
Eurozeichen im Bankenviertel in Frankfurt. (Bild: Magnific.com, Mark Mainka)
Frankfurt am Main – Der Ölpreis klettert, die Krisen im Nahen Osten schwelen, die Teuerung flackert auf. Wie erwartet hat die Europäische Zentralbank mit Präsidentin Christine Lagarde an der Spitze heute reagiert und die Leitzinsen um 0,25 Prozent hochgesetzt. Ökonomen und Märkte hatten mit dem Schritt gerechnet. Der Zinsanstieg kann sich auf Tagesgeld, Kreditkosten und Bauzinsen auswirken.
“Der Konflikt im Nahen Osten erzeugt weiterhin Inflationsdruck, und die Inflation dürfte für einen längeren Zeitraum deutlich über unserem Zielwert bleiben.“, heißt es im Statement des EZB-Rates zur Zinsentscheidung. Der Beschluss unterstreiche die Entschlossenheit des EZB-Rats, seine Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation auf mittlere Frist beim Zielwert von 2 Prozent stabilisiert.
Aktuelle Leitzinssätze – neue Prognose der EZB
Der Einlagenzinssatz beträgt nun 2,50 Prozent – zu diesem Zins können Banken über Nacht liquide Mittel bei der EZB parken. Bei 2,65 Prozent liegt der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken bei der Zentralbank Geld leihen. Der Spitzenrefinanzierungssatz ist auf 2,65 Prozent gestiegen.
Zudem hat die Europäische Zentralbank ihre Wirtschaftsprognose aktualisiert. Im Basisszenario rechnen die Fachleute jetzt mit 3 Prozent Teuerung im Jahr 2026. Der Preisdruck soll sich demnach 2027 auf 2,5 Prozent abschwächen und 2028 auf 2,1 Prozent. Beim Wachstum erwarten die EZB-Ökonomen 0,9 Prozent für 2026, 1,4 Prozent für 2027 und 1,5 Prozent für 2028.
Nach einer Anhebung im Juni hatte der EZB-Rat im Juli eine Pause eingelegt und den Einlagensatz bei 2,25 Prozent belassen. Die Notenbanker wollten weitere Wirtschaftsdaten abwarten und sich nicht auf einen starren Zinspfad festlegen.
Im August kletterte die Inflationsrate im Euroraum auf 3,3 Prozent. Preistreiber bleibt vor allem die Energie, die sich im Jahresvergleich drastisch verteuerte. Die Europäische Zentralbank verfehlt ihre eigene Inflationsprognose von 2 Prozent für das aktuelle Jahr damit deutlich.
Energiepreise belasten die Wirtschaft – Notenbanker fordern Straffung
Das wirtschaftliche Umfeld präsentiert sich äußerst fragil. Ein massiver Anstieg der Ölpreise auf über 90 US-Dollar und die jüngste Eskalation im Nahen Osten verschärfen die Inflationsrisiken massiv. Gleichzeitig schwächt sich das wirtschaftliche Wachstum ab. Die Notenbank bewegt sich folglich auf einem schmalen Grat zwischen Preisstabilität und drohender Rezession.
Führende Köpfe im EZB-Rat haben schon im Vorfeld kaum Zweifel an der Marschroute gelassen. Die Inflation verharrt auf einem erhöhten Niveau. EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel betonte vor Kurzem gegenüber Bloomberg die Notwendigkeit des Eingreifens: „Daher wird eine weitere Straffung notwendig sein.“
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Tagungsort Berlin – Prognose der Terminmärkte
Abseits der Zahlen steht auch das Personal bei der EZB im Fokus. Präsidentin Lagarde soll Gerüchten zufolge vor einem vorzeitigen Wechsel an die Spitze des World Economic Forum stehen. Zudem tagt der EZB-Rat diesmal nicht in Frankfurt am Main. Die Währungshüter treffen sich auf Einladung der Bundesbank in Berlin, um die neuen Prognosen vorzustellen.
Was sagen die Märkte? Laut ECB-Watch-Tool beträgt die Chance für eine Zinsanhebung um 0,25 Prozent bei der nächsten EZB-Sitzung am 29. Oktober 28,4 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Anhebung um 0,25 Prozent bei der Sitzung am 17. Dezember liegt demnach bei 20 Prozent. (Stand: 10. September, 14.39 Uhr MESZ)
Aktualisiert nach Bekanntgabe der Zinsentscheidung am 10. September 2026 um 14.40 Uhr (MESZ).
Disclaimer:
Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt und vor Veröffentlichung durch die Redaktion geprüft. Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Der Text stellt keine Handelsempfehlung oder Anlageberatung dar.



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