
Kann Novo Nordisk den Turnaround schaffen? (Symbolbild, Foto: freepik, pressfoto)
Bagsværd – Bei Novo Nordisk wird es nicht langweilig: Verlorenes Übernahme-Duell mit Pfizer, bröckelnde Marktanteile bei den Abnehmspritzen – und nun sollen die Aktionäre den Stiftungsvorsitzenden Lars Rebien Sörensen auch zum Verwaltungsratschef des Pharmariesen küren. Es rumort unter den Anteilseignern.
Für alle, die im Juni 2024 bei Novo Nordisk eingestiegen sind, dürfte der Blick auf den Aktienkurs schmerzhaft sein. Fast 70 Prozent hat die Aktie seit dem Rekordhoch abgegeben. 2025 beträgt der Verlust fast 50 Prozent. Bei rund 314 Dänischen Kronen notierte das Papier am Freitag zum Börsenstart.
+++ Extraordinary General Meeting von Novo Nordisk A/S +++
Am Freitag, den 14. November 2025 lädt Novo Nordisk um 14 Uhr (MEZ) zu einer außerordentlichen Hauptversammlung ein, um Mitglieder des Verwaltungsrats neu zu wählen. Die Veranstaltung findet ausschließlich online statt.
Allerdings blieb die Kurswirkung der letzten Quartalszahlen gering, obgleich sowohl Umsatz (rund 75 Milliarden Dänische Kronen) als auch Gewinn (rund 20 Milliarden Dänische Kronen) hinter den Erwartungen blieben. Dämpfend wirken sich Restrukturierungskosten von 8 Milliarden DKK aus.
Die Transformation, bei der auch 9.000 Jobs wegfallen, wirkt sich auch auf die Jahresprognose aus. Bereits zum vierten Mal hat das Unternehmen die Aussichten gesenkt und erwartet nun 2025 ein Plus beim Betriebsergebnis von 4 bis 7 Prozent. Der Umsatz soll zwischen 7 und 11 Prozent wachsen.
CEO Doustdar vor Herausforderungen – billige Nachahmermedikamente
Der Kontrast zu den hervorragenden Zahlen des Hauptwettbewerbers Eli Lilly verdeutliche den Umfang der Aufgabe, vor der der neue CEO Maziar Mike Doustdar steht, um Novo Nordsik wieder auf Kurs zu bringen – das sagt Derren Nathan, Leiter Aktienresearch bei Hargreaves Lansdown.
Seit geraumer Zeit leidet Novo Nordisk unter billigen Kopien seiner Medikamente in den USA. Solche Nachahmerpräparate sind in Mangelzeiten legal. Offenbar werden sie aber vertrieben, obwohl die US-Behörden seit Mai keinen Engpass mehr sehen. Novo Nordisk stemmt sich dagegen.
Eli Lilly erobert Marktanteile – gescheiterte Metsera-Übernahme
Und auch abseits dieser Grauzone befindet sich Novo Nordisk in der Defensive. Denn der US-Konkurrent Eli Lilly hat den dänischen Pionier bei Abnehmmitteln überholt und hat mit dem Wirkstoff Tirzepatid das weltweit meistverkaufte Mittel zur Gewichtsabnahme im Angebot.
Aktuell hat sich Novo Nordisk zudem einen Reputationsschaden beim Bieterrennen mit Pfizer um die Übernahme der Biotech-Firma Metsera eingehandelt. Die Dänen zogen nach dem letzten üppigen Gebot von Pfizer zurück. Zwar atmeten Novo-Nordisk-Aktionäre auf, doch es gibt Kritik an dem Vorgang.
Doch es gibt Lichtblicke: Novo Nordisk hat eine passable Preisabsprache über Produkte mit dem Diabetes-Wirkstoff Semaglutid mit der US-Krankenversicherung Medicare geschlossen. Die Verhandlungen seien besser gelaufen als befürchtet, so JPMorgan-Analyst Richard Vosser.
Aktionäre wählen Verwaltungsrat – Norwegischer Staatsfonds kritisch
Heute will die Novo Nordisk Stiftung, auf die 77 Prozent der Anteile entfallen, die Konzernspitze neu aufstellen. Die Aktionäre sollen den Stiftungsvorsitzenden Lars Rebien Sörensen in eine Doppelrolle wählen, er soll zugleich Chef des Verwaltungsrats werden. Der bisherige Amtsinhaber Helge Lund wird bei der Sitzung zurücktreten.
Stiftung und Verwaltungsrat waren sich Berichten nach über das Tempo der Reformen uneinig. Auch 6 weitere unabhängige Direktoren des Aufsichtsgremiums werden heute aus den Ämtern scheiden.
Offenkundig strebt die Stiftung nach mehr Kontrolle. Der norwegische Staatsfonds NBIM als drittgrößter Aktionär hat angekündigt, sich bei der Abstimmung enthalten. Neben Sörensen sollen auch Britt Meelby Jensen, Mikael Dolsten und Stephan Engels in den Verwaltungsrat einziehen.
Novo Nordisk: Dividende im Jahr 2025
Zufrieden sein können die Aktionäre vorerst mit der Dividende, die seit 2016 im Schnitt um 16 Prozent ansteigt. Die Ausschüttung beträgt 11,40 Dänische Kronen je A- oder B-Aktie für das Geschäftsjahr 2024. Darin enthalten ist eine sogenannte Zwischendividende von 2,50 DKK.
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Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Der Text stellt keine Handelsempfehlung oder Anlageberatung dar.


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