
Drohen den Deutschen stärkere Preisanstiege? (Foto: Freepik)
Wiesbaden – In den Euro-Ländern Frankreich, Spanien und Italien ist die Inflation im September angezogen. Und auch Deutschland meldet eine Beschleunigung der Teuerung. 2,4 Prozent im Jahresvergleich nach 2,2 Prozent im August hat das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung ermittelt. Der Anstieg fällt stärker aus als im Vorfeld von Experten erwartet.
Die Kernrate ohne Lebensmittel und Energie lag im September mit 2,8 Prozent leicht über dem August-Wert (2,7 Prozent) weiter deutlich über dem 2-Prozent-Ziel der Europäischen Zentralbank, was auf eine tiefer liegende Verankerung der Teuerung hinweist. Preistreiber waren insbesondere Dienstleistungen mit 3,4 Prozent im Jahresvergleich. Energiepreise gingen um 0,7 Prozent zurück.
Wichtig zu wissen: Neben dem nationalen Inflationswert berechnet das Statistische Bundesamt auch den Harmonisierten Index (HVPI), der exakt mit den anderen EU-Ländern abgestimmt ist. Der HVPI betrug in Deutschland im September 2,4 Prozent – ebenso wie die Jahresrate im Euroraum insgesamt.
Preistrends auf Unternehmensebene – aktuelle Zinssätze der EZB
Sinkende Preise verzeichneten zuletzt einige vorlaufende Indikatoren: So lagen die Importpreise im Juli um 1,4 Prozent niedriger als 12 Monate zuvor; die Erzeugerpreise (August) sanken gar um 2,2 Prozent. Einen Anstieg gab es hingegen bei den August-Preisen im Großhandel mit plus 0,7 Prozent.
Mit dem Absinken der Teuerung im Euroraum auf 2 Prozent diesen Sommer hat die EZB ihre im Juni 2024 begonnenen Zinssenkungen beendet. Der Leitzins (Einlagenzinssatz) steht aktuell bei 2 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei 2,4 Prozent.
Faktor Konjunkturerwartungen – Prognose Inflation Deutschland
Die EZB ist in einer Warteposition. Ob bald wieder die Zinsen steigen, hängt auch von der Konjunktur ab. Für Deutschland etwa haben jüngst die führenden Forschungsinstitute ihre Wachstumsprognose für 2025 leicht auf 0,2 Prozent angehoben – für 2026 erwarten sie unverändert 1,3 Prozent plus.
Und wie entwickelt sich die Teuerung in Deutschland? Laut neuester Prognose des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) wird sie 2025 exakt beim EZB-Ziel von 2 Prozent landen. Und im Jahr 2026 rechnen die IMK-Experten sogar mit einem Absinken auf 1,8 Prozent.
Aktualisiert nach Bekanntgabe der Inflationsdaten am 30. September 2025 um 14.10 Uhr (MESZ).


Meistgelesen
Vergleiche

Festgeld-Vergleich
Geben Sie die Laufzeit vor, ftd.de findet die besten Zinsen

Tagesgeld-Vergleich
Mit dem Einlagensicherungscheck sind Sie auf der sicheren Seite

Depot-Vergleich
Ohne den Vergleich von ftd.de sollten Sie kein Depot eröffnen







