
Anleger in Furcht: Bitcoin im Sinkflug. (Foto: Freepik, vedicsience)
Bitcoin (BTC) nur knapp über 80.000 Dollar, „extreme Angst“ auf den Krypto-Märkten – und Schock-Prognosen, die sich in ihren Abwärtspreiszielen immer weiter unterbieten: Ist die Lage wirklich so ernst, wie es den Anschein hat? Nicht jeder stimmt in den bärischen Singsang ein. Was sollten Anleger jetzt wissen?
Peter Brandt: Bullrun beendet – Anstieg auf $200K erst 2029
Es handelt sich um ein Blutbad – ohne Übertreibung: Ausnahmslos alle Kryptowährungen der Top-100 nach Marktkapitalisierung sind innerhalb der letzten 24 Stunden gefallen, die meisten davon im zweistelligen Prozentbereich. Die größten Verluste verzeichnen heute Canton Coin (CC, minus 22,75 Prozent), Telcoin (TEL, minus 20,38 Prozent) Story Coin (IP, minus 18,71 Prozent) und Injective (INJ, minus 18,29 Prozent, Daten von Coinmarketcap.com).
Die Schwäche bleibt nicht auf die kleineren Assets beschränkt – auch die Krypto-Elite sieht sich massiv unter Druck: Bitcoin (BTC) ist über Nacht auf 82.430 Dollar getaumelt (minus 10,09 Prozent), Ethereum (ETH) musste die $3K-Marke verlorengeben, notiert bei nur noch 2.685 Dollar (minus 10,72 Prozent) – und Cardano (ADA) fällt im gleichen Zeitraum satte 14,40 Prozent. Insgesamt hat die globale Krypto-Marktkapitalisierung seit gestern minus 9 Prozent eingebüßt, liegt damit aktuell bei nur noch 2,85 Billionen Dollar.
Für viele scheint der Fall nun klar: Die Bären sind los – die Bullen geben sich geschlagen. Doch trifft das wirklich zu? Sollten Anleger alle Hoffnung fahren lassen – oder können die Märkte das Ruder nochmal herumreißen? Tatsächlich gehen die Meinungen über die kommende Entwicklung weit auseinander. Wirklich bullish ist zwar kaum jemand mehr – viele Prognosen über die mittelfristige Entwicklung sehen aber auch Licht am Ende des Tunnels. Auf was sollten Anleger sich einstellen?
Miner unter Druck: Jacob King prognostiziert „großes Chaos“ für Bitcoin
Trading-Legende Peter L. Brandt beispielsweise ist überzeugt: Die Luft ist raus. In einer Bitcoin Prognose schreibt der prominente Charttechniker (seit 1975 aktiv) seinen mehr als 823.000 Followern auf X: Er sei langfristig bullish auf BTC – und der Krypto-Crash wäre das Beste, was der Kryptowährung hätte passieren können. Und dann folgt seine Prognose: „Der nächste Bullenmarkt bei Bitcoin sollte uns auf etwa 200.000 Dollar bringen. Das dürfte ungefähr im dritten Quartal 2029 der Fall sein.“
Für zahlreiche Anleger kommt das Preisziel samt Zeitfenster überraschend: Viele hatten einen spektakulären Jahresausklang erwartet – mit stark steigenden Kursen und massivem Momentum. Jetzt soll der Bullrun bereits vorbei sein – und ein mehrjähriger Bärenmarkt folgen? Brandt lag mit seinen Marktzyklus-Analysen in der Vergangenheit häufig richtig. Seine Bitcoin Prognose samt Bärenmarkt-Call sorgt deshalb für Aufsehen.
Deutlich drastischer äußert sich der populäre Finanz-Analyst Jacob King: Er rechnet mit völligem Chaos in den kommenden Monaten – ausgelöst durch sinkende Profitabilität beim Bitcoin-Mining. Hintergrund: Gegenwärtig kostet das Schürfen eines einzigen Bitcoins rund 112.000 Dollar – der Marktpreis hingegen ist auf nur noch 83.000 Dollar gefallen. Ein enormes Ungleichgewicht, dass es so seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr gegeben hat. King warnt: Es sei nur eine Frage der Zeit, bis die Miner gezwungen sind, den Betrieb einzustellen – und ein „Kettenabsturz“ folge.
On-Chain-Daten: Nur eine Korrektur – und kein Crash?
Ein moderateres Bild zeichnet Top-Analyst Benjamin Cowen. Er legt zwar nahe, dass Bitcoin sich gegenwärtig in einem Bärenmarkt befinden könnte – rechnet jedoch schon deutlich früher als Brandt wieder mit steigenden Kursen. Seine Prognose: „Bärenmärkte bei Bitcoin dauern für gewöhnlich ein Jahr.“ Den Berechnungen zufolge könnte der mögliche Tiefpunkt bereits im Oktober 2026 erreicht sein. Immerhin.
Noch nichts von einem Bärenmarkt wissen wollen hingegen die On-Chain-Analysten von Glassnode. Kurz für Uneingeweihte: On-Chain-Experten sind Marktbeobachter, die Daten direkt aus der Bitcoin-Blockchain auswerten. Dazu zählen kritische Informationen wie Transaktionsvolumen, Wallet-Bewegungen, Miner-Aktivität, Liquidität oder langfristiges Halteverhalten. Anhand dieser Metriken ist es möglich, Marktzyklen, Trends und eventuelle Wendepunkte objektiver einzuschätzen als über die Charts.

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Was sagt also der Bitcoin-Deep-Dive über die Märkte? „In der Vergangenheit gingen solche Rückgänge mit wertorientierten Phasen einher, in denen sich der Preis konsolidierte und die Nachfrage zu steigen begann“, schreiben die Marktforscher. Sprich: In früheren Bullenmärkten konnte sich Bitcoin von vergleichbaren Rücksetzern wieder erholen. Ebenso wenig die Flinte ins Korn werfen wollen die Krypto-Strategen von „Bitcoin Vector“: Deren Prognose zufolge deuten makroökonomische Signale darauf hin, „dass wir uns in der späten Phase der aktuellen Korrektur befinden“ – und nicht in einem tieferen Bärenmarkt. Der jüngste Krypto-Crash stellt demnach lediglich eine normale, wenn auch schmerzhafte Marktbereinigung innerhalb eines übergeordneten Aufwärtstrends dar.
Kurzum: Die Spannbreite der Bitcoin-Prognosen könnte momentan kaum größer sein. Nur die Zeit wird zeigen, wer richtig liegt – feststeht aber bereits: Die Unsicherheit im Markt war schon lange nicht mehr so groß.
Disclaimer:
Der Autor und/oder verbundene Personen oder Unternehmen besitzt Kryptocoins, unter anderem auch Bitcoins. Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.
Über den Autor
Jannis Grunewald ist zum ersten Mal 2015 in Kontakt mit dem Bitcoin gekommen, seitdem lässt ihn das Thema Kryptowährungen nicht mehr los. Er schreibt als freier Autor für Krypto-Publikationen.
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