Geldpolitik Inflation Deutschland aktuell: Preise September 2026 und EZB-Prognose

Mittwoch, 30. September: 3,3 Prozent Jahresrate - 1. Schätzung des Statistischen Bundesamts / Zins-Prognose des ECB-Watch Tools

Einkaufswagen mit Euroscheinen und Diagrammpfeil (Foto: Freepik)

Steigende Energie- und Frachtkosten treiben die Teuerung in der Eurozone an und zwingen Notenbanken wie die EZB zum Handeln. (Foto: Freepik)

Wiesbaden – Geopolitische Spannungen belasten die Weltwirtschaft. Der Nahost-Krieg hat die Teuerung zuletzt wieder beschleunigt. Im September legte die Inflation in Deutschland kräftig zu, um 2,9 auf 3,3 Prozent im Jahresvergleich, wie das Statistische Bundesamt heute meldet. Ökonomen hatten einen Anstieg auf 3 Prozent erwartet.

Maßgeblich für den Preisanstieg verantwortlich sind die Energiepreise mit einem Anstieg von 14,9 Prozent im Jahresvergleich – nach 10,5 Prozent im August. Lebensmittel verteuerten sich um 0,4 Prozent (August: 0,1 Prozent). Die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel betrug wie im August 2,4 Prozent.

Steigende Energiepreise treiben Inflation im August

Bereits im August stieg die deutsche Inflationsrate um 0,1 Punkte auf 2,9 Prozent im Jahresvergleich. Auch im Euroraum übertraf die Teuerung mit 3,2 Prozent das EZB-Ziel von 2 Prozent deutlich. Maßgeblich gestiegene Energiepreise trieben diesen Anstieg.

Deutlich fiel das Warnsignal bei den Vorstufen der Wirtschaft aus. Die deutschen Erzeugerpreise kletterten im August um 4,6 Prozent im Jahresvergleich. Gegenüber dem Vormonat zogen sie um 1,1 Prozent an. Auch in diesem Segment dominierte Energie als primärer Preistreiber.

Ein Blick auf den mittelfristigen Trend verdeutlicht die veränderte Lage im Vergleich zum Jahresbeginn. Nach dem Kriegsausbruch stieg die Rate von 1,9 Prozent im Februar auf 2,9 Prozent im April. Der Tankrabatt drückte sie im Mai und Juni vorübergehend auf 2,3 Prozent. Seit dem Auslaufen der Entlastung zieht sie wieder an.

Geopolitische Spannungen erhöhen weltweite Inflationsrisiken

Die größten Risiken für weiteren Preisauftrieb liegen in der Geopolitik. Höhere Kosten für Öl und Kraftstoffe infolge des Iran-Konflikts schlagen auf globale Lieferketten durch. Der Brent-Ölpreis stieg über 100 US-Dollar je Barrel und verteuerte die Frachtkosten.

Diese Entwicklungen trüben die langfristigen Aussichten ein. Der aktuelle EZB-Wirtschaftsbericht erwartet, dass die allgemeine Teuerung bis Mitte 2027 über dem Zielwert von 2 Prozent bleibt. Die EZB-Projektionen sehen die Euroraum-Inflation bei 3,0 Prozent (2026), 2,5 Prozent (2027) und 2,1 Prozent (2028).

EZB-Rat reagiert mit Zinsschritt – Prognose des ECB-Watch-Tools

In diesem Umfeld sah sich die Notenbank zum Handeln gezwungen. Am 10. September 2026 hob die EZB den Einlagensatz in der zweiten Zinsanhebung des Jahres um 0,25 Prozentpunkte auf 2,50 Prozent an. Die EZB begründet den Schritt mit dem Preisdruck und verweist zugleich auf eine robustere Konjunktur als erwartet.

Wie die Lage beurteilt wird, unterstrich der EZB-Rat um Christine Lagarde im Begleittext des letzten Zinsentscheids. Das Gremium betonte: „Der Konflikt im Nahen Osten erzeugt weiterhin Inflationsdruck, und die Inflation dürfte für einen längeren Zeitraum deutlich über unserem Zielwert bleiben.“

Was sagen die Märkte? Laut ECB-Watch-Tool beträgt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause bei der nächsten Notenbank-Sitzung am 29. Oktober 70 Prozent. Die Chance, dass der Einlagenzins auch nach der Sitzung am 17. Dezember immer noch bei 2,5 Prozent steht, beträgt lediglich 2,8 Prozent. (Stand: 30. September, 14.15 Uhr MESZ)

Aktualisiert nach Bekanntgabe der Inflationszahlen am 30. September 2026 um 14.15 Uhr (MESZ).

 

Disclaimer:
Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt und vor Veröffentlichung durch die Redaktion geprüft. Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Aktualität. Der Text stellt keine Handelsempfehlung oder Anlageberatung dar.

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