
Während Experten das Ende des Abwärtstrends feiern, birgt der September historische Kursrisiken für Kryptowährungen. (Foto: Freepik, graphicmoon)
Die Märkte werden munter: Bitcoin (BTC) klettert über $82K, mehr als 100 Milliarden Dollar fließen binnen 24 Stunden gen Krypto – die Gesamtbewertung erreicht ein 7-Monats-Hoch. Der populäre US-Experte Scott Melker sieht den Abwärtstrend am Ende, Promi-Analyst PlanB stellt „höhere Preise“ in Aussicht. Doch ausgerechnet jetzt beginnt der historisch schwächste Bitcoin-Monat – und ein bekannter Trader sagt einen baldigen Flash-Crash voraus. Wie tief wird es gehen?
Bitcoin über 82.000 Dollar: „Jetzt heißt es aufpassen“
Für US-Krypto-Experte Scott Melker besteht kein Zweifel: Jetzt wird’s ernst – Bitcoin steht kurz davor, seinem Abwärtstrend den Todesstoß zu verpassen. Kurzfristig zählt ein Wochenschluss über 82.814 Dollar, denn: Der würde „den bearishen Trend samt den meisten Bären-Argumenten aus technischer Sicht offiziell beenden“, so der Ex-Trader („The Wolf of All Streets“) in einer Prognose.
Die Zahlen unterstützen den Optimismus: Bitcoin legt binnen vier Wochen plus 26,58 Prozent zu, schraubt sich über 82.000 Dollar. Satte 135 Milliarden Dollar sind innerhalb der letzten 24 Stunden in den Krypto-Markt geflossen – das Momentum beschert der Marktkapitalisierung den höchsten Stand seit mehr als 7 Monaten. Top-Performer unter den Altcoins: Ethereum (ETH, plus 4,25 Prozent) klettert über 2.510 Dollar, Ripples XRP (plus 5,97 Prozent) drängt zurück zum August-Hoch von 1,66 Dollar. Auf den hinteren Rängen hingegen legen DEX-Token Hyperliquid (HYPE, plus 4,74 Prozent) und Privacy-Coin Zcash (ZEC, plus 15,41 Prozent) ordentlich zu.
PlanB, Erfinder des berühmten Stock-to-Flow-Modells, sieht nun ebenfalls die Wende: Bitcoin notiere über dem kritischen 200-Wochen-Durchschnitt, die Mehrzahl aller Coins liege wieder im Gewinn. „Ich erwarte ab hier höhere Preise“, so der Holländer überzeugt an seine mehr als 2,1 Millionen Follower auf X.
September-Fluch: Kommt der Flash-Crash?
So weit, so bullish – dennoch fragen sich viele Anleger: Reicht das Momentum wirklich aus, um jetzt schon den Bullenmarkt auszurufen? Was dagegen spricht: Der September ist mit durchschnittlich -3,1 Prozent historisch der schwächste Monat für Bitcoin – und noch nie hat die Krypto-Leitwährung nach einem starken August einen positiven September verzeichnet. Bloomberg registriert zudem eine wackelige Nachfrage aus den USA: Der Ausbruch über 80.000 Dollar ist zunächst ins Stocken geraten, weil die US-Notenbank weiterhin auf der Bremse steht. Lässt der explosive Anstieg Richtung Allzeithoch womöglich noch etwas auf sich warten?
Das glaubt der beliebte Krypto-Trader Ansem – er rechnet mit einem Flash-Crash „irgendwann im September, aber von höheren Kursen aus“. Wie tief kann Bitcoin demnach fallen? Ansem spekuliert: Die 74.000-Dollar-Marke hält. „Ich glaube nicht, dass wir darunter fallen“, kommentiert der Analyst. Was man berücksichtigen sollte: Ein Rutsch auf 74.000 Dollar entspräche vom aktuellen Niveau aus einem Minus von rund 10 Prozent – in einem jungen Bullenmarkt nichts Ungewöhnliches. Steht die nächste Kaufgelegenheit also vor der Tür, bevor BTC Richtung Allzeithoch enteilt?

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Gemeinde in Norwegen verjagt Bitcoin-Miner
3 Jahre lang kämpfen die Bewohner von Stokmarknes im Norden Norwegens gegen eine örtliche Bitcoin-Mining-Anlage – der lauten Lüfter wegen, heißt es. Im September 2024 ist es geschafft: Die Gemeinde Hadsel verlängert die Genehmigung des Betreibers nicht, die Rechner gehen vom Netz. „Wir sind sehr, sehr glücklich in Hadsel“, jubelt Bürgermeister Kjell-Børge Freiberg. Doch die Freude währt nur kurz, denn die Anlage ist mit Abstand der größte Kunde des lokalen Netzbetreibers. 20 Prozent seiner Einnahmen entfallen auf den Miner. Jahresverbrauch: 80 Gigawattstunden, das entspricht 3.200 Haushalten.
Als der Miner die Segel streicht, verteilen sich die Netzkosten auf alle anderen: Der Stromversorger hebt die Preise für die Haushalte um mehr als 20 Prozent an – umgerechnet bis zu 270 Euro mehr pro Jahr und Haushalt. Ein neues Datenzentrum will Bürgermeister Freiberg trotzdem nicht: Man wolle „Industrie, die Werte schafft“. Der überschüssige Strom fließt seither ungenutzt ins Nichts – die Rechnung dafür kommt trotzdem.
Disclaimer:
Der Autor und/oder verbundene Personen oder Unternehmen besitzt Kryptocoins, unter anderem auch Bitcoins. Dieser Beitrag stellt eine Meinungsäußerung und keine Anlageberatung dar.
Über den Autor
Jannis Grunewald ist zum ersten Mal 2015 in Kontakt mit dem Bitcoin gekommen, seitdem lässt ihn das Thema Kryptowährungen nicht mehr los. Er schreibt als freier Autor für Krypto-Publikationen.
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