Geldpolitik USA Inflation aktuell: Verbraucherpreise im Juli 2026 und Fed-Prognose

Mittwoch, 12. August: Entwicklung der Teuerung in den Vereinigten Staaten (14.30 Uhr MESZ) / Zinspolitik der Federal Reserve

Mann zwischen Supermarkt-Regalen (KI-Bild: Magnific.com) Inflation USA aktuell: Verbraucherpreise im April 2026 vor Fed-Zinsentscheid

Die Inflation hat in den vergangenen Jahren einen Großteil der Lohnzuwächse geschluckt. (KI-Bild: Magnific.com)

Washington – Die abrupte Schwäche am US-Arbeitsmarkt mit einem Stellenrückgang im Juli schreckt die Märkte auf. Nun rücken die Preise in den Fokus. Wenn das US-Arbeitsministerium heute die Inflationsdaten für Juli vorlegt, richten sich die Augen auf die US-Notenbank Fed. Reicht die Abkühlung, um Anleger vor Zinsanhebungen zu bewahren?

Für Juli gehen Volkswirte von einem weiteren leichten Rückgang aus, nachdem die Teuerung im Juni dank rückläufiger Benzinpreise von 4,2 auf 3,5 Prozent im Jahresvergleich gesunken war. Der Konsens erwartet nun laut FactSet auf Jahressicht eine Rate von 3,4 Prozent. Die Kernrate ohne Lebensmittel und Energie soll von 2,6 auf 2,5 Prozent zurückgehen.

„Die meisten Amerikaner leiden unter der hohen Inflation“, erklärte Heather Long, Chefökonomin der Navy Federal Credit Union, kürzlich. „Viele Amerikaner werden in diesem Herbst den Gürtel enger schnallen müssen.“ Laut einer Analyse von CBS News hat die Teuerung in den letzten 7 Jahren einen Großteil der Lohnzuwächse aufgezehrt.

Hoffnung auf fallende Preise am Markt und der Blick auf die Erzeuger

Ein wichtiges Signal liefern monatlich die Erzeugerpreise auf Unternehmensebene. Der Index sank im Juni um 0,3 Prozent. Auf Jahressicht stiegen die Preise um 5,5 Prozent. Der Rückgang im Juni war auf billigere Güter zurückzuführen, angeführt von einem Preisverfall bei Benzin um 12 Prozent.

Mittelfristig bleibt das Ringen mit der Inflation zäh. Auch wenn die Energiepreise zuletzt halfen, zeigt sich die Kernteuerung hartnäckig. Die Rate verharrt auf einem Niveau, das Währungshütern Unbehagen bereitet. Gleichzeitig lindert aber nachlassendes Lohnwachstum im Juli die Sorgen etwas.

Zähe Dienstleistungspreise und der strikte Kurs der Notenbank

Risiken für einen erneuten Preisauftrieb bleiben bestehen. Geopolitische Spannungen und der Krieg im Iran sorgen für Volatilität an den Ölmärkten. Zudem warnen Ökonomen vor anziehenden Preisen im Dienstleistungssektor, etwa bei Flugtickets, sowie vor steigenden Kosten für IT-Hardware.

Die US-Notenbank Federal Reserve agiert in einem komplexen Umfeld. Der Leitzins liegt seit Dezember 2025 bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Der schwache Arbeitsmarktbericht offenbart nun Risse in der Konjunktur, während die Inflation die Verbraucher belastet.

Paulson: Zinsanstieg nicht ausschließen – Prognose des FedWatch Tools

Sie sei in Bezug auf die Entwicklung der Geldpolitik „offen“ für alle Möglichkeiten, betonte letzte Woche die Präsidentin der Federal Reserve Philadelphia, Anna Paulson. Ausdrücklich wolle sie sich nicht gegen höhere Zinsen festlegen. Die jüngsten Verbesserungen bei einigen Inflationsdaten seien ein Schritt in die richtige Richtung – aber eben nur ein Schritt.

Was sagen die Märkte? Laut CME FedWatch Tool liegt die Chance für eine Zinsanhebung um 25 Basispunkte bei der nächsten Notenbank-Sitzung am 16. September bei 47,9 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Leitzins nach der Sitzung am 28. Oktober über der aktuellen Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent steht, beträgt 61,7 Prozent. (Stand: 11. August, 15.55 Uhr MESZ)

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