Plagiatsaffäre Karl Theodor Guttenberg
Nach der Plagiatsaffäre ist zu Guttenberg kaum noch in den Medien zu finden.

Karl Theodor zu Guttenberg, oder besser gesagt Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Buhl-Freiherr von und zu Guttenberg, stellte sicherlich bis zu seinem Rücktritt im Frühjahr 2011 genau das dar, was sich viele Deutsche gewünscht hatten:

  • Ein Politiker, der nicht nur seriös, sondern zudem auch noch attraktiv aussah. Einer „von nebenan“.
  • Einer, dem man vieles zutrauen würde, aber kein Plagiat in einer Dissertation.

Dann, im Februar 2011: der Schock – und die mediale Hetzjagd. Der Rückzug aus der Politik, das Niederlegen der politischen Ämter und die Frage danach, wie es weitergeht.

1. Wie sieht der Werdegang von zu Guttenberg im Detail aus?

Bis zur Plagiatsaffäre hatte zu Guttenberg eine politische Karriere hinter sich, die sicherlich über das Potenzial verfügt, neidisch zu machen.

So war er nicht nur von 2008 bis 2009 Generalsekretär der CSU, sondern danach auch Bundesminister für Wirtschaft und Technologie und danach Bundesminister für Verteidigung. Einschneidend waren hier auch seine Arbeiten im Bereich der Abschaffung der Wehrpflicht, der Gent-Initiative, in deren Zusammenhang unter anderem über die Zusammenarbeit auf EU-Ebene und den sinkenden Verteidigungsetat beraten wurde.

Zu Guttenbergs Drei-Stufen-Modell bildet immer noch die Grundlage zu „Pooling and sharing“, eine Initiative, die sich auf EU-Rüstungsprojekte und deren Planung bezieht.

Wer sich dementsprechend mit der Vita zu Guttenbergs befasst, erkennt schnell, dass der im Laufe seiner Karriere in vielen politischen Teilbereichen aktiv war und -bis heute- seine Spuren hinterließ.

Wie immer bleiben jedoch negative Nachrichten in den Köpfen der Menschen eher haften als neutrale bzw. positive politische Zäsuren. Dementsprechend erklärt es sich auch irgendwie von selbst, weswegen die Bevölkerung in Deutschland mit zu Guttenberg eher die Plagiatsaffäre als Rüstungsprojekte und Co. in Verbindung bringt.

Schlagzeile Guttenberg Doktortitel
Diese Schlagzeile verwunderte den Lesen nur wenig, war doch die Aberkennung des Doktortitels eine natürliche Konsequenz der Plagiats-Affäre. (Quelle: Spiegel Online)

2. Was ist bei der Plagiatsaffäre passiert?

Gericht Urteil Urteilsspruch
Infolge von Urheberrechtsverletzungen haben Autoren plagiierter Texte die Möglichkeit, eine Strafanzeige zu stellen.
  • Im Jahre 2007 bekam zu Guttenberg seinen Doktorgrad verliehen. Er promovierte unter dem Titel „Verfassung und Verfassungsvertrag“.
  • Die Bezeichnung „Dr.“ wurde jedoch dann erstmals im Frühjahr 2011 strittig.
  • Immer wieder wurden Vorwürfe laut, zu Guttenberg hätte im Rahmen seiner Dissertation plagiiert.
  • Auch wenn der Politiker sich zunächst vehement gegen die Vorwürfe wehrte, erklärte er kurz später, in Zukunft auf die Bezeichnung „Dr.“ zu verzichten.

Auch unvergessen (und immer noch auf YouTube abrufbar): sein Schuldeingeständnis. Schließlich, als der Druck auch von Seiten der Bevölkerung immer größer wurde, folgten der Rücktritt von allen politischen Ämtern, die Entlassung als Verteidigungsminister und die Aufgabe des Mandats als Abgeordneter des Deutschen Bundestages.