
Nach massiven ETF-Abflüssen im Juni nutzen Großinvestoren die niedrigen Bitcoin-Kurse für historische Zukäufe. (Foto: Magnific.com, sergiorojo)
Satte 20 Prozent Verlust in einem Monat, das dritte Minus-Quartal in Folge, der Kurs immer wieder auf mehrjährigen Tiefstständen: Bitcoin (BTC) hat zwar die schlimmsten Wochen seit dem FTX-Kollaps im November 2022 hinter sich. Doch die On-Chain-Daten zeichnen ein völlig anderes Bild: Krypto-Wale nutzen die günstigeren Preise nämlich – und kaufen so viele Bitcoin wie noch nie! Was wissen die Großinvestoren, was der Rest des Marktes übersieht?
Bitcoin-ETFs verzeichnen Abflüsse – Krypto-Wale kaufen nach
Die Zahlen sind brutal: Bitcoin büßte im Juni 20 Prozent ein, ging von 73.500 Dollar runter auf 58.500 Dollar – der schwächste Monat seit Jahren. Q2: das dritte Minus-Quartal in Folge. Auch die institutionellen Anleger kapitulieren: Aus den US-Spot-ETFs sind im Juni mehr als 4 Milliarden Dollar abgeflossen – so viel wie nie seit dem Start der Produkte 2024. Hierbei führend: BlackRocks Marktführer IBIT. „Der BlackRock-ETF hat im Juni Bitcoin im Wert von 3,55 Milliarden Dollar verkauft. Der GRÖSSTE monatliche Abfluss aller Zeiten“, schreibt Branchenbeobachter Ash Crypto seinen mehr als 2,1 Millionen Followern auf X.
Bullish für Anleger ist aber: Genau diesen Ausverkauf nutzen Wale – und zwar in historischem Ausmaß. 270.000 BTC haben die Großanleger akkumuliert – günstig eingekauft bei Kursen um 59.000 Dollar. „Die größte einzelne Akkumulations-Spitze, die je [auf der Blockchain] gemessen worden ist. Größer als am Covid-Boden (150.000 BTC). Größer als am FTX-Boden (180.000 BTC)“, ergänzt der populäre KI-Analyse-Agent aixbt. Brisant daran: Beide Kaufzonen haben sich im Nachhinein als Gelegenheiten des Jahrzehnts erwiesen.
Die Liste der positiven Signale ist damit nicht zu Ende. So sind die Bitcoin-Bestände auf den Handelsplattformen gerade auf ein 7-Jahres-Tief gefallen, Langfrist-Halter sitzen mit 16,1 Millionen BTC auf einem Rekordbestand – und Unternehmen haben 2026 bereits mehr als 175.000 BTC in ihre Bilanzen geholt. Auch auf der Makro-Ebene tut sich was: Laut einer Analyse der größten US-Kryptobörse Coinbase arbeiten inzwischen über 100 Staaten an souveränen Bitcoin-Strategien – und nur 2 davon haben ihre Bestände bislang offengelegt. Bereiten sich die Märkte auf eine spektakuläre Aufwärtsbewegung vor – oder ist das Momentum mehr Schein als Sein?
Prognose: Bullenfalle oder neuer Aufwärtstrend?
Zumindest die Historie spricht für die Wale: Sowohl im März 2020 als auch im November 2022 haben vergleichbare Akkumulations-Wellen exakt den Tiefpunkt markiert – wer den Großinvestoren damals gefolgt ist, konnte seinem Kapital bei der Vervielfachung zusehen. Was man allerdings berücksichtigen sollte: Das aus den ETFs abgezogene Geld ist in Halbleiter-Aktien rotiert – ob das so schnell gen Krypto fließt, bleibt abzuwarten.
So oder so gibt sich der Markt kurzfristig nervös. Langfristig gilt jedoch: Noch nie haben so viele vermögende Top-Investoren bei so schwachen Kursen zugegriffen. Folgt Bitcoin dem Muster der letzten Jahre, könnte also auch die jüngste Schwäche bald der Vergangenheit angehören.
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„Nix gewusst“: Trump kassiert 635 Millionen mit seinem Memecoin
Es dürfte der lukrativste Nebenverdienst der Weltgeschichte sein: Donald Trump hat 2025 mehr als 635 Millionen Dollar an Lizenzgebühren für seinen Memecoin $TRUMP kassiert – für einen Token ohne Produkt, ohne Geschäftsmodell, ohne erkennbaren Zweck. Das geht aus der 927 Seiten starken Finanzoffenlegung hervor, die der US-Präsident gerade Ende Juni bei der US-Ethikbehörde eingereicht hat. Insgesamt summieren sich seine Krypto-Einnahmen auf mehr als 1,4 Milliarden Dollar – dazu zählen weitere 236 Millionen Dollar aus Token-Verkäufen und 65 Millionen Dollar aus dem Familien-Projekt World Liberty Financial (WLFI).
Das Geschäftsmodell ist von bestechender Eleganz – zumindest mafiös betrachtet: Der Coin startet 3 Tage vor der Amtseinführung, rund 80 Prozent des Angebots liegen bei Insidern – und bei jedem einzelnen Trade klingelt die Kasse des Herausgebers. Dem gegenüber stehen die Fans: 764.000 Wallets notieren im Minus, Kleinanleger haben mit dem Coin mehr als 700 Millionen Dollar verloren.
Und der Präsident? Gibt sich ahnungslos. Er habe nichts gewusst, er mische sich da nicht ein, so Trump auf Nachfragen von Journalisten – um das Geschäft würden sich schließlich seine Söhne kümmern. Ein Schelm, wer sich an dieser Stelle fragt, warum ausgerechnet die Regierung, die Memecoins reguliert, an einem Memecoin mitverdient. Immerhin: Die Offenlegung schafft Transparenz – die 764.000 Wallet-Besitzer wissen jetzt wenigstens ganz genau, wohin ihr Geld geflossen ist.
Disclaimer:
Der Autor und/oder verbundene Personen oder Unternehmen besitzt Kryptocoins, unter anderem auch Bitcoins. Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.
Über den Autor
Jannis Grunewald ist zum ersten Mal 2015 in Kontakt mit dem Bitcoin gekommen, seitdem lässt ihn das Thema Kryptowährungen nicht mehr los. Er schreibt als freier Autor für Krypto-Publikationen.
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