Das Wichtigste in Kürze
  • Junk Bonds sind festverzinsliche Wertpapiere mit einer überdurchschnittlich hohen Verzinsung. Um beim Handel den richtigen Zeitpunkt abzupassen, sollten Sie auch beim besten Junk Bond die Konjukturphasen beobachten.
  • In der Niedrigzinsphase erzielen Sie mit sicherheitsorientierten Aktien im Portfolio kaum Gewinne, Junk Bonds hingegen zeichnen sich durch ein hohes Risiko und im besten Fall eine hohe Verzinsung aus.
  • Unternehmen, die keine weiteren Bankdarlehen aufnehmen können, bieten Junk Bonds an. Voraussetzung für den Handel ist ein Wertpapierdepot, welche Sie unter anderem bei folgenden Anbietern eröffnen können: 1822, comdirect, ING oder der onvista Bank.
Junk Bond Hochzinsanleihe
Beim Handel mit Junk Bonds sollten Sie sich jederzeit des hohen Anlagerisikos bewusst sein.

Insbesondere der Anleihemarkt zeichnet sich durch seine große Vielfalt aus. Es gibt mehr als 50 unterschiedliche Arten von Rentenpapieren, die sich zum Teil gravierend, zum Teil auch nur durch Feinheiten voneinander unterscheiden.

In diese große Gruppe gehören auch die sogenannten Junk Bonds, die alternativ ebenso als Hochzinsanleihen oder High-Yield Bonds bezeichnet werden.

Was es mit diesen speziellen Rentenpapieren auf sich hat, worin deren Vor- und Nachteile liegen, was die Chancen und Risiken sind sowie weitere Informationen erhalten Sie in unserem folgenden Beitrag.

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1. Wie sieht die aktuelle Situation am Zinsmarkt 2019 aus?

1.1. Während Niedrigzinsphasen ist die Verzinsung nicht rentabel

In Zeiten relativ hoher Zinsen sind viele Anleihen eine attraktive Kapitalanlage. Dann bewegen sich die Zinsen zum Teil auch bei Emittenten, die eine erstklassige Bonität haben, im Bereich zwischen drei und fünf Prozent.

Während der Niedrigzinsphase allerdings, die jetzt schon seit mehreren Jahren anhält, lohnen sich zahlreiche Anleihen für den Anleger aufgrund der geringeren Verzinsung nicht mehr. Wenn Sie  aktuell zum Beispiel die Bundeswertpapiere betrachten, werden Sie feststellen, dass die Rendite unter einem Prozent liegt.

1.2. Eine hohe Sicherheit mindert die Zinsen zusätzlich

Aus Renditesicht lohnen sich aktuell Anleihen, bei denen der Emittent eine gute oder mittlere Bonität hat, im Grunde nicht mehr. Dies ist eine wichtige Grundlage dafür, dass sich immer mehr Anleger den sogenannten Junk Bonds zuwenden.

Fazit: Viele Rentenpapiere lohnen nicht mehr.

2. Worum handelt es sich bei Junk Bonds?

Zunächst einmal sind Junk Bonds Hochzinsanleihen, also in aller Regel festverzinsliche Wertpapiere. Nur wenige High-Yield Bonds, wie die Junk Bonds ebenfalls bezeichnet werden, haben einen variablen Zinssatz.

Die wesentliche Eigenschaft der Junk Bonds besteht darin, dass diese mit einem überdurchschnittlichen hohen Zinssatz ausgestattet sind. Exakt aus diesem Grund spricht man alternativ auch von einer Hochzinsanleihe.

Eine weitere klassische Eigenschaft der Junk Bonds hängt mit dem hohen Zins zusammen. Diese besteht darin, dass die Emittenten solcher Wertpapiere fast immer eine schlechte Bonität aufweisen. Nur deshalb müssen sie einen relativ hohen Zinssatz zahlen, denn sonst würde sich kein Anleger für das Wertpapier interessieren.

Meistens handelt es sich bei Junk Bonds um Unternehmensanleihen, aber natürlich gibt es auch einige Staaten, die ebenfalls High-Yield Bonds ausgeben.

3. Wie sicher sind Junk Bonds?

Junk Bonds bewegen sich am Finanzmarkt in einem Segment, welches sich keinesfalls durch eine hohe Sicherheit auszeichnet. Daher sind im Grunde alle Hochzinsanleihen der höchsten Risikoklasse zugeordnet. Bevor Sie Junk Bonds in Ihr Wertpapierdepot aufnehmen, sollten Sie sich über die Risiken informieren.

Nicht umsonst wird nach einer Emission von High-Yield Bonds häufig abwertend von sogenannten Ramschanleihen gesprochen. Die Verschuldung mit Junk Bonds ist aufgrund des hohen Anlagerisikos jederzeit gegeben.

  • Das Hauptrisiko besteht bei Hochzinsanleihen darin, dass der Emittent nicht in der Lage sein könnte, dass ihm zur Verfügung gestellte Kapital an den Anleger zurückzuzahlen. Man nennt dieses Risiko auch Emittentenrisiko.
  • Gleichermaßen existiert ein Zinsrisiko, selbst wenn der Zinssatz als solcher in den Anleihebedingungen festgelegt ist. Trotzdem ist natürlich genauso wenig wie die Kapitalrückzahlung sicher, dass der Emittent dazu in der Lage ist, den versprochenen Zins zu zahlen.
  • Ein drittes Risiko bei Junk Bonds ist das Kursrisiko, denn die meisten dieser Wertpapiere werden an der Börse gehandelt. Allerdings bezieht sich dieses Kursrisiko nur auf einen vorzeitigen Verkauf, denn bei Fälligkeit wird der High-Yield Bond, wie nahezu jede Anleihe, zum Kurs von 100 Prozent zurückgezahlt.
  • Falls es sich um eine Hochzinsanleihe in fremder Währung handelt, kann zudem noch ein Währungsrisiko als viertes Risiko hinzukommen.

3.1. Die Risiken von Kapitalanlagen

Damit können die Junk Bonds tatsächlich alle vier Risiken aufweisen, die Kapitalanlagen generell haben können. In dem Zusammenfassung sind es demzufolge die folgenden Risiken, die dazu führen, dass High-Yield Bonds definitiv als sehr riskant eingestuft werden müssen:

  • Emittentenrisiko
  • Zinsrisiko
  • Kursrisiko
  • Währungsrisiko (eventuell)

Das Kursrisiko der Junk Bonds  kann gleichzeitig eine Chance auf Kursgewinne sein. Zwar besteht das Kursrisiko bei Junk Bonds prinzipiell immer, aber bei einer günstigen Entwicklung der Zinsen am Markt kommt es häufiger vor, dass die Anleihe an der Börse zu einem Kurs von über 100 Prozent gehandelt wird.

In dem Fall würden Anleger durch den Verkauf einen Kursgewinn erzielen können. Wichtig zu wissen ist, dass das Risiko bei Junk Bonds eng in Verbindung mit der Bonität des Emittenten steht, sodass wir im Folgenden auf diesen Punkt näher eingehen möchten.

3.2. Hochzinsanleihe: Rating als Hilfe für Anleger

Bei Junk Bonds sind Ratingagenturen für den Anleger von zentraler Bedeutung. Bekanntlich handelt es bei Rating-Agenturen um Unternehmen, deren Hauptaufgabe darin besteht, Emittenten von Finanzprodukten hinsichtlich deren Kreditwürdigkeit und damit ihre Bonität zu beurteilen.

Bei Junk Bonds sind Rating-Agenturen deswegen so wichtig, weil anhand des Ratings (der Bewertung) abzulesen ist, wie hoch das Anlagerisiko bezüglich des Emittentenrisikos in etwa ausfallen wird. Vom Rating hängt übrigens häufig ebenfalls die Verlustrate bei Junk Bonds ab, also mit wie viel Prozent der Anleger durchschnittlich kalkulieren muss, was die Ausfallwahrscheinlichkeit seines Investments betrifft.

Um die Kreditwürdigkeit bei Junk Bonds des einzelnen Emittenten bewerten zu können, befassen sich die jeweiligen Rating-Agenturen intensiv mit den Geschäftszahlen des Unternehmens oder auch mit dem Staat. Manche Staaten geben nämlich ebenfalls High-Yield Bonds aus, um so beispielsweise Investitionen zu finanzieren.

Zu den bekanntesten Ratingagenturen, die solche Bewertungen vornehmen, zählen insbesondere:

Anbieter Eigenschaften
Standard & Poor’s
Moody’s
Fitch

Wenn es um Schutzmechanismen bei Junk Bonds geht, dann nehmen die Bewertungen der Rating Agenturen tatsächlich eine zentrale Rolle ein. Ansonsten gibt es für den Anleger nämlich keine Möglichkeit, sich vor den genannten Risiken zu schützen.

3.3. Unterschiedliche Varianten bei den High-Yield Bonds

Falls Sie in Junk Bonds langfristig investieren möchten, sollten Sie sich sehr genau mit dem Thema beschäftigen. Dazu gehört auch, dass Sie darüber informiert sind, dass man die am Markt gehandelten Junk Bonds in zwei große Gruppen einteilt.

Diese Einteilung richtet sich danach, wie spekulativ die entsprechenden Wertpapiere sind. Daraus resultiert, dass die am Markt gehandelten Hochzinsanleihen in:

  • „leicht spekulativ“ und
  • „hochspekulativ“ eingeteilt werden.

Ab wann eine solche Junk-Anleihe noch als leicht und ab wann ab hochspekulativ gilt, hängt von der Bewertung der Rating-Agentur ab.

Bei der Rating-Agentur Standard & Poor’s ist es zum Beispiel so, dass sämtliche Hochzinsanleihen, welche die Rating-Note BBB oder B haben, noch in die Rubrik leicht spekulativ fallen. Ist das Rating allerdings CCC oder schlechter, fallen diese High-Yield Bonds in den Bereich der hochspekulativen Anleihen.

4. Sind Junk Bond-ETFs eine Alternative zur Direktanlage?

Falls Sie sich grundsätzlich für ein Investment in High-Yield Bonds interessieren, gibt es mehrere Möglichkeiten. Zum einen können Sie die Junk Bonds natürlich an der Börse erwerben, was als Direktinvestment bezeichnet wird.

Zum anderen existieren alternativ sogenannte Junk Bonds-ETFs, also Indexfonds. Diese bilden einen speziellen Index ab, der wiederum die Wertentwicklung zahlreicher Hochzinsanleihen widerspiegelt.

Der große Vorteil der Junk Bonds-ETFs besteht darin, dass Sie als Anleger dadurch nicht nur in eine „Schrottanleihe“, sondern in mehrere High-Yield Bonds investieren.

Zwar hat die einzelne Anleihe trotzdem noch ein hohes Risiko, aber zumindest findet eine Diversifikation statt. Da sich sämtliche ETFs dieser Art auf einen Junk Bonds-Index beziehen, sollten Sie sich zumindest näher betrachten, welche Anleihen in diesem Index vertreten sind.

Trotz der Risikostreuung ist es wichtig zu beachten, dass ein solcher Junk Bonds-Index und somit auch die entsprechenden Junk Bonds-ETFs ein spekulatives Investment darstellen.

4.1. Bundesanleihen und Junk Bonds im Vergleich

Vielen Anlegern ist – bis auf den deutlich höheren Zinssatz – nicht unbedingt klar, worin sich High-Yield Bonds beispielsweise von Bundesanleihen unterscheiden.

Daher möchten wir in der folgenden Tabelle noch einmal die wichtigsten Unterschiede zwischen einer Bundesanleihe und einem Junk Bonds darstellen:

Merkmal Gegenüberstellung
Sicherheit
  • Junk Bonds: keine
  • Bundesanleihe: hoch
Risiko
  • Junk Bonds: hoch
  • Bundesanleihe: sehr gering
Rendite
  • Junk Bonds: hoch
  • Bundesanleihe: gering
Ermittent
  • Junk Bonds: Staaten & Unternehmen
  • Bundesanleihe: Staat
Geeignet für
  • Junk Bonds: risikofreudige Anleger
  • Bundesanleihe: sicherheitsorientierte Anleger
Handelbarkeit
  • Junk Bonds: Börse
  • Bundesanleihe: Börse, Ausgabe vom Bund

4.2. Junk Bonds im Vergleich: Worauf sollten Anleger achten?

Inflation Hohe Zinsen
Lassen Sie sich bei Junk Bonds nicht von hohen Renditen blenden, sondern achten Sie auf die Bezeichnung der Ratings. Die Risikoklassen werden mit den ersten Buchstaben des Alphabets bezeichnet.

Falls Sie sich prinzipiell für ein Investment in Hochzinsanleihen entschieden haben, interessiert Sie vielleicht ein Junk Bonds Test. Die Frage ist allerdings, wodurch sich der entsprechende Testsieger unter den Junk Bonds im Detail auszeichnen kann.

Sind es die besonders hohen Zinsen der günstigen Junk Bonds oder vielleicht ebenfalls die Bonität des Emittenten? Im Grunde sind derartige Tests sehr individuell und können im Fall der Junk Bonds nicht besonders viele Kriterien bewerten.

Im Grunde kommt es bei jeder Hochzinsanleihe nur auf zwei Faktoren an, nämlich auf die Höhe des Risikos und auf den veranschlagten Zinssatz. Trotzdem kann es sinnvoll sein, dass Sie sich mittels solcher Tests informieren. Hilfreiche Quellen sind vor allem die Stiftung Warentest bzw. Finanztest, aber auch auf FTD.de finden Sie nützliche Informationen zu diesem Thema.

5. Wie kaufe ich Junk Bonds ?

5.1. Eine Anleitung für Neu-Anleger

Durch unseren bisherigen Beitrag sind Sie hoffentlich etwas besser zum Thema Junk Bonds informiert, als es bis dato der Fall war. Falls Sie sich trotz des deutlichen Risikos für dieses Finanzprodukt entschieden haben, stellen Sie sich vielleicht Frage, wie Sie bei einem geplanten Investment konkret vorgehen müssen.

Aus diesem Grund möchten wir in der folgenden Anleitung darstellen, welche Schritte Sie unternehmen müssen, wenn Sie gerne High-Yield Bonds erwerben möchten. Dabei gehen wir davon aus, dass Sie nicht nur in diesem Feld, sondern prinzipiell bei der Anlage in Wertpapiere Anfänger sind.

  1. Depotvergleich zwischen Banken und Brokern durchführen
  2. Wertpapierdepot eröffnen
  3. Junk Bonds vergleichen, siehe Tabelle in Kapitel 5.2., und auswählen
  4. Broker bzw. Bank Kaufauftrag erteilen
  5. Hochzinsanleihen werden ins Depot gebucht
  6. Abwarten bis zur Fälligkeit oder vorzeitiger Verkauf an der Börse

Da es sich bei High-Yield Bonds um Wertpapiere handelt, benötigen Sie vor dem Kauf ein entsprechendes Depot. Empfehlenswert ist es daher, zunächst einen Depotvergleich durchzuführen. Falls Sie bereits ein Wertpapierdepot besitzen, können Sie sich diesen Schritt selbstverständlich sparen.

Anschließend erteilen Sie Ihrer Bank oder Ihrem Broker einen Kaufauftrag, in dem die Details zu der Hochzinsanleihe genannte müssen, die Sie gerne erwerben möchten. Anschließend müssen Sie sich nur noch entscheiden, ob Sie die Anleihe bis zur Fälligkeit im Depot halten oder – vielleicht bei einer günstigen Kursentwicklung – vorzeitig wieder an der Börse verkaufen wollen.

5.2. Verschiedene Anbieter von Junk Bonds beziehungsweise High Yields vergleichen

Geben Sie beim Broker Stichworte wie “High Yield Corp Bonds” ein und suchen Sie sich unter bekannten Anbietern wie iShares, SPDR oder PIMCO den geeigneten Junk Bond aus.

Anbieter Konditionen
Robeco High Yield Bonds
  • Ausschüttungsart: thesaurierend
  • Kurs: ca. 151 €
  • Fondsgröße: ca. 9,6 Mrd. €
  • erhältlich über ein Depot bei comdirect und oder onvista
iShares Fallen Angels High Yield
  • Ausschüttungsart: ausschüttend
  • Kurs: ca. 4,94 €
  • Fondsgröße: ca. 393 Mio. €
  • erhältlich über ein Depot bei comdirect, ING oder flatex
Xtrackers II EUR High Yield
Corporate Bond UCITs ETF
  • Ausschüttungsart: ausschüttend
  • Kurs: ca. 17 €
  • Fondsgröße: ca. 239 Mio. €
  • erhältlich über ein Depot bei consorsbank, flatex oder finvesto

5.3. Die richtigen Voraussetzungen für einen Depotvergleich