Ohne Strom läuft keine Zukunft: Rechenzentren, E-Mobilität und KI treiben den Energiehunger in Rekordhöhen. Der TBF Smart Power investiert dort, wo die Flaschenhälse liegen – in Netze, Speicher und Effizienz. Statt in schwächelnde Wind- oder Solarwerte setzt der Fonds auf margenstarke Infrastrukturfirmen, die von Milliardeninvestitionen profitieren.

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Das Wichtigste in Kürze
1. Profil & Überblick
Der TBF Smart Power (ISIN: DE000A0RHHC8) ist ein thematischer Aktienfonds, der gezielt auf die Gewinner der globalen Energiewende setzt. Seine Besonderheit: Der Fonds ist entlang des gesamten Energieflusses positioniert – von der Primärenergie über Speicher und Netzinfrastruktur bis zur Verbrauchsoptimierung. Seit 2009 investiert das Management in Aktien, die von strukturellen Trends wie Elektrifizierung, Digitalisierung und Dekarbonisierung profitieren. Aktuell umfasst das Portfolio rund 30 bis 50 Unternehmen, schwerpunktmäßig aus den USA und Europa. Der Fonds eignet sich als energielastige Beimischung in globalen Aktienportfolios und bietet dabei ein fokussiertes Exposure auf zukunftsweisende Infrastrukturen.
2. Markt & Umfeld
Die Welt will klimafreundlicher werden – doch ohne massiven Netzausbau wird es dunkel bleiben. Der wachsende Energiebedarf, getrieben von KI, E-Mobilität und Rechenzentren, kollidiert mit einer alternden Infrastruktur. Fondsmanager Patrick Vogel nennt konkrete Zahlen: Allein in den USA müssten statt der bisherigen 2.500 Kilometer jährlich rund 16.000 Kilometer neue Stromleitungen gebaut werden. Hinzu kommt die Notwendigkeit, Netze digital zu steuern und Strom effizienter zu verteilen. Genau hier setzt der Fonds an: bei den Engpassstellen der Energiewende – dort, wo die Margen hoch sind und der Bedarf akut. In einem Umfeld struktureller Engpässe bei Strominfrastruktur verspricht das ein langfristiges Wachstumsfeld für Anleger.
3. Anlageziel & Strategie
Ziel des Fonds ist es, am ökonomischen Umbau der globalen Energieversorgung zu partizipieren – nicht ideologisch, sondern wirtschaftlich. Der Investmentprozess beginnt mit der Analyse der Energiequelle (zum Beispiel LNG, Biokraftstoffe oder Atomkraft), umfasst Speichertechnologien (wie Batterien) und endet bei Infrastruktur und Verbrauchseffizienz. Laut Vogel ist entscheidend, dass die Unternehmen ohne Subventionen profitabel sind, über gesunde Bilanzen verfügen und eine dominante Marktstellung haben. Der Fonds investiert daher gezielt und flexibel – derzeit ohne klassische Solar- oder Windwerte, da deren Margen als zu niedrig erachtet werden. Der Fokus liegt auf nachhaltiger Rentabilität und technologischem Vorsprung.
4. Portfolio & Struktur
Das Portfolio ist konzentriert und global ausgewogen ausgerichtet. Die USA sind mit 33,5 Prozent gewichtet, dahinter folgen Japan mit 18,9 Prozent, Irland mit 10,8 Prozent und Frankreich mit 8,7 Prozent. Mehr als 90 Prozent der Titel stammen aus den Bereichen Netzinfrastruktur und Energieübertragung. Zu den größeren Positionen zählen GE Vernova, Siemens Energy, Schneider Electric, Prysmian und ABB. Das sind Unternehmen, die Kabel, Schalttechnik oder Hochleistungsturbinen liefern – die Grundbausteine für ein stabiles Stromnetz. Der Fonds vermeidet Klumpenrisiken durch eine aktive Steuerung und achtet auf eine gesunde Mischung aus Large und Mid Caps. Die Auswahl erfolgt bottom-up. Dabei wird stets die Frage gestellt: Welches Unternehmen profitiert realwirtschaftlich vom Umbau der Energieinfrastruktur?
5. Management & Fondsanbieter
Gemanagt wird der Fonds von Patrick Vogel, Senior Portfoliomanager bei TBF Global Asset Management. Vogel ist ausgewiesener Energieinfrastruktur-Spezialist mit einem tiefen Verständnis für technologische und regulatorische Zusammenhänge. Er setzt auf fundiertes Research, Besuche vor Ort und Gespräche mit dem Management. Co-Manager ist TBF-Gründer Peter Dreide, ein erfahrener Kapitalmarktstratege. TBF wurde im Jahr 2000 gegründet, ist inhabergeführt und verwaltet aktuell rund 1,1 Milliarden Euro. Das Haus ist bekannt für thematische Aktien- und Anleihefonds und genießt in institutionellen Kreisen einen exzellenten Ruf.
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6. Performance & Rendite
Trotz der hohen Volatilität innerhalb des Energiesektors konnte der TBF Smart Power in der Vergangenheit eine beachtliche Wertentwicklung vorweisen. So verzeichnete der Fonds im Jahr 2024 bis Anfang Mai ein Plus von rund 15 Prozent, während viele Branchenkollegen, die vor allem auf Solar- oder Windkraft fokussiert sind, ins Minus rutschten. Der Grund dafür ist, dass der Fonds nicht nur auf die Erzeugung fokussiert ist, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Energie investiert. Im Zwölfmonatszeitraum liegt die Performance bei knapp 13 Prozent. Über 5 Jahre hinweg wurden 110,4 Prozent erzielt (Stand: 11.06.2025). Die konsequente Fokussierung auf Netzinfrastruktur und elektrische Effizienz zahlt sich aus – insbesondere in Phasen, in denen Subventionen zurückgefahren werden und nur noch wirtschaftlich tragfähige Modelle bestehen bleiben. Auch langfristig bleibt die Dynamik intakt, da der Infrastrukturausbau politisch priorisiert wird.
7. Risiko & Volatilität
Wie jeder thematische Aktienfonds birgt auch der TBF Smart Power gewisse Risiken. Die Konzentration auf ein spezifisches Themenuniversum kann in Phasen politischer Unsicherheit oder sektoraler Korrekturen zu stärkeren Schwankungen führen. Allerdings federt die breite Diversifikation über die gesamte Energiewertschöpfungskette dieses Risiko ab. Vogel und sein Team vermeiden bewusst Unternehmen mit hoher Verschuldung oder starker Abhängigkeit von Subventionen. Zudem ist das Portfolio international aufgestellt und fokussiert auf Unternehmen mit robusten Geschäftsmodellen. Dennoch sollten Anleger bereit sein, kurzfristige Rücksetzer zu akzeptieren – der Fokus liegt auf langfristigem Strukturwachstum.
8. Nachhaltigkeit & ESG
Nachhaltigkeit ist im TBF Smart Power kein bloßes Etikett, sondern wird integrativ gedacht. ESG-Kriterien sind in den Investmentprozess eingebettet. Der Fonds ist nicht als Artikel-8- oder Artikel-9-Fonds klassifiziert, verfolgt aber dennoch eine klar nachvollziehbare Nachhaltigkeitsstrategie. Investiert wird in Unternehmen, die mit ihren Technologien zur Senkung von Emissionen beitragen – etwa durch bessere Energieeffizienz, intelligentes Netzmanagement oder emissionsarme Produktion. Ausschlusskriterien gibt es nicht starr, dafür ein pragmatisches Verständnis von Nachhaltigkeit: Investiert wird in Lösungen, nicht in Labels.
9. Kosten & Gebühren
Die laufenden Kosten des TBF Smart Power sind vergleichbar mit denen anderer aktiv gemanagter Themenfonds. Die Total Expense Ratio (TER) liegt je nach Anteilsklasse zwischen 1,5 und 1,8 Prozent. Hinzu kommt ein Ausgabeaufschlag von maximal 5 Prozent, der über Plattformen oder im institutionellen Vertrieb in der Regel rabattiert wird. Performancegebühren werden nicht erhoben. Neben 2 Anteilklassen in Euro werden auch 2 Anteilklassen in Schweizer Franken angeboten, jeweils für Retail- und institutionelle Anleger. Angesichts des aktiven Managements, der hohen Spezialisierung und der tiefgreifenden Analyse ist das Gebührenniveau angemessen, wenn auch nicht günstig.
Basisinformationen
Top Holdings
Risikokennzahlen
Risiko-Rendite-Chart
10. Chancen & Ausblick
Die Energieinfrastruktur steht weltweit vor einer Modernisierungsoffensive historischen Ausmaßes. Allein in diesem Jahrzehnt werden laut Schätzungen rund 3 Billionen Euro benötigt, um die Netze auszubauen, Speicher zu schaffen und die Dekarbonisierung voranzutreiben. Der Fonds profitiert von einer einzigartigen Schnittstelle: Der Mix aus politischen Notwendigkeiten, technologischen Innovationen und wirtschaftlicher Rentabilität schafft eine Goldgräberstimmung – allerdings für Ingenieure. Firmen wie ABB, Prysmian oder Siemens Energy stehen auf Jahre hinaus vor vollen Auftragsbüchern. Der Trend zur Elektrifizierung wird durch KI, Mobilität und Urbanisierung noch beschleunigt. Der TBF Smart Power ist somit strategisch im Epizentrum einer globalen Transformation positioniert.
11. Fazit & Empfehlungen
Der TBF Smart Power ist kein modischer Nachhaltigkeitsfonds, sondern ein robust konzipierter Themenfonds mit realwirtschaftlicher Relevanz. Wer an die wachsende Bedeutung der Energieinfrastruktur glaubt und nicht auf Einzelaktien setzen möchte, findet hier eine stimmige, aktiv gesteuerte Lösung. Der Fonds eignet sich besonders für Anleger mit langfristigem Horizont, die den strukturellen Wandel mittragen wollen – und bereit sind, auch temporäre Rückschläge in Kauf zu nehmen. Die Kombination aus technologischem Fokus, fundamentaler Stärke und strategischer Positionierung macht den Fonds zu einer überzeugenden Beimischung im zukunftsorientierten Portfolio.
Diese Analyse wird von der FTD Fonds Research GmbH zum Zweck der Information bereitgestellt. Sie spiegelt die subjektive Einschätzung des Research-Teams zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wider und stellt keine Handelsempfehlung dar. Die Herausgeberin übernimmt trotz höchster Sorgfalt keine Gewähr für den Inhalt und die Richtigkeit der Angaben. Jede Haftung für entstandene Schäden ist ausgeschlossen. Die dem Text beigestellten Fondsdaten stammen von der FWW Fundservices GmbH. Wir weisen darauf hin, dass die Wertentwicklung in der Vergangenheit keine Garantie für zukünftige Ergebnisse ist.
Über den Autor

Sven Stoll
Sven Stoll wurde 1969 in Suhl/Thüringen geboren. Er beschäftigt sich bereits seit den 1990er-Jahren mit den Finanzthemen, Wirtschaft und Investmentfonds. Er investiert selbst seit vielen Jahren in aktiv gemanagte Fonds und profitiert von zahlreichen Kontakten in der Branche sowie regelmäßigen Gesprächen mit renommierten Portfoliomanagern. Sven ist hauptberuflich Fondsanalyst bei der GSR GmbH.