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Berechnung2018-11-28T13:39:46+00:00

Kann ich mir einer Baufinanzierung überhaupt leisten?

Trotz der niedrigen Bauzinsen machen sich natürlich viele Bundesbürger darüber Gedanken, ob sie sich eine Baufinanzierung und somit das Eigenheim überhaupt leisten können. Diese Frage ist nicht nur berechtigt, sondern auch wichtig, denn keinem ist damit geholfen, ein Haus zu kaufen, eine Immobilienfinanzierung anzugehen und dann bei den monatlich zu seinem Kreditraten in Schwierigkeiten zu geraten. Im schlimmsten Fall beraumt die Bank nämlich eine Zwangsversteigerung an, wenn Sie die eingegangene Darlehensverpflichtung nicht mehr erfüllen können. Deshalb sollten Sie sich ausführlich mit dem Thema beschäftigen, ob Sie sich eine Immobilienfinanzierung leisten können.

Wie ermittle ich meine finanzielle Leistungskraft?

Um beurteilen zu können, ob Sie sich eine Baufinanzierung leisten können, ist das Ermitteln der eigenen finanziellen Leistungskraft von enormer Bedeutung. Doch wie funktioniert dies? Im Grunde ist es ganz einfach: Stellen Sie Ihre monatlichen Einnahmen mit den ebenfalls monatlichen Ausgaben gegenüber, und schon wissen Sie, wie viel Geld Sie jeden Monat eigentlich frei zu Ihrer Verfügung haben. Dieser Anteil Ihres Einkommens wird auch als frei verfügbares Einkommen bezeichnet. Voraussetzung dafür, dass Sie dann überhaupt noch weiter über eine mögliche Immobilienfinanzierung nachdenken können ist, dass überhaupt ein frei verfügbares Einkommen vorhanden ist. Sind hingegen die regelmäßigen Ausgaben höher als Ihre monatlichen Einnahmen, in der Regel in Form Ihres Gehaltes, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder, Sie schaffen es, Ihre Ausgaben nachhaltig zu reduzieren oder Sie müssen den Traum vom Eigenheim ad acta legen. Die dritte Variante bestünde zwar auch darin, die Einnahmen zu erhöhen, allerdings ist dies in den meisten Fällen unrealistisch und schon gar nicht innerhalb kurzer Zeit realisierbar.

Einnahmen- und Ausgabenrechnung erstellen

Um also die finanzielle Leistungskraft zu ermitteln, bietet es sich an, eine Einnahmen- und Ausgabenrechnung zu erstellen. Im Grunde handelt es sich dabei um eine Art Haushaltsbuch, in dem Sie alle regelmäßig anfallenden und durchschnittlichen Ausgaben notieren. Dazu zählen insbesondere:

  • Kosten für den Lebensunterhalt (Lebensmittel, Hygieneartikel, Kleidung etc.)
  • Nebenkosten wie Strom, Wasser und Heizung
  • Kosten für Internet, Smartphone und Telefon
  • Versicherungsbeiträge
  • Autokosten
  • Freizeitausgaben
  • Vereinsbeiträge
  • Rücklage für den Urlaub
  • Sparraten
  • Kreditraten

Die Summe dieser Ausgaben subtrahieren Sie dann von Ihren regelmäßigen Einnahmen. Dabei wird es sich für gewöhnlich um Ihr Gehalt handeln, manchmal kommen noch zusätzlich Einnahmen hinzu, beispielsweise Überstundengeld oder Kindergeld. Insbesondere bei der Auszahlung der Überstunden sollten Sie allerdings vorsichtig kalkulieren, denn nicht immer ist diesbezüglich Monat für Monat mit den gleichen Einnahmen zu rechnen. Auf jeden Fall ergibt der Saldo aus Einnahmen abzüglich der Ausgaben Ihr frei verfügbares monatliches Einkommen. Dieses ist gleichzeitig die absolute Obergrenze für eine Darlehensrate, die Sie im Zuge der Immobilienfinanzierung mit der Bank vereinbaren.

Bei den Ausgaben ist es übrigens nicht notwendig, die bisherigen Mietkosten aufzuführen. Würden Sie dies nämlich tun, wäre die Belastung ab dem Zeitpunkt der Kreditaufnahme doppelt. Denn dann hätten Sie sowohl die Mietkosten als auch die Kreditrate in den Ausgaben implementiert, was natürlich keinen Sinn macht. Spätestens ab dem Einzug in das finanzierte Eigenheim fällt die Miete weg, sodass Sie an dieser Stelle deutlich mehr frei verfügbares Kapital hätten, als wenn Sie die Miete mit in die Einnahmen- und Ausgabenrechnung einbeziehen.

Umgekehrte Rechnung: Kreditrate vorgeben und mögliche Darlehenssumme ermitteln

Wenn Sie sich die Frage stellen, ob Sie sich eine Baufinanzierung leisten können, müssen Sie etwas anders vorgehen, als wenn Sie auf Grundlage der Darlehenssumme und des Zinssatzes die monatliche anfallende Kreditrate ermitteln. Immerhin möchten Sie an dieser Stelle wissen, ob und falls ja, welche Darlehenssumme Sie sich leisten könnten. Dies setzt voraus, dass Sie die maximal realisierbare Kreditrate vorgeben. Dabei sollten Sie allerdings darauf achten, dass Sie nicht das gesamte frei verfügbare Einkommen als Grundlage nehmen, sondern stattdessen sollten Sie ein gewisses Sicherheitspolster lassen. Immerhin kann es immer zu unvorhergesehenen Ausgaben kommen, die Sie dann nicht mehr tragen können, wenn das volle verfügbare Einkommen für die Darlehensrate verwendet wird. Deshalb empfehlen Experten, dass die Kreditrate sich maximal auf 80 Prozent des monatlich frei verfügbaren Einkommens belaufen sollte. Auf Basis dieser Vorgabe können Sie dann den Darlehensbetrag berechnen, den Sie sich im Zuge einer stabilen Finanzierung leisten können.

Dazu müssen Sie allerdings noch weitere Angaben haben, nämlich:

  • Anfängliche Tilgung
  • Kreditzins

Die anfängliche Tilgung legen Sie selbst fest, während Sie beim Kreditzins ein Angebot der Bank einholen müssen. Immerhin macht es einen erheblichen Unterschied bezüglich der monatlichen Belastung, ob Sie das Darlehen beispielsweise zu einem Zinssatz von 1,3 Prozent erhalten oder ob Sie zum Beispiel 3,5 Prozent zahlen müssen.

Was kann ich mir leisten – eine Beispielrechnung

Bisher haben wir relativ theoretisch aufgeführt, wie Sie Ihre finanzielle Leistungskraft ermitteln und somit vielleicht die Frage beantworten können, ob Sie sich eine Baufinanzierung leisten können oder nicht. An dieser Stelle möchten wir jetzt einmal eine Beispielrechnung durchführen, damit Sie anhand der Zahlen und Daten ungefähr abschätzen können, ob auch Sie sich eine Immobilienfinanzierung und damit den Kauf eines Eigenheims leisten können.

Beispielrechnung:

Es gibt im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, wie Sie anhand Ihrer persönlichen Zahlen und Daten herausfinden, ob Sie sich eine Baufinanzierung leisten können. Der einfachste und schnellste Weg wäre es, einfach die bisherige Miete als Vergleichskriterium für die monatliche Kreditrate zu nehmen. Allerdings wäre diese Berechnung natürlich nicht besonders genau, sodass es empfehlenswerter ist, tatsächlich mit dem zuvor angesprochenen verfügbaren Einkommen als Basis zu arbeiten.

  • Frei verfügbares Einkommen: 900 Euro
  • Risikoabschlag: 20 Prozent
  • Maximale Kreditrate: ca. 700 Euro
  • Kreditzins: 2,30 Prozent
  • Anfängliche Tilgung: 3,00 Prozent
  • Darlehenssumme: ca. 160.000 Euro

Mit einem frei verfügbaren Einkommen abzüglich des angesprochenen Risikopolsters in Höhe von rund 700 Euro könnten Sie sich bei einer anfänglichen Tilgung von drei Prozent und einem Zins in Höhe von 2,3 Prozent also einen Immobilienkredit in Höhe von rund 160.000 Euro leisten. Ob diese Darlehenssumme nun ausreicht, damit Sie Ihr gewünschtes Eigenheim finden, ist wiederum eine andere Frage.

Realistisch ist dieser Wert allerdings auf jeden Fall, denn für eine Darlehenssumme in Höhe von 160.000 Euro lässt sich voraussichtlich ein durchaus schönes Haus oder eine Eigentumswohnung finden. Falls Ihnen der Betrag zu gering erscheint, könnten Sie natürlich die anfängliche Tilgung etwas reduzieren, sodass sich eine geringere Kreditrate ergibt bzw. eine höhere Darlehenssumme möglich wäre. Ob dies allerdings empfehlenswert ist, steht in der aktuellen Niedrigzinsphase auf einem ganz anderen Blatt, denn für gewöhnlich raten die Fachleute dazu, eine anfängliche Tilgung von mindestens drei Prozent zu wählen.

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