Der Wellington Enduring Infrastructure Assets Fund investiert gezielt in Unternehmen mit langlebigen Vermögenswerten und eingeschränktem Wettbewerb. Er verbindet stabile, langfristige Erträge mit Inflationsschutz und profitiert gleichzeitig von globalen Megatrends wie Dekarbonisierung, Digitalisierung sowie dem Ausbau der Energie- und Dateninfrastruktur.

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Das Wichtigste in Kürze
1. Profil & Überblick
Der Wellington Enduring Infrastructure Assets Fund (ISIN: IE00BH3VJH87) verfolgt einen klaren, langfristig orientierten Investmentansatz. Er investiert weltweit in Unternehmen, die über langlebige physische Vermögenswerte verfügen und in wettbewerbsschwachen Märkten operieren. Die Schwerpunkte liegen dabei auf den Sektoren Energieversorgung, Transportinfrastruktur, Rechenzentren und spezialisierten Immobilien. Das Ziel besteht darin, stabile, langfristige Gesamterträge bei vergleichsweise niedriger Volatilität zu erzielen.
Im Gegensatz zu klassischen Indexfonds richtet sich der Fonds nicht nach Börsenkapitalisierungen oder kurzfristigen Marktbewegungen, sondern bewertet Unternehmen anhand fundamentaler Wettbewerbsvorteile, regulatorischer Stabilität und des strukturellen Wachstumspotenzials.
2. Markt & Umfeld
Die weltweite Infrastruktur befindet sich derzeit in einem historischen Investitionszyklus. Elektrifizierung, Dekarbonisierung, Urbanisierung und Digitalisierung erhöhen den Modernisierungsdruck auf bestehende Strukturen und schaffen gleichzeitig neue Anlagemöglichkeiten. Der politische Handlungsdruck wächst: In Deutschland soll ein Infrastrukturprogramm von über 500 Milliarden Euro bis 2036 den Ausbau und die Erneuerung von Bahnstrecken, Brücken und Straßen beschleunigen sowie Investitionen in die Digitalisierung und Klimaneutralität anstoßen.
Parallel dazu bieten regulierte Märkte in den USA, Großbritannien und großen Teilen Europas weiterhin vergleichsweise verlässliche Rahmenbedingungen mit planbaren Cashflows. Ein weiterer struktureller Treiber ist der rasante Ausbau datenintensiver Technologien wie KI-Anwendungen und Cloud-Computing. Dieser steigert den Bedarf an Energie, Stromnetzen und Datentransport erheblich. Unternehmen, die diese kritische Infrastruktur bereitstellen, profitieren langfristig von Wachstumskräften, die weit über konjunkturelle Schwankungen hinausreichen.
3. Anlageziel & Strategie
Der Fonds strebt langfristig attraktive Gesamterträge an, ohne sich dabei den hohen Schwankungen der Aktienmärkte zu stark auszusetzen. Investiert wird in Unternehmen mit stabilen und verlässlichen Einnahmen sowie strukturellem Wachstumspotenzial. Die Strategie verzichtet bewusst auf eine Maximierung der kurzfristigen Ausschüttungen zugunsten von Reinvestitionen in den Netzausbau, die Modernisierung von Anlagen und die technologische Weiterentwicklung. Der aktive Ansatz legt den Fokus auf Unternehmensqualität, Wettbewerbsvorteile und physische Vermögenswerte statt auf eine Orientierung an der Benchmark.
4. Portfolio & Struktur
Das Portfolio offenbart die klare Infrastruktur-DNA. Stand März 2026 dominieren klassische Versorger und Energieinfrastruktur. Breit aufgestellte Versorgungsunternehmen stellen mit 22,2 Prozent den größten Teil, Stromversorger folgen mit 20 Prozent. Gasinfrastruktur und der Transport von Erdöl und Erdgas tragen jeweils rund 12 Prozent bei, Wasserunternehmen etwa 6,8 Prozent. Ergänzt wird das Portfolio durch Telekommunikations- und Mobilfunkinfrastruktur mit 8,4 Prozent sowie durch kleinere Positionen in Bauunternehmen, Industriekonglomeraten, Transportinfrastruktur und Immobilien. Der Barmittelanteil liegt bei nur 0,4 Prozent, was die konsequente Umsetzung der Anlageüberzeugungen von Manager Tom Levering verdeutlicht.
Zu den größten Einzelpositionen zählen Targa Resources und Williams Companies, die zentrale Betreiber von Gas- und Energienetzen in den USA sind, sowie Sempra und Cheniere Energy, die im globalen LNG-Handel tätig sind. Weitere Positionen sind europäische Versorger wie E.ON und Engie. Schwellenländerpositionen wie Companhia de Saneamento Básico do Estado de São Paulo und ENN Energy Holdings erweitern die Diversifikation und eröffnen strukturelle Wachstumschancen. Insgesamt ergibt sich somit ein fokussiertes und zugleich breit gestreutes Portfolio, das auf stabile Cashflows, kritische Infrastruktur und langfristige Nachfrage ausgerichtet ist – also auf Unternehmensmodelle, die eher Jahrzehnte als Quartale im Blick haben.
5. Management & Fondsanbieter
Tom Levering leitet den Fonds und verantwortet seit über 16 Jahren das Infrastrukturteam von Wellington Management. Ein erfahrenes Analystenteam steht ihm dabei zur Seite und verfügt über einen Zugang zu rund 270 Research-Spezialisten weltweit. Die Expertise des Teams reicht von regulierten Energiesektoren über Transport- und Logistikanlagen bis hin zu digitalen Infrastrukturanbietern. In Kombination mit der globalen Research-Plattform von Wellington ermöglicht Leverings langjährige Erfahrung eine fundierte Analyse und die gezielte Identifikation von Wachstums- und Renditechancen bei gleichzeitig kontrolliertem Risiko.
6. Performance & Rendite
Seit Auflage im April 2019 konnte der Fonds in Euro insgesamt um 82 Prozent zulegen, was einer jährlichen Rendite von rund 8,86 Prozent entspricht. Auch auf kürzeren Zeithorizonten kann er überzeugen: Im laufenden Jahr liegt das Plus bei 15,50 Prozent, über 12 Monate bei 18,87 Prozent, über 3 Jahre bei 52,74 Prozent. Performancetreiber sind vor allem regulierte Einnahmemodelle, stabile Cashflows und gezielte Investitionen in essenzielle Infrastruktur. Inflationsschutz durch regulierte Erlöse sowie strukturelles Wachstum durch Elektrifizierung, Dekarbonisierung und Digitalisierung runden das Profil ab.
Die historischen Ergebnisse sind jedoch kein verlässlicher Indikator für zukünftige Erträge – insbesondere angesichts geopolitischer Spannungen, Energiepreisvolatilität oder technologischer Disruptionen.
7. Risiko & Volatilität
Die Diversifikation nach Branchen, Ländern, Geschäftsmodellen und Unternehmensgrößen begrenzt die Schwankungen. So liegt die Volatilität über ein Jahr bei 11,98 Prozent, auf 3 Jahre gesehen bei 10,59 Prozent und über 5 Jahre bei 11,62 Prozent. Die Sharpe-Ratios von 1,55 (1 Jahr), 1,13 (3 Jahre) und 0,87 (5 Jahre) unterstreichen das vorteilhafte Verhältnis von Risiko und Rendite. Der maximale Rückgang (Maximum Drawdown) von 30,93 Prozent zeigt jedoch, dass selbst ein defensiv ausgerichtetes Infrastrukturportfolio nicht gegen größere Marktkorrekturen immun ist. Währungsrisiken, regulatorische Eingriffe und technologische Disruptionen sind weiterhin relevante Faktoren, die durch die breite Streuung jedoch abgefedert werden.
8. Nachhaltigkeit & ESG
Nachhaltigkeit ist ein integraler Bestandteil der Strategie. Jedes Unternehmen wird auf finanzielle Kennzahlen sowie ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) geprüft. Der Fokus liegt auf Projekten zur Dekarbonisierung, Energieeffizienz und dem Ausbau digitaler Infrastruktur. Regulatorische Vorgaben, Umweltauflagen und langfristige gesellschaftliche Wirkung fließen in die Anlageentscheidung ein. Der Fonds erfüllt die Anforderungen von Artikel 8 SFDR und verbindet ökologische und soziale Kriterien systematisch mit der Renditeperspektive.
Basisinformationen
Top Holdings
Risikokennzahlen
Risiko-Rendite-Chart
9. Kosten & Gebühren
Der Fonds wird aktiv gemanagt, was sich in einer höheren Kostenstruktur gegenüber passiven Indexfonds widerspiegelt. Je nach Tranche liegen die laufenden Kosten (TER) inklusive der Portfoliotransaktionskosten zwischen 0,99 und 1,89 Prozent. Die Retailtranche ist mit einem rabattierbaren Ausgabeaufschlag von bis zu 5 Prozent ausgestattet. Rücknahmegebühren fallen nicht an. Eine Währungsabsicherung wird nicht vorgenommen, sodass internationale Investitionen einem moderaten Fremdwährungsrisiko unterliegen. Die Kosten spiegeln die aktive Auswahl und langfristige Begleitung von Infrastrukturunternehmen wider, die stabile Cashflows und strukturelles Wachstum versprechen.
10. Chancen & Ausblick
Langfristig gesehen sprechen viele Gründe für Infrastrukturinvestments: Die Elektrifizierung, die Dekarbonisierung, die digitale Transformation sowie die wachsenden Energie- und Datenbedarfe bilden ein strukturelles Wachstumsmuster, von dem Unternehmen mit stabilen physischen Vermögenswerten überproportional profitieren. Regulierte Märkte bieten planbare Erträge und begrenzen zyklische Risiken. Technologische Entwicklungen – allen voran KI-getriebene Energie- und Datenströme – eröffnen neue Wachstumschancen. Unternehmen mit eingeschränktem Wettbewerb und stabilen Cashflows bleiben daher dauerhaft erfolgversprechend.
11. Fazit
Der Wellington Enduring Infrastructure Assets Fund ist ein konsequent aktiv gemanagter, global ausgerichteter Fonds, der in langlebige, regulierte Infrastrukturwerte investiert. Anleger erhalten Zugang zu stabilen Erträgen, Inflationsschutz und strukturellem Wachstumspotenzial. Wer langfristig plant, risikoadjustierte Renditen erzielen und von globalen Megatrends profitieren möchte, findet in diesem Fonds eine solide Lösung. Analytisch betrachtet bietet er gegenüber klassischen Aktien- und Renteninvestments klare Vorteile in puncto Stabilität und planbarer Cashflows.
Gleichzeitig sollten die Risiken aus Währungsbewegungen, Regulierung und technologischem Wandel beachtet werden – der Fonds kombiniert jedoch Diversifikation mit einer durchdachten Auswahl an Infrastrukturunternehmen, die langfristig Substanz und Wachstum bieten.
Diese Analyse wird von der FTD Fonds Research GmbH zum Zweck der Information bereitgestellt. Sie spiegelt die subjektive Einschätzung des Research-Teams zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wider und stellt keine Handelsempfehlung dar. Die Herausgeberin übernimmt trotz höchster Sorgfalt keine Gewähr für den Inhalt und die Richtigkeit der Angaben. Jede Haftung für entstandene Schäden ist ausgeschlossen. Die dem Text beigestellten Fondsdaten stammen von der FWW Fundservices GmbH. Wir weisen darauf hin, dass die Wertentwicklung in der Vergangenheit keine Garantie für zukünftige Ergebnisse ist.
Über den Autor

Sven Stoll
Sven Stoll wurde 1969 in Suhl/Thüringen geboren. Er beschäftigt sich bereits seit den 1990er-Jahren mit den Finanzthemen, Wirtschaft und Investmentfonds. Er investiert selbst seit vielen Jahren in aktiv gemanagte Fonds und profitiert von zahlreichen Kontakten in der Branche sowie regelmäßigen Gesprächen mit renommierten Portfoliomanagern. Sven ist hauptberuflich Fondsanalyst bei der GSR GmbH.