite
12,84%
1 Jahr
12,00%
3 Jahre
14,37%
5 Jahre
13,08%
10 Jahre
max. Drawdown
? Größter zwischenzeitlicher Verlust vom Höchststand
-27,63%
seit Auflage
-27,27%
5 Jahre
Sharpe Ratio
? Verhältnis von Rendite zu Risiko - höher ist besser
1,78
1 Jahr
1,55
3 Jahre
0,67
5 Jahre
0,64
10 Jahre

Risiko-Rendite-Chart

Ausgewählter Fonds
Vergleichsfonds
Kategorie: Aktienfonds Large Cap Euroland

9. Kosten & Gebühren

Bei den Kosten sollten Anleger genauer hinschauen. Die A-Tranche weist laufende Kosten von rund 1,80 Prozent pro Jahr aus. Hinzu kommt in der Retail-Tranche ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent. Für langfristig orientierte Anleger ist das ein durchaus kräftiger Kostenblock.

Interessanter fällt deshalb die Clean-Share-C-Tranche aus. Hier entfällt der Ausgabeaufschlag, während die Managementgebühr bei 1,30 Prozent liegt. Zusätzlich fallen Transaktionskosten an: Sie belaufen sich bei der A-Tranche auf 0,50 Prozent und bei der C-Tranche auf 0,20 Prozent.

Auch bei der Erfolgsvergütung greift der Fonds zu. Eine Performance Fee von 15 Prozent kann anfallen, wenn die jährliche Hurdle von 5 Prozent überschritten wird. Dabei gilt ein High-Water-Mark-Prinzip über 5 Jahre. Anleger zahlen die Erfolgsgebühr also nicht automatisch auf jede positive Jahresperformance, sondern nur unter den definierten Voraussetzungen.

Billig ist der Aktien Südeuropa damit nicht. Das kann bei einem aktiv gemanagten Spezialfonds durchaus vertretbar sein – wenn der Fonds dauerhaft einen Mehrwert gegenüber einer günstigen Europa-Alternative liefert. Die starke bisherige Performance spricht für das Konzept. Sie ist allerdings kein Freibrief für dauerhaft hohe Gebühren.

10. Chancen & Ausblick

Südeuropa ist in vielen Anlegerdepots noch immer deutlich weniger präsent als die großen europäischen Kernmärkte. Genau darin liegt eine Chance. Sollte sich die wirtschaftliche und politische Stabilisierung der Region fortsetzen, könnten Banken, Versicherer, Energie- und Industrieunternehmen weiteren Rückenwind erhalten. Der Fonds bietet dabei einen klaren und systematischen Zugang zu einer Region, die Anleger bislang vor allem über einzelne Länderwetten oder breit aufgestellte Europa-Fonds abdecken konnten.

Auch der Multi-Faktor-Ansatz passt in ein Marktumfeld, in dem die Rendite nicht allein von einer Handvoll Mega-Caps getragen wird. Sollten Value, Qualität, Low Risk und ausgewählte Mid Caps weiter gefragt bleiben, kann die systematische Titelauswahl ihre Stärken ausspielen und von einer breiteren Marktführung profitieren.

Doch die Konzentration bleibt die Kehrseite des Konzepts. 30 Aktien aus 5 Ländern sind eine fokussierte Wette und damit zwangsläufig anfälliger für Rückschläge als ein breit diversifizierter globaler Aktienfonds. Politische Überraschungen, zyklische Branchen und ein möglicher Stimmungsumschwung gegenüber Europa können die Wertentwicklung entsprechend stärker treffen. Hinzu kommt: Nach den starken vergangenen Jahren sind auch die Erwartungen an den Fonds deutlich gestiegen. Je erfolgreicher das Südeuropa-Comeback, desto größer das Potenzial – aber auch die Fallhöhe.

11. Fazit

Der Aktien Südeuropa ist kein Fonds für Anleger, die einen möglichst breiten Europa-Baustein suchen. Dafür ist das Konzept zu spezialisiert und das Portfolio mit lediglich 30 Titeln zu fokussiert. Seine eigentliche Stärke liegt vielmehr in der Kombination aus klarer regionaler Positionierung und einem konsequent systematischen Auswahlprozess. Aus rund 400 Aktien werden über ESG- und Risikofilter sowie die Multi-Faktor-Strategie zunächst die aussichtsreichsten Kandidaten herausgefiltert – am Ende schaffen es gerade einmal 30 Unternehmen ins Portfolio.

Die langfristige Performance überzeugt, auch die jüngsten Ergebnisse sind stark. Gleichzeitig macht die Risikoklasse 6 deutlich, dass Anleger bereit sein müssen, regionale und zyklische Rückschläge auszuhalten. Bei den Kosten ist ebenfalls genaues Hinsehen angesagt. Die A-Tranche ist vergleichsweise teuer, während die Clean-Share-C-Tranche für langfristig orientierte Anleger die interessantere Variante sein kann.

Unterm Strich ist der Aktien Südeuropa ein klar positionierter Spezialist für Anleger, die gezielt auf Europas Süden setzen möchten. Als Ergänzung zu einem breit aufgestellten Europa- oder globalen Aktienportfolio kann der Fonds seine Stärken ausspielen. Als alleiniger Europa-Baustein wäre er dagegen zu konzentriert. Südeuropa statt Einheitsbrei: systematisch selektiert, renditestark – aber nichts für Anleger mit schwachen Nerven.

Diese Analyse wird von der FTD Fonds Research GmbH zum Zweck der Information bereitgestellt. Sie spiegelt die subjektive Einschätzung des Research-Teams zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wider und stellt keine Handelsempfehlung dar. Die Herausgeberin übernimmt trotz höchster Sorgfalt keine Gewähr für den Inhalt und die Richtigkeit der Angaben. Jede Haftung für entstandene Schäden ist ausgeschlossen. Die dem Text beigestellten Fondsdaten stammen von der FWW Fundservices GmbH. Wir weisen darauf hin, dass die Wertentwicklung in der Vergangenheit keine Garantie für zukünftige Ergebnisse ist.

Über den Autor

Autor Sven Stoll

Sven Stoll

Sven Stoll wurde 1969 in Suhl/Thüringen geboren. Er beschäftigt sich bereits seit den 1990er-Jahren mit den Finanzthemen, Wirtschaft und Investmentfonds. Er investiert selbst seit vielen Jahren in aktiv gemanagte Fonds und profitiert von zahlreichen Kontakten in der Branche sowie regelmäßigen Gesprächen mit renommierten Portfoliomanagern. Sven ist hauptberuflich Fondsanalyst bei der GSR GmbH.

Dokumente

Halbjahresbericht
30.06.2026
KID
15.06.2026
Jahresbericht
31.12.2025
Verkaufsprospekt
15.06.2026

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