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Zinsentwicklung2018-11-21T10:20:03+00:00

Die Zinsentwicklung bei den Tagesgeldzinsen

Dass das Tagesgeld als Geldanlage in den letzten Jahren etwas an Attraktivität verloren hat, liegt in erster Linie an der Zinsentwicklung. Die Entwicklung der Tagesgeldzinsen wiederum ist auf den Verlauf der EZB-Leitzinsen zurückzuführen, die in den vergangenen fünf Jahren ausschließlich gesunken sind. Wovon die Entwicklung der Tagesgeldzinsen abhängig ist und was dazu geführt hat, dass sich die Zinsen für Tagesgeldkonten auf einem sehr niedrigen Niveau bewegen, darauf möchten wir im Folgenden etwas näher eingehen.

EZB-Leitzins als Indikator für Tagesgeldzinsen

Um zu verstehen, warum die Tagesgeldzinsen aktuell (4. Quartal 2018) auf einem historisch niedrigen Niveau sind, muss man etwas hinter die Kulissen der Wirtschaft blicken. Schon seit Jahren ist die konjunkturelle Entwicklung innerhalb der EU nicht zufriedenstellend, was insbesondere seit der Finanzkrise 2008 festzustellen ist. Aus diesem Grund hat die Europäische Zentralbank die Leitzinsen, die vor mehr als fünf Jahren noch bei über drei Prozent lagen, sukzessive in aufeinanderfolgenden Schritten bis auf 0,0 Prozent gesenkt. Damit soll erreicht werden, dass Banken vermehrt Kredite vergeben, um den Konsum anzukurbeln. Bisher hat sich diese Hoffnung allerdings nicht ausreichend erfüllt, sodass die EZB-Leitzinsen nach wie vor auf einem historisch tiefen Niveau sind.

Die Tagesgeldzinsen sind natürlich in keiner Weise an den Leitzins der Europäischen Zentralbank gekoppelt. Dennoch orientieren sich alle Banken mit ihren Zinsen, sowohl in Kredit- als auch im Anlagebereich, eben an den Leitzinsen der Europäischen Zentralbank. Wenn man sich einmal die Zinsentwicklung beim Tagesgeld und bei den EZB-Leitzinsen betrachtet, so stellt man leicht fest, dass die Zinsentwicklung nahezu identisch vom Verlauf her ist. Die Entwicklung der Tagesgeldzinsen hängt also in erster Linie davon ab, ob die EZB die Leitzinsen anhebt oder senkt.

Wie haben sich die Tagesgeldzinsen konkret entwickelt?

Die Tagesgeldzinsen orientieren sich nicht nur an den EZB-Leitzinsen, sondern insbesondere beim am sogenannten EONIA. Es handelt sich dabei um den Euro Overnight Index Average. Der EONIA ist exakt der Zinssatz, zu dem über Nacht anzulegende Gelder zwischen den Banken gehandelt werden. Damit Sie sich ein Bild machen können, wie die Entwicklung der Tagesgeldzinsen in den vergangenen zehn Jahren verlaufen ist, möchten wir im Folgenden einige markante Daten und Zahlen nennen:

  • 2008: Tagesgeldzinsen ca. 4,3 Prozent
  • 2010: Tagesgeldzinsen ca. 1,5 Prozent
  • 2012: Tagesgeldzinsen ca. 1,8 Prozent
  • 2014: Tagesgeldzinsen ca. 0,8 Prozent
  • 2016: Tagesgeldzinsen ca. 0,4 Prozent
  • 2018: Tagesgeldzinsen ca. 0,2 Prozent

Insbesondere seit 2012 sind die Tagesgeldzinsen nahezu ohne Unterbrechung gesunken. Rückblickend auf die vergangenen zehn Jahre gab es nur kurz vor der Finanzkrise noch einen relativ guten Tagesgeldzins von durchschnittlich über vier Prozent. Dann ging es jedoch von der Entwicklung der Tagesgeldzinsen her rapide abwärts, und zwar bis zum heutigen Tag.

Finanzkrise als Grund für die Entwicklung der Tagesgeldzinsen

Auf Grundlage der zuvor aufgeführten Daten und Zahlen wird deutlich, dass letztendlich die Finanzkrise aus dem Jahr 2008 dafür verantwortlich ist, dass wir bei den Banken heute nur äußerst geringe Tagesgeldzinsen vorfinden. Natürlich ist es kein Zufall, dass es mit den Tagesgeld- und anderen Anlagezinsen exakt ab 2008 bergab ging. Dieses Wissen ist zwar für Anleger kein Trost, zeigt auf der anderen Seite jedoch, dass es irgendwann mit Sicherheit auch wieder in die andere Richtung gehen wird, die Tagesgeldzinsen werden also wieder steigen.

Die einzige Frage besteht lediglich darin, wann dieser Zeitpunkt sein wird und von einer Zinswende gesprochen werden kann. Die wichtigste Voraussetzung besteht darin, dass die Europäische Zentralbank die Leitzinsen wieder anheben und damit auch der EONIA wieder steigt. Dies wiederum wird allerdings nur unter der Voraussetzung geschehen, dass sich die konjunkturelle Lage innerhalb der gesamten Eurozone verbessert, denn natürlich kann die Europäische Zentralbank nicht nur einen Blick auf Deutschland werfen, wo die wirtschaftliche Entwicklung bekanntlich sehr gut ist.

Wie wird sich die Entwicklung der Tagesgeldzinsen in 2019 gestalten?

Eine der spannendsten Fragen besteht für Anleger, die sich für das Tagesgeld als Kapitalanlage interessieren, sicherlich darin, wie es mit der Zinsentwicklung in 2019 weitergehen wird. Die überwiegende Mehrheit der Experten rechnet damit, dass die Europäische Zentralbank zumindest im 1. Halbjahr des kommenden Jahres keine Änderungen am Leitzins vornehmen wird. Dies wiederum würde bedeuten, dass es auch bei den bei der Zinsentwicklung im Bereich Tagesgeld keine markanten Änderungen geben wird. Es ist demzufolge davon auszugehen, dass sich die Tagesgeldzinsen innerhalb der nächsten sechs bis acht Monate auf dem gleichen Niveau wie Ende 2018 bewegen werden.

Ob die Europäische Zentralbank vielleicht im 2. Halbjahr 2019 den EZB-Leitzins zumindest um einen kleinen Schritt erhöht, kann aus heutiger Sicht nicht prognostiziert werden. Denkbar ist es, aber auf der anderen Seite ist es ebenfalls nicht unwahrscheinlich, dass die Leitzinsen im gesamten kommenden Jahr unverändert bleiben werden. Die größte Wahrscheinlichkeit besteht hinsichtlich der Zinsentwicklung beim Tagesgeld also darin, dass die Verzinsung auf dem Tagesgeldkonto etwa auf dem gleichen Niveau bleiben wird, wie sie bereits 2018 war.

Interne Einflussfaktoren beachten

Die konjunkturelle Entwicklung, die EZB-Leitzinsen und der EONIA sind sogenannte externe Einflussfaktoren, die sich auf die Zinsentwicklung beim Tagesgeld auswirken. Darüber hinaus gibt es noch sogenannte interne Einflussfaktoren, die von Bank zu Bank unterschiedlich sein können. Gemeint ist damit vor allem die Anlagesumme, für die sich Kunden entscheiden. Nicht wenige Kreditinstitute zahlen für kleinere Guthaben auf dem Tagesgeldkonto derzeit einen etwas besseren Zins als für Anlagesummen von beispielsweise mehr als 50.000 Euro. Diese etwas paradox erscheinende Zinspolitik ist darauf zurückzuführen, dass die Kreditinstitute für größere Guthaben bei der Europäischen Zentralbank schon seit geraumer Zeit Strafzinsen zahlen müssen.

Den meisten Banken ist aktuell beispielsweise ein Guthaben von lediglich 5.000 Euro auf dem Kundenkonto lieber als ein Betrag von beispielsweise 100.000 Euro. Anleger sollten auf diesen Aspekt achten und können den geringeren Tagesgeldzinsen für größere Guthaben leicht dadurch entgehen, dass sie ihr Kapital auf mehrere Banken verteilen. Darüber hinaus ist es auch unabhängig von der Zinsentwicklung beim Tagesgeld zu empfehlen, in regelmäßigen Abständen einen Tagesgeldvergleich durchzuführen. Zwar sind die Zinsunterschiede aktuell nur minimal, aber insbesondere bei sechs- oder sogar sieben stelligen Anlagesummen können schon kleine Differenzen beim Zinssatz zu einem deutlichen Mehr- oder Minderertrag führen.

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