Verlage im Kurzportrait – DuMont

Das Geschäft mit der Frankfurter Rundschau lief für den DuMont Verlag nicht rund (Foto: Pixabay)

Der DuMont Verlag – vom Buchhändler zum „Allrounder“

Wer heute durch Buchhandlungen schlendert und an der ein oder anderen Stelle den Hinweis auf den bekannten DuMont Verlag sieht, weiß vielleicht nicht, dass die Wurzeln dieses Unternehmens bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts reichen. Damals, als es noch zum Alltag gehörte, auf die „aktuellen“ Neuigkeiten bis zum Druck bzw. Verkauf der nächsten Zeitung warten zu müssen, startete eine Branchenkarriere, die bis heute zu den erfolgreichsten der Geschichte gehört.

Doch wo liegen eigentlich die Wurzeln eines Unternehmens, welches heute in so vielen literarischen Bereichen tätig ist? Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass es durchaus möglich ist, aus einem vermeintlich „kleinen“ Projekt eine ökonomische Höchstleistung zu schaffen.

DuMont und seine Anfänge

Auch wenn der DuMont Buchverlag erst in der Mitte der 1950er Jahre gegründet wurde, so reichen seine Wurzeln, wie anfangs erwähnt, noch weiter in die Vergangenheit. So war es Marcus DuMont, der im Jahre 1805 die Kölnische Zeitung übernahm, nachdem er als Buchhändler in Köln gearbeitet hatte. Er ist es auch, dem der Verlag seinen heutigen Namen verdankt. Durch die Übernahme der Kölnischen Zeitung war der Weg ins Zeitungsgeschäft geebnet.

Die weiteren Entwicklungen gestalteten sich vergleichsweise schnell. Während sich der DuMont Verlag nach seiner Gründung zunächst ausschließlich auf Kunstbücher und Kalender fokussierte, wurde das Programm im Laufe der Jahre kontinuierlich erweitert. Eine besondere Zäsur stellt hier die Entwicklung im Bereich „Reiseführer“ in den 70ern dar. Kurz vor der Jahrtausendwende wurde auch damit begonnen, literarische Werke zu verlegen.

Betriebliche Entwicklungen – ein Blick hinter die Kulissen

Mit den erwähnten Veränderungen wurde selbstverständlich auch eine immer größere Zielgruppe angesprochen. Der Verlag richtete sich neu aus und basierte ab den 2000er Jahren auf drei Säulen: dem DuMont Literatur- und Kunstverlag, dem DuMont Reiseverlag und dem DuMont monte.

Eine Übernahme durch den Mair Verlag fand dann im Jahre 2004 statt. DuMont monte, agiert seither als Schwesterverlag.

Der DuMont Verlag als Allrounder für Literaturfans

Das Sortiment des DuMont Verlages war -gesamt gesehen- noch nie so breitgefächert wie heute. So konzentriert sich das Unternehmen auf die Bereiche Literatur-, Kunst- und Sachbücher und das nationale und internationale Geschäft.

Dieses wurde im Jahre 2010 unter anderem auch durch ein eigenes Taschenbuchprogramm ergänzt. Weiterhin sorgen Bestseller in regelmäßigen Abständen dafür, dass der Verlag auch in medialer Hinsicht eine tragende Rolle spielt.

Und dennoch: der Bezug zu den ursprünglichen Wurzeln ist auch nach Übernahme und Erweiterung des Programms immer noch da. So sind es vor allem auch immer wieder die hochwertigen Kunstbände und Illustrationen, die den Namen „DuMont“ tragen. Wer sich nicht nur mit den klassischen Bestseller Listen, sondern auch mit einschlägigen Auszeichnungen im Bereich Kunst auseinandersetzt, stößt immer wieder auf den Namen eines Unternehmens, welches es offensichtlich geschafft hat, sich dem Zeitgeist anzupassen, ohne seine Wurzeln zu vergessen.

Rückschläge

Wer sich jedoch mit der Geschichte des DuMont Verlages befasst, erkennt jedoch in der Regel auch schnell, dass es auch hier die „perfekte Erfolgsgeschichte“ nicht zu geben scheint. Als klassisches Beispiel eines Rückschlags gilt heutzutage immer noch der Versuch, die Frankfurter Rundschau zu sanieren, da diese rote Zahlen schrieb. Grund hierfür war das rückläufige Geschäft mit Stellenanzeigen. Der ursprüngliche Plan, im Jahre 2013 wieder den Weg zurück in die schwarzen Zahlen zu finden, konnte dementsprechend nicht eingehalten werden.

Für öffentliche Äußerungen, es wäre auch möglich, dass die Frankfurter Rundschau aufgrund der Entwicklungen verkauft werde, wurde der Verlag von einigen Stellen kritisiert.

Die große Rolle, die der DuMont Verlag gerade mit Hinblick auf das Zeitungsgeschäft spielte, zeigte sich hier auf eindrucksvolle Weise. Oder anders: wenn ein so großer Verlag offensichtlich unter den Entwicklungen des Internet bzw. der virtuellen Konkurrenz zu leiden hatte, musste die Bedrohung auch für kleinere Verlage extrem hoch sein.

Inhalte anstelle von Bezahlschranken

Während andere Entscheidungsträger darauf setzen, Leser -beispielsweise auf der Basis von Abonnements- für bestimmte Inhalte zahlen zu lassen, entschied sich der DuMont Verlag für eine andere Taktik. Hier wurde auf den publizistischen Aspekt Wert gelegt. Oder anders: hochwertige Inhalte sollten das Blatt für die Leserschaft wieder attraktiver machen. Somit wurden nicht etwaige Erlöse, sondern vielmehr die Reichweite in den Fokus gerückt.

Und wer weiß? Vielleicht handelt es sich hierbei um einen der Gründe dafür, dass die Frankfurter Rundschau noch heute besteht?

Bücher im Internetzeitalter

Gerade mit Hinblick auf die Tatsache, dass es heute immer beliebter zu werden scheint, Bücher herunterzuladen als diese haptisch vor sich zu wissen, bleiben die kommenden Entwicklungen auch mit Hinblick auf den DuMont Verlag interessant.

Denn: liebevoll illustrierte Bildbände, Reiseführer und Co. können ihren wahren Zauber doch nur dann entfalten, wenn sie aufgeschlagen, durchgeblättert und mit allen Sinnen erlebt werden, oder? Dementsprechend dürfte sich sicherlich auch in Zukunft zeigen, dass manche Dinge, wie der Genuss besonderer Bücher, sicherlich schwer (bzw. gar nicht) auf virtuelle Weise ersetzt werden können.


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Von |2018-12-07T16:00:14+00:007. Dezember 2018|Kategorien: Medien|0 Kommentare

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