
Bullenmarkt? Trotz massiver Kurssprünge bei Bitcoin und Ethereum warnen einige Experten vor einem möglichen Absturz im Herbst 2026. (KI-Bild: Magnific.com, abdulkalammontri)
Die Bullen sind zurück auf den Krypto-Märkten: Bitcoin (BTC) hat in nur 7 Tagen mehr als 14.000 Dollar zugelegt – von 63.100 auf derzeit 77.800 Dollar, ein Plus von satten 23,77 Prozent. Der US-Vermögensverwalter VanEck legt nun eine Mega-Prognose nach: 500.000 Dollar pro Bitcoin, und zwar bis 2029. Übertreibt die Wall Street – oder hat der nächste Bullenmarkt bereits begonnen?
„Willkommen im Bullenmarkt für Kryptowährungen“
Noch wirken viele Anleger zögerlich-ekstatisch – zu oft sind die Kurse nach einem Pump zum Crash übergegangen. Und doch sind immer mehr Analysten nun überzeugt: Diesmal ist es echt, der Ausbruch, das Momentum, die Gewinne im fünfstelligen Bereich. „Meine Damen und Herren, ich möchte Sie herzlich im Bullenmarkt für Kryptowährungen und Bitcoin willkommen heißen“, schreibt etwa der populäre Chartist Michaël van de Poppe seinen mehr als 820.000 Followern auf X.
Tatsächlich schraubt sich nicht nur die Krypto-Leitwährung explosiv aufwärts, auch viele Altcoins legen massiv zu – allen voran Ethereum, die zweitwertvollste Kryptowährung: Die notiert nach einem Wochen-Pump von plus 26,59 Prozent bei gegenwärtig 2.371 Dollar. Ebenso performant: Ethena (ENA) mit plus 53,31 Prozent in 7 Tagen, KI-Coin Venice Token (VVV, plus 38,31 Prozent) sowie Memecoin SPX6900 (SPX, plus 37,18 Prozent).
Prognose: 500.000 Dollar pro BTC – in weniger als zweieinhalb Jahren
Für das größte Aufsehen sorgt derweil eine neue Bitcoin-Prognose von VanEck: 500.000 Dollar pro BTC bis 2029 – das hält der renommierte US-Vermögensverwalter in diesem Run für möglich. Als Treiber sieht das Haus vor allem die jüngsten Eingriffe des US-Finanzministeriums am Anleihemarkt: Washington hat die Rückkäufe langfristiger US-Staatsanleihen deutlich ausgeweitet und damit für Entspannung bei den Renditen gesorgt – positiv für Bitcoin. Tatsächlich versucht das US-Finanzministerium unter Scott Bessent derzeit, den starken Anstieg der langfristigen Anleiherenditen einzudämmen – ein zentraler Zünder der jüngsten Bitcoin-Rallye, wie auch Bloomberg analysiert.
Brisant an der Prognose: Bis 2029 bleiben weniger als zweieinhalb Jahre. Geht die Rechnung auf, rücken anschließend sogar die „1 Million ab 2030“-Szenarien anderer Analysten in Reichweite.
„Alles nur Hopium“? Die Gegenstimmen
Je stärker der Anstieg, desto lauter die Skeptiker. Bloombergs Senior-Stratege Mike McGlone positioniert sich seit Monaten bearish, hält sogar einen Rückgang auf 10.000 Dollar für möglich – und bleibt auch jetzt bei seiner Linie: „Das ist lediglich ein Zwischenhoch innerhalb der Bereinigung. Alles nur Hopium“, kommentiert McGlone in seiner Prognose. Bis Ende 2026 rechnet er mit einer harten Korrektur. Wohlgemerkt: Den Horror-Crash auf 10.000 sagt McGlone gefühlt mehrmals im Jahr voraus – eingetreten ist er bislang nie.
2 Punkte sollten Anleger dennoch berücksichtigen. Erstens zählt der August historisch zu den schwächsten Bitcoin-Monaten überhaupt. Oft folgt eine Korrektur, bevor die Märkte wieder anziehen. Zweitens ist die aktuelle Rallye zu großen Teilen ein Short-Squeeze: Rekordverdächtige 2,7 Milliarden Dollar wurden zwangsliquidiert. Sprich: Die erzwungenen Rückkäufe haben die Rallye zusätzlich angefacht, echte Neukäufer lassen weiterhin auf sich warten. Viele erfahrene Anleger steigen deshalb nicht bei explodierenden Kursen ein, sondern positionieren sich in Ruhephasen – oder bei einer Korrektur. Genau die hält auch Benjamin Cowen für wahrscheinlich.

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Bitcoin im Oktober unter 60.000 Dollar?
Der populäre US-Analyst warnt: Die Rally könnte sich als Bullenfalle entpuppen – die On-Chain-Daten würden bislang keinen vollständigen Reset zeigen. In einer neuen Bitcoin-Prognose führt der Chartist mit mehr als 1,2 Millionen Followern auf X aus: Vergleichbare Marktphasen – etwa 2018 und 2022 – sind im 4. Quartal häufig in heftige Ausverkäufe übergegangen. Bedeutet: Bis Mitte Oktober droht ein finaler Rücksetzer – potenziell Richtung 60.000 Dollar oder tiefer.
Cowen steckt zwar wie üblich viel Kritik für die bearishe Prognose ein. Seine bisherige Trefferquote gibt ihm allerdings Rückendeckung – Cowen gilt als präzise. Auf was sollten Anleger sich kurzfristig also einstellen? Van de Poppe beispielsweise blickt auf die 83.000-Dollar-Marke: Hier würden die Märkte voraussichtlich „ins Stocken geraten“ – eine Phase der Konsolidierung ist wahrscheinlich. Es sei auch der Bereich, an dem sich bestätigen werde, „dass der Bärenmarkt vorbei ist“. Die nächsten Tage dürften es also in sich haben.
Disclaimer:
Der Autor und/oder verbundene Personen oder Unternehmen besitzt Kryptocoins, unter anderem auch Bitcoins. Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.
Über den Autor
Jannis Grunewald ist zum ersten Mal 2015 in Kontakt mit dem Bitcoin gekommen, seitdem lässt ihn das Thema Kryptowährungen nicht mehr los. Er schreibt als freier Autor für Krypto-Publikationen.
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