Der heutige Stand: Was aus der Reduzierung von Treibhausgasen wirklich wurde

Treibhausgase und die Ozonschicht – Wie die Lage heute ist (Foto: Pixabay)

Gerade mal zehn Jahre ist es her, seit die Klima-Forscher A. R. Ravishankara, John S. Daniel und Robert W. Portmann das Ergebnis ihrer Studie bezüglich der Wirkung von Lachgas auf die Ozonschicht im Science-Magazin, der Fachzeitschrift der amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Naturwissenschaften veröffentlichten. Demnach war für die drei Forscher Di-Stickoxid (N2O) die bedeutendste Quelle ozonschädlicher Emissionen.

Erst Mitte der siebziger Jahre wurde festgestellt, dass Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) in der Atmosphäre dafür sorgen, dass die Ozonkonzentration rapide abnimmt. Je dünner diese Schicht ist, desto größer wird der UV-B- und -C-Anteil der Sonnenstrahlung, die bis zum Erdboden gelangt. Die UV-B-Strahlung mit einer Wellenlänge von 280-315 nm wird mitverantwortlich gemacht für Hautkrebs-Erkrankungen.



Diese Erkenntnisse über FCKW haben dazu geführt, dass das Montrealer Protokoll über Stoffe, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen im Herbst 1987 von allen Staaten unterzeichnet wurde. Dadurch wurde verbindlich festgelegt, dass der Einsatz von FCKW umgehend drastisch zu reduzieren ist. Das Protokoll wurde seither mehrfach um weitere schädliche Stoffe ergänzt und um neue Regeln erweitert. Und die Staaten haben sich an das Protokoll gehalten.

Ozon entsteht in der Stratosphäre, jenem Bereich, der zwischen 20 und 50 km von der Erdoberfläche entfernt ist. Dort spaltet das ankommende UV-Licht der Sonne den Sauerstoff (O2) in der Luft auf, wodurch sich diese Teile (O) wiederum an andere Sauerstoffteile andocken und dadurch Ozon (O+O2=O3) entsteht.

Der Treibhauseffekt

Bereits vor zweihundert Jahren wurde der Treibhauseffekt vom französischen Mathematiker Jean Baptiste Joseph Fourier entdeckt. Die systematische Erforschung dieses Effektes begann allerdings erst in den Sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Der Effekt beschreibt die Wirkung von Gasen in der Atmosphäre auf Temperaturen am Boden. Die Atmosphäre lässt die kurzwelligen Strahlen der Sonne durch bis zur Erdoberfläche, wo diese sie erwärmt und dadurch langwellige Infrarotstrahlung  entsteht, die aufsteigt und eben nicht von der Atmosphäre durchgelassen wird, da diese von der vorhandenen Ozonschicht (O3) reflektiert werden, wodurch sich die Erde langsam aber sicher aufheizt.



Die Klimaforscher haben schon sehr früh die treibende Kräfte in diesem Naturspiel entdeckt. Es sind dies die Treibhausgase Distickstoffmonoxid, Kohlenstoffdioxid, Methan, Ozon und Wasserdampf. Auch wenn die drei oben genannten Forscher vor zehn Jahren der Meinung waren, dass N2O den höchsten Anteil daran habe, wurde dies in der Zwischenzeit relativiert.

Wichtige Treibhausgase

Das wichtigste Treibhausgas ist weiterhin Kohlendioxid (CO2). Das entsteht seit eh und je, wenn Lebewesen atmen. Und es entsteht, wenn wir fossile Brennstoffe verbrennen. Beides lässt sich leider nicht verhindern – es sei denn, wir bringen uns alle um oder wir erfrieren, beziehungsweise verhungern.

An zweiter Stelle steht Methan (CH4). Es ist ein geruchloses Gas, welches in der Natur vorkommt, wie etwa im Erdgas. Methan wird in der Erdatmosphäre zu Kohlenstoffmonoxid und oxidiert dort dann zu Kohlenstoffdioxid (CO2). Es wird auf der Erde ständig neu produziert und bildet sich auch beim Faulen organischer Stoffe unter Luftabschluss. Methan entsteht ständig in der extensiven Landwirtschaft und bei der Massen-Tierhaltung.



Weil sein Anteil am Treibhauseffekt „nur“ auf rund sechs Prozent geschätzt wird, steht das Treibhausgas Distickstoffmonoxid (N2O) erst an dritter Stelle. Das Gas kennt man unter dem Begriff Lachgas. Auch hier ist der Hauptproduzent der Mensch, der durch den hohen Einsatz von Dünger in der intensiven Landwirtschaft dafür sorgt, dass das Gas sich dort freisetzt und in die Atmosphäre gelangt. Auch wenn es nur auf Platz drei steht, ist Lachgas in seiner Klimawirkung leider rund 300-mal stärker als Kohlendioxid und zwölfmal stärker als Methan. Hinzu kommt, dass die Erzeuger von Lachgas bei weitem nicht so leicht ausfindig zu machen sind wie beim FCKW.

Wechselwirkungen

Die drastische Reduktion von FCKW ging einher mit einem rapide erhöhten Anstieg von Lachgas (N2O). Die zunehmende Stickstoffdüngung in der Landwirtschaft – mit dem Ziel höherer Erträge – führte zu einem erhöhten Anstieg von Lachgas, ebenso wie die vermehrte Herstellung von Biokraftstoffen, bei denen hinzukommt, dass die Klimabilanz der umgewandelten Agrar-Anbauflächen schlecht aussieht, sprich bei der Kultivierung dieser Gebiete fällt COan.


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Von |2019-01-08T19:47:17+00:008. Januar 2019|Kategorien: Panorama, Wissen|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Martin 8. Januar 2019 um 23:03 Uhr - Antworten

    Bedeutet dies, dass vor allem die Reduzierung der Nutzung von FCKW die moderate globale Erwärmung seit 1990 verursacht hat ?
    Der Artikel impliziert dies ohne es explizit zu sagen.

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