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Im Ausland2018-12-07T10:27:41+00:00

Kreditkarte im Ausland: Diese Fallstricke gilt es zu vermeiden

Regelmäßig kurz vor Beginn der Sommerferien mehren sich die Anträge bei Banken auf eine Kreditkarte. Viele Verbraucher setzen beim Bezahlen und Geld abheben im Ausland auf die Kreditkarte. Und das zu Recht. Denn schließlich ist das Girocard-System, häufig auch als EC-Karte bezeichnet, außerhalb Deutschlands weniger populär als hierzulande. Innerhalb der Euro-Zone sollte es zwar kein Problem geben. Doch im außereuropäischen Ausland sind Verbraucher auf eine Kreditkarte angewiesen. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, was Sie bereits im Vorfeld der Kreditkartenbeantragung beachten sollten, wenn Sie vorhaben, diese insbesondere im Ausland einzusetzen. Wir geben Ihnen auch einige Hinweise und beantworten die wichtigsten Fragen zu diesem Thema.

Welche Gebühren fallen mit der Kreditkarte im Ausland an?

Das eine Kreditkarte fürs Ausland wichtig ist, ist vielen Verbrauchern bewusst. Vor allem in den USA, in Asien und Lateinamerika sowie Afrika und Australien kommen Sie mit einer Girocard nicht weit. Daher ist die wohl wichtigste Frage die, welche Gebühren mit einer Kreditkarte im Ausland anfallen. An dieser Stelle können wir zwar keine pauschale Aussage über die Höhe Kreditkartengebühren treffen, denn schließlich ist das vor allem abhängig vom jeweiligen Anbieter. Dennoch können wir Ihnen einige Richtwerte mit an die Hand geben.

Hinweis: In diesem Artikel sprechen wir von Kreditkartengebühren. Damit sind nicht die Grundgebühren, wie eine Jahresgebühr, gemeint. Diese fallen ja unabhängig vom Einsatz der Karte an. Es handelt sich vielmehr um Kosten, die direkt im Zusammenhang mit einem Karteneinsatz im Ausland stehen.

Innerhalb oder außerhalb der Euro-Zone?

An dieser Stelle möchten wir eines vorweg schicken: Es macht einen entscheidenden Unterschied aus, ob Sie Ihre Kreditkarte innerhalb oder außerhalb der Euro-Zone einsetzen. Am gravierendsten ist der Unterschied zwischen innerhalb und außerhalb der EU (Anmerkung: Nicht alle EU-Länder sind Mitglied im Euro-System. So ist Schweden beispielsweise in der EU, aber kein Mitglied des Euro-Raums).

Für bargeldlose Zahlungen in Euro fallen für Sie niemals Gebühren an, egal in welchem Land Sie sich im Euro-Raum befinden. Das betrifft zum Beispiel Zahlungen im Supermarkt, an der Tankstelle, im Restaurant oder auch im Internet. Das heißt, ob Sie Ihren Supermarkt-Einkauf in Spanien oder die Restaurant-Rechnung in Griechenland mit Ihrer Kreditkarte zahlen, es fallen für Sie keine Kosten an, egal welche Kreditkarte Sie besitzen.

Abhebungen am Geldautomaten dagegen können durchaus Kosten verursachen. Hier können Sie sich danach richten, was Ihre Bank für eine Abhebung in Deutschland veranschlagt. Die Gebühren dürfen außerhalb Deutschlands, aber noch innerhalb der Euro-Zone, nicht höher sein als hierzulande. Häufig ist es sogar so, dass Abhebungen im Euro-Ausland preiswerter sind als in Deutschland.

  • Die Kosten für eine Kreditkarte im Ausland richten sich vor allem danach, ob Sie sich innerhalb oder außerhalb des Euro-Raums befinden
  • Innerhalb des Euro-Raums fallen für bargeldlose Transaktionen niemals Kosten für Sie an, egal welche Kreditkarte Sie besitzen
  • Abhebungen am Geldautomaten können dagegen Kosten verursachen

Außerhalb der Euro-Zone: Fremdwährungsgebühren bzw. Auslandsgebühren

Befinden Sie sich außerhalb der Euro-Zone, so müssen Sie dort in einer Fremdwährung bezahlen. Egal ob es sich um eine bargeldlose Zahlung oder um eine Abhebung am Geldautomaten handelt, berechnen viele Banken hier eine sogenannte Fremdwährungsgebühr in Höhe von im Schnitt 1,50 bis 1,75 Prozent. Manchmal fällt diese aber nur bei bargeldlosen Zahlungen an und bei Abhebungen nicht. Die Details schwanken hier sehr stark zwischen den Anbietern.

Zahlen Sie beispielsweise in der Schweiz einen Einkauf mit Ihrer Kreditkarte in Höhe von 100 Schweizer Franken (CHF), so berechnet Ihre Bank eine zusätzliche Gebühr von beispielsweise 1,50 CHF. Im Laufe eines Urlaubs können sich diese Gebühren ganz schön summieren. Manchmal ist es daher empfehlenswert, eher eine etwas größere Summe Bargeld abzuheben und damit zu bezahlen, als bei jeder Zahlung die Fremdwährungsgebühr einkalkulieren zu müssen.

Ein Beispiel: Ihre Bank berechnet Ihnen für eine Bargeldabhebung pauschal 5,00 Euro Gebühren. Das Auslandseinsatzentgelt beträgt 1,75 Prozent. Innerhalb Ihres Aufenthalts in der Schweiz geben Sie 1.500 CHF aus. Sie haben nun die Möglichkeit, dreimal zu je 500 CHF eine Abhebung vorzunehmen oder alles mit der Kreditkarte zu zahlen. Für die Abhebungen fallen für Sie 15 Euro Gebühren an. Die Fremdwährungsgebühren würden allerdings 26,25 CHF betragen (ca. 23,90 Euro bei einem Umrechnungskurs 1,10). Die Abhebungen wären demnach für Sie deutlich günstiger.

Hinweis: Die Bezeichnungen Auslandsgebühren, Auslandseinsatzentgelt und Fremdwährungsgebühren sind nur verschiedene Begrifflichkeiten für ein und dasselbe. Sie beziehen sich immer auf Gebühren, die nur bei Transaktionen in Fremdwährungen berechnet werden. Euro-Ausland ist kein „Ausland“ im Sinne dieser Begriffe.

  • Außerhalb der Euro-Zone fällt meist ein Fremdwährungsentgelt zwischen 1,50 und 1,75 Prozent an
  • Manchmal kommen Sie günstiger, wenn Sie einige wenige große Bargeldabhebungen tätigen, als alles mit Karte zu zahlen
  • Welche Gebühren konkret anfallen, können Sie im Preisverzeichnis Ihrer Bank nachlesen. Hier können im Detail große Unterschiede bestehen

Tipp: Sollten Sie am Gelautomaten gefragt werden, ob Sie in Landeswährung oder Euro abrechnen wollen, so sollten Sie immer „Landeswährung“ wählen, da ansonsten noch mehr Gebühren berechnet werden könnten.

Visa, Mastercard oder American Express: Welche Kreditkarte ist die beste fürs Ausland?

Beim Beantragen einer Kreditkarte fürs Ausland fragen Sie sich womöglich, ob Sie eine Visa, Mastercard oder American Express Kreditkarte bestellen sollten. Die Akzeptanz von Visa und Mastercard ist global gesehen nahezu identisch. Es gibt hier und da einige Regionen, in denen die eine oder andere Kreditkartengesellschaft häufiger akzeptiert wird. Doch im Wesentlichen gibt es unserer Erfahrung nach kaum Unterschiede. American Express dagegen wird insbesondere innerhalb der EU deutlich weniger akzeptiert.

Tipp: Falls Sie sich unsicher sind, sind Sie mit einem Kartendoppel aus Visa und Mastercard auf der sicheren Seite. Barclaycard bietet beispielsweise ein solches Kreditkartendoppel an. Sie erhalten ein Kreditkartenkonto, aber zwei verschiedene Kreditkarten dazu.

Mit welcher Kreditkarte kann ich im Ausland kostenlos Geld abheben?

Es gibt Kreditkarten, mit denen Sie im Ausland kostenlos Geld abheben können. Insbesondere für Abhebungen im Euro-Raum finden Sie hier einige Angebote bei Direktbanken, so zum Beispiel bei der DKB, ING oder der comdirect. Bei der DKB und der comdirect können Sie sogar weltweit kostenlos Geld abheben, egal in welchem Land Sie sich befinden. Der Nachteil ist hier jedoch, dass Sie die Kreditkarte nicht einzeln erhalten, sondern nur in Verbindung mit einem neuen Girokonto.

Andere Anbieter, wie Barclaycard oder die Santander, ermöglichen Ihnen auch Kreditkarten ohne Girokonto, mit denen Sie trotzdem im Ausland kostenlos Geld abheben können. Hinzukommt, dass die hier genannten Anbieter zudem kostenlose Kreditkarten bieten.

Auch Sparkassen, wie zum Beispiel die Berliner Sparkasse, bieten im Rahmen einer goldenen Kreditkarte häufig Karten an, mit denen Sie weltweit gebührenfrei Geld abheben können. Beachten Sie aber, dass im Gegenzug auch eine vergleichsweise hohe Jahresgebühr anfällt.

  • Vor allem Online-Banken bieten Kreditkarten an, mit denen Sie zumindest im Euro-Raum kostenfrei Geld abheben können (meist aber nur in Verbindung mit einem Girokonto bei der Bank)
  • DKB oder comdirect ermöglichen weltweit kostenloses Geld abheben
  • Unabhängige Anbieter: Barclaycard und Santander bieten ebenfalls einen weltweit gebührenfreien Bargeldzugang

Gibt es eine Kreditkarte ohne Auslandsgebühren bzw. Fremdwährungsgebühren?

Obwohl es Kreditkarten gibt, mit denen Sie im Ausland kostenlos Geld abheben können, ist die Auswahl der Anbieter, mit denen Sie auch noch kostenlos bezahlen können, sprich, bei denen es keine Fremdwährungsgebühr gibt, deutlich geringer.

Kreditkarten, mit denen Sie weltweit kostenlos bezahlen können, sind zum Beispiel:

  • Santander 1plus Visa Card
  • Barclaycard Visa (und einige andere Kreditkarten von Barclaycard)
  • DKB Visa Card (als sogenannter „Aktivkunde“)
  • Advanzia Mastercard Gold (Achtung, bei diesem Anbieter gibt es einige Fallstricke beim Geldabheben und bei der Rückzahlung zu beachten)

Muss ich meine Kreditkarte für das Ausland freischalten lassen?

Generell müssen Sie Ihre Kreditkarte nicht fürs Ausland freischalten lassen. Bei einer Girocard kann dagegen der Auslandseinsatz gesperrt sein, zumindest für bestimmte Länder. Natürlich kann das auch bei einer Kreditkarte vorkommen. Doch die Regel ist das nicht. Was Ihnen allerdings passieren kann, ist, dass Sie sich im Ausland befinden und die Kartenzahlung abgelehnt wird. Das hat mit der Sicherheit einer Kreditkarte zu tun. Sobald Umsätze angefragt werden, die von Ihrem „normalen“ Kartenverhalten abweichen, erfolgt eine automatische Sperre. Ein Anruf bei der Bank genügt und die Karte ist wieder freigeschalten. Insbesondere bei außereuropäischen Ländern kann Ihnen das passieren.

Unserer Erfahrung nach bringt es nichts, wenn Sie sich vor Ihrer Reise bei der Bank melden, dass Sie in ein „exotisches“ Land fahren. Die Sicherheitssysteme können und dürfen vom Mitarbeiter nicht einfach ausgeschalten werden. Richten Sie sich vielmehr darauf ein, dass Ihre Kreditkarte gesperrt wird und haben Sie daher stets die Rufnummer Ihrer Bank parat. Hier punkten natürlich Anbieter, die einen 24/7 Service bieten, wie Barclaycard. Wenn Sie nur die Rufnummer Ihrer örtlichen Sparkasse haben, und es ist Wochenende, dann erreichen Sie dort keinen Mitarbeiter. Erkundigen Sie sich daher im Vorfeld bei Ihrer Sparkasse oder Volksbank, welche Rufnummer dann für Sie gilt.

In diesem Zusammenhang empfehlen wir Ihnen auch, eine gewisse Grundausstattung an Bargeld in der Landeswährung mitzunehmen, um im Notfall den Einkauf usw. auch erstmal bar zahlen zu können.

Lohnt sich eine Kreditkarte mit Auslandskrankenversicherung?

Goldene Kreditkarten bieten Ihnen in der Regel auch Zusatzschutz auf Reisen, wie eine Auslandsreisekrankenversicherung. Falls Sie häufiger mit einer Familie ins Ausland reisen und die Kreditkarte auch sonst attraktive Leistungen bietet, dann könnte eine Kreditkarte mit Auslandskrankenversicherung durchaus Sinn machen. Häufiger zahlen Sie selbst für die Jahresgebühr weniger, als wenn Sie die Versicherung für alle Familienmitglieder separat abschließen.

Allerdings sollten Sie auch immer einen Blick in die Versicherungsdetails werfen oder sich an die Bank wenden, um mögliche Fragen zu klären.

Fazit: Kreditkarte im Ausland vor allem außerhalb der Euro-Zone notwendig

Innerhalb der Euro-Zone kommen Sie häufig auch gut mit Ihrer Girocard zurecht. Und nicht jede Kreditkarte eignet sich gleichermaßen gut fürs Ausland. Allerdings bieten Ihnen hochwertige Kreditkarten Leistungen, die Sie mit einer Girocard nie erhalten werden: Kostenfreie Bargeldabhebungen und umfangreiche Versicherungsleistungen.

Außerhalb der Euro-Zone sind Sie fast immer auf eine Kreditkarte angewiesen. Beachten Sie aber, dass es dann häufig ein Fremdwährungsentgelt gibt, welches im Schnitt zwischen 1,50 und 1,75 Prozent liegt. Einige wenige Anbieter, wie Barclaycard oder Santander, bieten Ihnen auch Kreditkarten ohne Fremdwährungsgebühren.

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