
Die US-Statistiker liefern Arbeitsmarktdaten für September nach. (Foto: Freepik, arsal)
Washington – Die Datenflaute ist vorbei, die US-Administration ist wieder funktionsfähig. Nach dem Shutdown arbeiten die Statistiker des Bureau of Labor Statistics (BLS) die ausgefallenen Veröffentlichungen ab. Heute hat die US-Behörde einen Zuwachs von 119.000 Stellen im September nachgemeldet.
Ökonomen hatten nur 50.000 zusätzliche Arbeitsplätze prognostiziert. Die Arbeitslosenquote stieg im September um 0,1 Punkte auf 4,4 Prozent. Wieder gab es Korrekturen bei den Stellenzuwächsen der Vormonate: im August von 22.000 auf minus 4.000, im Juli von 79.000 auf 72.000.
ADP: September Stellenabbau – Einstellungswachstum im Oktober
Im Shutdown stand mangels Regierungsdaten der private ADP-Report besonders im Fokus. Der Lohndienstleister berechnet monatlich den Stellenzuwachs in der Privatwirtschaft. Für September meldete ADP sogar einen Rückgang um 29.000 Jobs. Im Oktober kamen nun 42.000 Stellen hinzu.
“Private Arbeitgeber schufen im Oktober erstmals seit Juli wieder neue Stellen, allerdings fiel das Einstellungswachstum im Vergleich zu unseren Berichten vom Jahresbeginn eher gering aus”, kommentierte ADP-Chefökonom Nela Richardson. Das Lohnwachstum stagniere seit einem Jahr.
Offene Stellen bei Indeed – Inflationszahlen im September
Ausgefallen ist zuletzt auch die Statistik der offenen Stellen, der sogenannte Jolts-Report des Bureau of Labor Statistics. Doch es gibt Indizien für eine Angebotsschwäche. So fiel der Stellenanzeigen-Index des Job-Portals Indeed zum 24. Oktober auf 101,9 Punkte – der niedrigste Wert seit Februar 2021.
Eine der wenigen Datenausnahmen im Shutdown waren die Inflationszahlen. Für September meldete das BLS einen Preisauftrieb von 3 Prozent im Jahresvergleich. Die Teuerung liegt damit weiterhin über dem 2-Prozent-Ziel der US-Notenbank, doch der schwache Arbeitsmarkt ist aktuell stärker im Fokus.
Erholung der Datenlage – Powell: Im Nebel langsamer
Der Rekord-Shutdown wird noch einige Zeit in den Wirtschaftsdaten nachhallen. Durch den Stillstand wurden etwa viele Verbraucherpreise im Oktober nicht erhoben. Experten spekulieren auch, dass den nächsten Arbeitsmarktberichten möglicherweise Daten zur Berechnung der Quote fehlen.
Deswegen ist die Sorge verbreitet, dass die US-Notenbank Federal Reserve auch wegen unsicherer Datenlage auf einen Zinsschritt bei der Sitzung am 10. Dezember verzichtet. „Was macht man, wenn man im Nebel fährt?“, fragte Fed-Präsident Jerome Powell Ende Oktober. „Man fährt langsamer.“
Zinssenkung unwahrscheinlich – Prognose des FedWatch Tools
„Früher ging ich davon aus, dass die Fed im Dezember erneut die Zinsen senken würde”, bekannte Gregory Daco, Chefvolkswirt von EY-Parthenon, vor kurzem. Nach den jüngsten Äußerungen der Fed und angesichts der unterschiedlichen Positionen im Fed-Offenmarktausschuss rechne er aber nun nicht mehr damit.
Aktuell steht der US-Leitzins bei 375 bis 400 Basispunkten. Welche Entwicklung erwarten die Märkte? Das FedWatch Tool der Terminbörse CME beziffert die Chance für eine Zinssenkung von 0,25 Prozent bei der Fed-Sitzung am 10. Dezember auf 27,8 Prozent. (Stand: 20. November, 14.40 Uhr MEZ)
Aktualisiert nach Bekanntgabe der Arbeitsmarktzahlen am 20. November 2025 um 14.40 Uhr (MEZ).


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