Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) – wird nun „alles“ anders?

Annegret Kramp-Karrenbauer oder kurz „AKK“ bei einer Rede (Foto: Olaf Kosinsky / Wikipedia)

Ein paar Tage sind nun vergangen, seit „AKK“ zur neuen CDU Vorsitzenden gewählt wurde. Die ersten lustigen Videos über einen schwer auszusprechenden Namen haben die bekannten Plattformen passiert. Zeit, sich ernsthaft Gedanken darüber zu machen, was bzw. ob sich etwas an der CDU Spitze ändern wird. Fest steht: die Verantwortung, die auf AKKs Schultern liegt, ist groß.

Viele trauen ihr zu, das Beliebtheitsimage der Partei aufzupolieren, andere zeigen sich weniger optimistisch und vertreten die Meinung „Es ändert sich sowieso nichts.“. Fakt ist jedoch auch, dass das Potenzial zur Veränderung sicherlich so hoch ist, wie schon lange nicht mehr. Interessant wird unter anderem sicherlich auch, wie sich das Verhältnis zur AfD, bzw. der entsprechende Machtkampf, weiterentwickeln wird.



Gibt es einen klassischen AKK-Kurs?

In Medienberichten wirkt es zumindest so, als hätte AKK einen fixen Plan darüber, wie die Politik ihrer Partei unter ihrer Führung aussehen soll. Fast schon möchte man von einem Neuanfang sprechen. Die Vorsätze? Genaugenommen unterscheiden sich zumindest die theoretischen Pläne nicht allzu deutlich von denen ihrer Vorgängerin. Es scheint, als könne auch AKK nur wenig bis gar nichts mit Stammtischsprüchen, populistischem Reden und plumpen politischen Aussagen anfangen. Fast schon nüchtern (und manchen vielleicht auch ZU sachlich) kommt sie daher. Vielleicht ist aber auch genau das das Geheimnis, das die Partei aus ihrer Krise führen wird. Kein komplett neuer Kurs, stattdessen eine neue Führungspersönlichkeit, die auf die Werte setzt, die von vielen immer noch mit der CDU verbunden werden, hier und da jedoch für das Volk nicht mehr greifbar waren.

Besonders interessant erscheint in diesem Zusammenhang auch der direkte Vergleich zu Friedrich Merz, der -wie bekannt- ebenfalls um den Vorsitz der Partei kämpfte. Hier von einem „Schwarz“ oder „Weiß“ zu sprechen, wäre sicherlich übertrieben. Immerhin vereinen beide Figuren auf ihre Weise eine Meinung, die sich mit der Philosophie der CDU vereinbaren lässt. Dennoch: unter Merz wäre sicherlich eine etwas andere Richtung eingeschlagen worden. Fraglich ist auch, ob nicht er die richtige Person gewesen wäre, „alte CDU-Wähler“, die sich auf dem Zettel mittlerweile für die AfD entscheiden, wieder zurückzuholen. Immerhin war er es, der sich -im Gegensatz zu AKK“ stark für einen Strategiewechsel aussprach, um sich an die ursprünglichen Werte der Partie zu erinnern. Die Mehrheit der Partei entschied jedoch anders… und bevorzugte ein sachliches Vorgehen, welches sich hauptsächlich am Merkel-Kurs der letzten Jahre orientiert.

CDU entscheidet sich für AKK – aber wieso eigentlich?

Die Tatsache, dass sich die Mehrheit der CDU letztendlich doch für AKK entschied, dürfte weniger an den Schlagzeilen der letzten Wochen als an der Tatsache liegen, dass der grundlegende Kurs von Merkel in den eigenen Reihen immer noch gutgeheißen wird. Oder anders: Das „Grundgerüst“ stimmt, es sollte nur optimiert werden.

Und genau diese Hoffnung wird nun auf die neue Parteivorsitzende übertragen. Sich für Merz zu entscheiden, hätte auch in gewisser Weise bedeutet, wieder zurückzurudern, konservativer zu werden. Eine Richtung, die sich in der heutigen Zeit sicherlich für viele Politiker wie ein Schritt in Richtung AfD anfühlt.

Letzten Endes ist es auch kein Geheimnis, dass das Ergebnis auch von AKKs Vorgängerin begrüßt wurde. Oder anders: Parteimitglieder, die Merkel vertrauen, vertrauen auch AKK.



AKK als Parteivorsitzende – wie geht es weiter?

Trotz Merkels Rückendeckung und dem letztendlichen Sieg kann nicht abgestritten werden, dass AKK nur 35 Stimmen mehr als Merz einheimsen konnte. Damit steht sie nicht nur vor der Herausforderung, auch ihre innerparteilichen „Gegner“ von sich zu überzeugen, sondern die Partei auch wieder auf (mindestens) einen gemeinsamen Nenner zusammenzubringen. Denn: selten schien die CDU, auch für das Volk, so zerbröckelt wie in der heutigen Zeit. Konservative und weniger konservative arbeiten bzw. sind „gezwungen“ Seite an Seite zu arbeiten und sich zu arrangieren.

Dementsprechend könnte es sich durchaus zur schwierigsten Aufgabe entwickeln, die CDU zur glaubhaften Alternative zur AfD werden zu lassen und damit den Rückhalt der (noch?) zweifelnden Parteimitglieder zu erhalten. Mit dem aktuellen Kurs, den AKK führt, dürfte sich jedoch genau das als kompliziert erweisen. Immerhin haben sich viele Wähler unter anderen auch aus Unzufriedenheit mit dem Merkel Kurs für die AfD entschieden. Sicherlich braucht es mehr als „nur“ ein neues Gesicht, um dieses Phänomen zu ändern.

Ein Negativ-Preis: AKK wurde zur Miss Homophobia 2018 gewählt

Seitens der schwul-lesbischen Menschenrechtsinitiative „Enough is Enough“ werden derzeit auch andere Vorwürfe gegenüber AKK laut. So wurde die CDU Vorsitzende mit 45 Prozent zur Miss Homophobia 2018 gewählt und setzte sich hier unter anderem gegen AfD-Politikerin Nicole Höchst sowie Papst Franziskus durch. Die Begründung: AKK habe homophobe Ansichten dazu genutzt, um im Rahmen des Kampfes um die Spitze in der CDU das konservative Feld zu bedienen.

AKK hat sich selbst noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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Von |2019-01-06T14:19:23+02:0027. Dezember 2018|Kategorien: Deutschland, Gesellschaft, Politik|0 Kommentare

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