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Funktion2018-12-08T08:40:17+00:00

Die Funktion einer Kreditkarte

In Deutschland gibt es rund 30 Millionen Kreditkarten. Das ist hört sich zwar viel an. Dennoch sind Kreditkarten im Gegensatz zu Girocards – landläufig auch als „EC-Karte“ bezeichnet – deutlich weniger verbreitet. Das hat vor allem zwei Ursachen. Der erste Grund ist, dass bis vor einiger Zeit viele Händler keine Zahlungen mit Kreditkarte akzeptierten, was sich mittlerweile aber geändert hat. Der zweite Grund ist, dass viele Verbraucher auch nicht genau wissen, wie eine Kreditkarte funktioniert. Schließlich haben sie ja eine Girokarte, wozu dann noch eine weitere Karte besitzen?!

In diesem Artikel beschreiben wir, wie eine Kreditkarte funktioniert, wer an einer Zahlung alles beteiligt ist und daran verdient.

Wie funktioniert eine Kreditkarte?

Generell ist eine Kreditkarte dazu da, damit Sie damit bezahlen können. Allerdings unterscheiden sie sich zur klassischen Girocard. Der Unterschied besteht vor allem darin, dass die meisten Kreditkarten einen Kreditrahmen enthalten. Innerhalb dieses Rahmens können Sie die Karte einsetzen. Die Höhe des Kreditrahmens ist vor allem abhängig von der Bonität des Kunden.

Es existieren dabei verschiedene Abrechnungsmodelle. Bei einigen Karten werden die Umsätze gesammelt und einmal monatlich von Ihrem Girokonto abgebucht. Bei anderen Abrechnungsmodellen können Sie die Umsätze auch in monatlichen Raten zahlen. Und wieder andere Kreditkarten ähneln sehr stark der Girocard, indem die Transaktionen unmittelbar Ihrem Girokonto belastet werden.

Welche Kreditkartenarten gibt es?

Im Gegensatz zu einer Girocard können Sie mit einer Kreditkarte auch im Internet bezahlen. Dazu geben Sie die Kreditkartennummer, das Ablaufdatum sowie die sogenannte CVC Nummer an. Manchmal ist zusätzlich noch die Eingabe eines Passwortes erforderlich.

Abgesehen vom Zahlungsverkehr, bieten insbesondere goldene Kreditkarten und Premiumversionen weitere Zusatzleistungen. Darunter fallen beispielsweise Reiseversicherungen, Vergünstigungen bei Partnern, Mietwagenversicherungen, das Sammeln von Flugmeilen oder Bonuspunkten usw.

Welchen Vorteil hat der Kreditrahmen?

Aber welchen Vorteil hat denn der Kreditrahmen, mag sich der eine oder andere von Ihnen jetzt fragen. Einerseits erhalten Sie damit ein zinsloses Darlehen. Denn wenn Sie beispielsweise am Monatsanfang mit der Kreditkarte bezahlen, bucht die Bank die Rechnung erst am Monatsende von Ihrem Konto ab. Bis dahin erhalten Sie quasi einen Kredit, der Sie nichts kostet. Vor allem wenn Sie häufiger den Dispokredit in Anspruch nehmen müssen, ist das eine perfekte Möglichkeit, um einiges an Dispozinsen zu sparen.

Doch der Kreditrahmen erfüllt noch einen weiteren Zweck. Jedes Mal, wenn Sie mit der Kreditkarte bezahlen, bürgt die Bank gegenüber dem Händler für die Zahlung. Mit anderen Worten: Entscheidend für den Händler ist nicht Ihre Bonität, sondern die des ausstellenden Kreditinstituts. Der Händler erhält eine Zahlungsgarantie. Da das Kreditinstitut dem Händler gegenüber allerdings keine unbegrenzte Garantie geben möchte, gibt es den Kreditrahmen. Innerhalb dieses Rahmens bürgt die Bank für Sie.

Das ist auch der Grund, warum Mietwagen- oder Fluggesellschaften sowie Hotels in der Regel auf die Zahlung per Kreditkarte bestehen. Ihnen wird die Zahlung garantiert, etwas, was es bei der Girocard nicht gibt. Wenn Sie im Anschluss die Kreditkartenabrechnung nicht zahlen können, so ist das nicht das Problem des Händlers, sondern der kartenausstellenden Bank. Im Ausland, insbesondere außerhalb Europas, ist das Zahlungssystem der Girocard nahezu unbekannt. Ohne Kreditkarte würden Sie da nicht weit kommen.

  • Innerhalb der Kreditrahmens können Sie frei verfügen
  • Sie erhalten einen zinslosen Kredit bis zur nächsten Abrechnung
  • Die Bank bürgt innerhalb des Kreditrahmens gegenüber dem Händler für die Zahlung

Wer ist alles an einer Kreditkartenzahlung beteiligt?

Für Sie als Verbraucher ist die Nutzung der Kreditkarte sehr bequem. Sie zahlen mit der Karte einfach beim Händler und alles Weitere erledigt sich irgendwie von selbst. Die einfache Funktionsweise der Kreditkarte für den Verbraucher ist auch der Grund für die immer größer werdende Akzeptanz. Bei einer Kreditkartenzahlung sind jedoch 5 Parteien beteiligt (der Einfachheit halber werden häufig nur 3 Parteien angeführt):

  • Sie als Kunde
  • Der Händler
  • Ihre Bank
  • Die Bank des Händlers
  • Die Kreditkartengesellschaft

Vereinfacht formuliert, setzt sich bei einer Zahlung die Bank des Händlers mit Ihrer Bank in Verbindung. Das geschieht aber nicht direkt, sondern über die Kreditkartengesellschaft als Vermittler. Die beiden größten Kreditkartengesellschaften der Welt sind Visa und Mastercard gefolgt von American Express. Mit einer Visa oder Mastercard Kreditkarte können Sie in Europa de facto überall dort bezahlen wo Kreditkarten akzeptiert werden.

Wenn Sie mit einer Kreditkarte bezahlen, dann fragt die Händlerbank also zunächst beim Kreditkartenunternehmen an, beispielsweise Visa. Visa wiederum wird sich mit Ihrer Bank in Verbindung setzen, die die Karte ausgestellt hat, zum Beispiel die comdirect Bank. Gibt die comdirect Bank dann grünes Licht, wird die Zahlung genehmigt. Das alles geschieht natürlich elektronisch und in Bruchteilen von Sekunden.

Welche Kosten entstehen bei einer Kreditkarte?

Für Sie als Kunden

Welche Kosten für Sie als Kunden entstehen, ist in erster Linie von der kartenausgebenden Bank abhängig bzw. für welche Kreditkarte Sie sich entscheiden. Es gibt sowohl kostenlose Kreditkarten als auch Kreditkarten mit einer Jahresgebühr. Kreditkarten mit einer Jahresgebühr treffen Sie vor allem im gehobenen Segment an, wie den bereits angeführten goldenen Kreditkarten. Es gibt jedoch auch eine ganze Reihe von kostenlosen Kreditkarten, wie sie insbesondere bei Direktbanken anzutreffen sind, so zum Beispiel die DKB Visa Card oder die ING Visa Card.

Für den bargeldlosen Zahlungsverkehr, sprich das Bezahlen im Laden oder im Internet, in Euro fallen keine Gebühren für Sie als Kunden an. Abhängig von der Vereinbarung mit Ihrer Bank, können jedoch Kosten auf Sie zukommen, wenn Sie in einer Fremdwährung zahlen sowie Bargeld am Geldautomaten abheben. An dieser Stelle können wir jedoch keine pauschale Aussage über die Gebührenhöhe treffen. Es gibt auch hier Anbieter, die Ihnen sämtliche Serviceleistungen kostenfrei ermöglichen, andere wiederum stellen Ihnen Gebühren dafür in Rechnung. Weiterhin könnten natürlich Kosten entstehen, wenn zum Zeitpunkt der Abrechnung Ihr Konto nicht gedeckt ist.

Für den Händler

Während Zahlungen in Euro für Sie immer kostenfrei sind, sieht das für den Händler anders aus. So muss der Händler für jede Kreditkartenzahlung einen bestimmten Prozentsatz an die Bank des Kunden bezahlen. Das geschieht dadurch, dass dem Händler bei der Gutschrift dieser Betrag bereits abgezogen wird. In der Fachwelt spricht man hier vom Disagio.

Früher betrugen diese Kosten bis zu 5 Prozent. Diese hohen Kosten für den Händler waren auch der Grund, warum viele Geschäfte keine Kreditkartenzahlungen akzeptierten. Sie schwanken dabei auch zwischen den Branchen. Doch vor einigen Jahren deckelte die EU diese Kosten erheblich. So dürfen mittlerweile nur die gleichen Gebühren belastet werden, die der Händler auch für das Akzeptieren der Girocard zahlt. Mit anderen Worten: Die Gebühren für den Händler liegen bei einer Kreditkartenzahlung nunmehr nur noch zwischen 0,2 und 0,3 Prozent. Das erklärt auch den starken Anstieg Kreditkartenakzeptanz in Deutschland. Die soeben erwähnte Regelung betrifft jedoch nur die Kreditkarten von Visa und Mastercard. Bei American Express sieht das anders aus, da American Express die Karten selbst herausgibt und nicht die Hausbank. American Express verlangt nach wie vor deutlich höhere Händlergebühren für Transaktionen.

An dieser Stelle nochmal der Hinweis, dass die in diesem Abschnitt erwähnten Kosten und Gebühren nur den Händler betreffen! Der Kunde bekommt von all dem nichts mit und kann kostenfrei bargeldlos in Euro zahlen.

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