Kreditkartenarten

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Kreditkartenarten2018-12-07T14:15:56+00:00

Welche Kreditkartenarten gibt es?

Kreditkarte ist gleich Kreditkarte. Oder doch nicht? Es gibt tatsächlich mehrere Kreditkartenarten. Sie unterscheiden sich dabei sowohl hinsichtlich der Abrechnungsmodalitäten als auch in Bezug auf die Gewährung eines Kreditrahmens. Sie als Kreditkartennutzer sollten zumindest die wesentlichen Unterschiede kennen, weil jede Kreditkartenart für verschiedene Bedürfnisse konzipiert wurde. In diesem Artikel beschreiben wir Ihnen, welche Kreditkartenarten es gibt, welche hierzulande besonders verbreitet sind und worauf Sie bei der Wahl der richtigen Kreditkarte achten sollten.

Welche Kreditkartenarten gibt es? 4 Grundmodelle vorhanden

Grundlegend existieren vier Grundmodelle bei Kreditkarten. In den folgenden Abschnitten gehen wir detailliert auf jede einzelne Kartenart ein:

  • Credit Card
  • Charge Card
  • Debit Card
  • Prepaid Card

Im Zeitalter der Digitalisierung können diese Kreditkartenarten auch als folgende Variante vorkommen:

  • Online (virtuelle) Kreditkarte

Im Handel spielt es keine Rolle mit welcher Kreditkartenart Sie zahlen. Sofern generell Kreditkarten akzeptiert werden, können Sie, sofern Sie genügend Limit auf der Karte haben, auch damit bezahlen. Lediglich bei Reservierungen in Hotels oder Mietwagengesellschaften benötigen Sie eine Credit bzw. Charge Card. Der Grund ist, da Sie nur bei diesen beiden Kartenarten einen Kreditrahmen erhalten. Das bedeutet, dass die Bank gegenüber dem Hotel oder der Mietwagengesellschaft für die Zahlung der Kaution bzw. Rechnung bürgt.

Woran erkenne ich, was für eine Kreditkartenart ich habe?

Vielen Verbrauchern sind die Unterschiede zwischen den vier Kreditkartenarten nicht bekannt. Es gibt teilweise einige optische Hinweise, woran Sie erkennen, um welche Kreditkartenart es sich handelt. So haben die ersten beiden genannten Varianten, die Credit sowie Charge Card, meist eine sogenannte Hochprägung. Das bedeutet, dass die Angaben auf der Vorderseite der Kreditkarte nicht nur aufgedruckt, sondern gestanzt wurden. Wenn Sie mit dem Finger darüberfahren, fühlen Sie die einzelnen Angaben.

Die Debit und Prepaid Cards dagegen verfügen meist nicht über eine Hochprägung. Dort wurden die Angaben lediglich aufgedruckt. Allerdings gibt es mittlerweile auch Prepaid Kreditkarten mit Hochprägung, sodass die Unterscheidung rein nach der Hochprägung nicht immer möglich ist.

Häufig enthalten Kreditkarten daher weitere Angaben auf der Vorder- oder Rückseite. So finden Sie beispielsweise häufig rechts oder links unten, etwas klein gedruckt, die Begriffe „Credit“ bzw. „Debit“. Wie wir jedoch gleich sehen werden, erkennen Sie die Art der Kreditkarte vor allem anhand der Abrechnungsmodalitäten. Gegenüber Dritten ist das natürlich nicht sichtbar.

Was ist eine Credit Card? Die ursprüngliche Idee der Kreditkarte

Die ursprüngliche Idee der Kreditkarte war, wie der Begriff auch deutlich macht, dem Kunden einen Kredit einzuräumen. Ganz nach dem Motto: „Kaufe jetzt, zahle später“, konnten und können Inhaber einer „Credit Card“ Waren und Dienstleistungen auf Kredit kaufen. Dazu erhalten Sie von der Bank, abhängig von Ihrer Bonität, einen Kreditrahmen eingeräumt. Die Transaktionen, die Sie mit der Karte tätigen, werden gesammelt und Ihnen meist am Ende des Monats in Rechnung gestellt. Nun haben Sie die Wahl, ob Sie die Abrechnung auf einen Schlag zahlen wollen oder besser in bequemen monatlichen Raten. Sofern Sie sich für die Ratenzahlung entscheiden, müssen Sie natürlich auch Zinsen dafür zahlen. Wenn Sie die Ratenzahlung dagegen nicht nutzen, sondern die Abrechnungen stets komplett zahlen, fallen auch keine Sollzinsen dafür an.

In der Regel können Sie die Höhe der Rate selbst bestimmen, wobei es in den meisten Fällen eine Mindestrate zwischen 20 und 50 Euro pro Monat gibt. Sie können auch jederzeit zwischen Vollzahlung und Ratenzahlung wechseln bzw. Sondertilgungen leisten.

Experten sprechen in diesem Zusammenhang auch von einer Kreditkarte mit revolvierendem Kreditrahmen. Sobald Sie einen Umsatz tätigen, reduziert sich der verfügbare Betrag. Wenn Sie eine Tilgung leisten, erhöht sich der Verfügungsrahmen wieder bis zum maximalen Kreditkartenlimit. Das Ganze funktioniert dabei ähnlich wie ein Dispokredit.

Hinweis: Die Nutzung der Ratenzahlung ist für gewöhnlich sehr teuer! Es fallen Sollzinsen zwischen 10 und 20 Prozent p.a. an. Bei vielen Anbietern liegt der Sollzinssatz um die 15 Prozent p.a. Das ist selbst im Vergleich zu den ebenfalls teuren Dispokrediten ein sehr hoher Zinssatz. Daher sollten Sie die Ratenzahlung nur dann in Anspruch nehmen, wenn Sie einen kurzfristigen Liquiditätsengpass zu überwinden haben.

  • „Credit Card“ ist der ursprüngliche Gedanke der Kreditkarte
  • Sie können die Abrechnungen auf einen Schlag oder in monatlichen Raten zahlen
  • Für die Ratenzahlung fallen hohe Sollzinsen von meist circa 15 Prozent an
  • Gibt es häufig auf Wunsch in Verbindung mit weitere Zusatzleistungen

Kreditkarten mit Teilzahlungsfunktion erhalten Sie in der Regel ohne neues Girokonto und auch nicht bei Ihrer Hausbank. Meist handelt es sich um unabhängige Kartenaussteller. Ein empfehlenswerter Anbieter von Kreditkarten mit Teilzahlungsmöglichkeit ist Barclaycard. Bei Barclaycard finden Sie eine breite Auswahl an verschiedenen Kreditkarten, die speziell auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.

Was ist eine Charge Card? Genießt die größte Verbreitung in Deutschland

Bei der Charge Card erhalten Sie ebenfalls einen Kreditrahmen. Dabei sammelt die Bank die Umsätze und bucht sie einmal im Monat von Ihrem Girokonto ab. Die Kreditkartenart „Charge Card“ ist die mit der größten Verbreitung in Deutschland. Grund ist, dass es sich hier um die Kartenart handelt, die Sie direkt bei Ihrer Hausbank erhalten. Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sowie Direkt- und Privatbanken geben häufig nur Charge oder Debit Cards heraus. Sofern Sie ein Girokonto bei einer Bank eröffnen und dort eine Kreditkarte beantragen, wird es sich in der Regel um eine Charge Card handeln.

Gleichzeitig ist das das Abrechnungsmodell, welches die meisten Deutschen bevorzugen. Die wenigsten benötigen eine Kreditkarte, um die Abrechnungen auf Raten zu zahlen, vor allem, da auch hohe Sollzinsen anfallen.

Die Santander sowie Targobank sind eine der ganz wenigen Banken, bei der Sie Kreditkarten sowohl als Charge als auch als Credit Card beantragen können.

Bei der Charge Card ist das Risiko der Überschuldung auch deutlich reduziert. Schließlich müssen Sie einmal im Monat alle getätigten Umsätze begleichen. Bei einer Kreditkarte mit Ratenzahlung ist das Risiko der Überschuldung deutlich höher.

Was ist eine Debit Card? Starke Ähnlichkeit mit der Girocard

Die Kreditkartenart „Debit Card“ ähnelt sehr stark der Girocard (häufig auch als „EC-Karte“ bezeichnet). Die Umsätze werden dabei zeitnah, meist sofort, von Ihrem Girokonto abgebucht. Sie erhalten keinen separaten Kreditrahmen und die Bank sammelt die Umsätze nicht. Es ist nicht übertrieben zu sagen, dass die Debit Card das Pendant zur Girocard ist. Debit Cards finden Sie häufig bei Direktbanken. So handelt es sich beispielsweise bei der ING Visa Card um eine Debit Card.

Aber warum dann eine Debit Card und keine Girocard? Außerhalb der EU können Sie nicht überall mit Ihrer Girocard zahlen. Allein aus dieser Sicht ist eine Kreditkarte, ganz gleich welcher Art, unumgänglich. Außerdem können Sie mit jeder Kreditkarte im Internet bezahlen, was mit der Girocard meist nicht möglich ist. Zusätzlich sinkt hier das Risiko der Überschuldung durch die Kreditkarte auf ein Minimum. Debit Cards werden daher insbesondere an Verbraucher mit einer mittleren Bonität herausgegeben, deren Bonität aber nicht so schlecht ist, dass sie überhaupt keine Kreditkarte mehr erhalten. In diese Kategorie fallen zum Beispiel Jugendliche, Studenten oder Personen ohne regelmäßiges Einkommen. Debit Cards werden so gut wie nie von unabhängigen Anbietern herausgegeben, sondern erhalten Sie nur in Verbindung mit einem Girokonto.

  • Zeitnahe Abbuchung jeder Transaktion
  • Sie erhalten keinen Kreditrahmen
  • Theoretisch könnte die Bank aber einen Kreditrahmen einrichten (in selten Fällen möglich)
  • Keine Akzeptanz als Kaution bei Hotels oder Mietwagenfirmen

Worum handelt es sich bei einer Prepaid Kreditkarte?

Wie der Begriff wahrscheinlich schon deutlich macht, müssen Sie als Karteninhaber zuvor Geld auf die Kreditkarte überweisen, damit Sie sie nutzen können. Das heißt, sie funktionieren nur auf Guthabenbasis. Prepaid Kreditkarten kamen erst vergleichsweise spät auf, da der originäre Grundgedanke ja hier gar nicht mehr gegeben ist. Prepaid Kreditkarten eignen sich für bonitätsschwache Personen oder Verbraucher mit starken negativen Schufa-Einträgen. Es findet dabei keine Schufa Anfrage statt und der Kartenherausgeber meldet die Prepaid Kreditkarte auch nicht der Schufa.

Optisch konnte man früher eine Prepaid Kreditkarte von einer „echten“ Kreditkarte über die Hochprägung unterscheiden. Doch mittlerweile gibt es auch Prepaid Kreditkarten mit Hochprägung. Manchmal erhalten Verbraucher bei Eröffnung eines Girokontos keine klassische Kreditkarte, sondern nur eine Prepaid Kreditkarte. Insbesondere bei Beziehern von Sozialleistungen wie Hartz IV oder auch Schüler, die noch nicht über ein eigenes Einkommen verfügen. Für die Bank besteht nämlich hier keinerlei Risiko. Der Kunde kann nur das Geld ausgeben, was er zuvor auf die Karte überwiesen hat. Eine Prepaid Kreditkarte, die Sie direkt in Verbindung mit einem Girokonto erhalten, wäre beispielsweise die Wüstenrot Visa Prepaid.

Prepaid Kreditkarten erhalten Sie auch häufig bei unabhängigen Anbietern, so zum Beispiel die Payback Visa Prepaid Kreditkarte. Ratenzahlungen sind hier natürlich nicht möglich.

Online- oder virtuelle Kreditkarte

Bei der virtuellen Kreditkarte oder auch Online Kreditkarte genannt, handelt es sich um eine Karte, die Sie gar nicht physisch in den Händen halten. Die Kreditkartenart existiert ausschließlich virtuell. Sie dient nur dazu, damit Sie mit ihr im Internet bezahlen können. In der Regel gibt es sie nur auf Guthabenbasis. Man könnte auch sagen, sie ist das virtuelle Abbild einer Prepaid Kreditkarte. Bis dato genießt diese Kartenart eine nur geringe Verbreitung. Das könnte sich aber im Zuge der weiteren Digitalisierung ändern. Denn grundsätzlich können virtuelle Kreditkarten auch als Credit, Charge oder Debit Cards herausgegeben werden.

Fazit: Wahl der richtigen Kartenart abhängig von der Nutzung

Nachdem Sie die einzelnen Kreditkartenarten kennengelernt haben, können Sie nun besser einschätzen, welche Variante für Sie die beste ist. Sie sollten dabei insbesondere darauf achten, wie häufig und für welchen Zweck Sie die Kreditkarte benötigen. Vor allem im außereuropäischen Ausland kommen Sie um eine Kreditkarte gar nicht herum. Wenn Sie einen Mietwagen oder ein Hotelzimmer buchen, dann achten Sie darauf, dass Sie eine Charge oder Credit Card besitzen.

Häufig gibt es Credit Cards auch mit weiteren Zusatzleistungen wie Reiseversicherungen, Mietwagenvollkasko oder Sie können mit ihr Bonuspunkte oder Flugmeilen sammeln. Debit und Prepaid Kreditkarten eignen sich dagegen eher für bonitätsschwache Personen oder für solche, die das Risiko der Verschuldung absolut minimieren wollen.

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