Amazon mit neuer Kreditkarte für Prime-Kunden

Shoppen auf Amazon jetzt mit hauseigener Kreditkarte möglich (Bild: Pixabay)

Amazon mit neuer Kreditkarte für Prime-Kunden

Amazon bietet bereits seit 2006 in Kooperation mit Visa sowie der Landesbank Berlin eine eigene Kreditkarte an. Ende September 2018 teilte Amazon mit, dass es nun eine neue Kreditkarte speziell für Prime-Kunden geben wird. Der zentrale Vorteil ist, dass Kunden für Einkäufe bei Amazon bis zu 3 Prozent Rabatt in Form von Bonuspunkten erhalten. Bei allen anderen Händlern erhalten Nutzer bis zu 0,5 Prozent zurück. Eine Jahresgebühr fällt dabei nicht an. Außerdem erhalten Neukunden ein Startguthaben von 70 Euro. Natürlich hat die Visa Kreditkarte auch einige Nachteile, auf die im Artikel detailliert eingegangen wird.

Die wichtigsten Fakten zur Amazon Prime Kreditkarte

Die folgenden Informationen beziehen sich nur auf die neue Amazon Prime Kreditkarte. Es gibt auch ein Angebot für Nicht-Prime-Kunden, welches bereits seit dem Jahr 2006 existiert.

  • Dauerhaft keine Grundgebühren; auch nicht für die optionale Partnerkarte
  • 70 Euro Startguthaben
  • 3% Rabatt auf Amazon-Einkäufe in Form von Bonuspunkten
  • 0,5% Rabatt auf Einkäufe außerhalb Amazons
  • Kreditkartenlimit zu Beginn 200 Euro; endgültiger Verfügungsrahmen nach ca. 14 Tagen
  • Online Beantragung; Versand und Legitimierung nach 5-7 Tagen bei Zustellung durch Postboten
  • 14,98 Prozent p.a. Sollzinsen bei Teilzahlung
  • Bargeldabhebungen & Verfügungen in Fremdwährung sind mit weiteren Gebühren verbunden

Vorteile der Amazon Kreditkarte

Der für Prime-Mitglieder wichtigste Vorteil sind wahrscheinlich die Bonuspunkte. Auf jeden Einkauf bei Amazon erhalten Karteninhaber bis zu 3 Prozent Rabatt in Form von Bonuspunkten. Das heißt, für jeden Euro gibt es 3 Bonuspunkte. Ein Bonuspunkt entspricht einem Eurocent. Beim nächsten Einkauf können die Punkte eingelöst werden. Natürlich können Kunden die Punkte auch sammeln. Für Käufe außerhalb von Amazon erhalten Kartennutzer bis zu 0,5 Prozent Rabatt.

Die Startgutschrift von 70 Euro ist für ein Kreditkartenangebot ebenfalls recht üppig. Der Kunde erhält sie nach dem ersten Einkauf mit der Kreditkarte. Des Weiteren fällt dauerhaft keine Jahresgebühr an. Im Angebot ist optional eine Partnerkarte enthalten. Auch für diese müssen Prime-Kunden dauerhaft keine Grundgebühren zahlen.

Nachteile der Amazon Visa Kreditkarte

Es gibt jedoch auch einige Nachteile. Obwohl man sagen muss, dass diese sich umgehen lassen. Die größten Nachteile sind die Gebühren für den Bargeldbezug sowie Transaktionen in Fremdwährung. Für eine Bargeldabhebung fällt eine Gebühr in Höhe von 3 Prozent des Betrags, mindestens jedoch 7,50 Euro, an. Das ist im Vergleich zu anderen Kreditkarten sehr viel. Umgehen lassen sich die Gebühren, indem die Abhebung vollständig aus dem Guthaben heraus erfolgt. Das heißt, der Nutzer überweist zuvor Geld auf die Kreditkarte. Dann ist die Bargeldverfügung kostenfrei. Die andere Möglichkeit ist, dass der Kunde die Kreditkarte einfach nicht für Bargeldabhebungen nutzt. Für Bargeldtransaktionen gibt es keine Bonuspunkte.

Sofern eine Transaktion in einer Fremdwährung erfolgt, berechnet die Bank 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühren. Es gibt nur wenige Kreditkartenanbieter, die hier keine Gebühr berechnen. Die 1,75 Prozent sind im Vergleich normal.

Ein weiterer Nachteil sind die hohen Sollzinsen von knapp 15 Prozent jährlich, sofern die Kreditabrechnung auf Raten gezahlt wird. Diese Zahlungsmodalität ist standardmäßig voreingestellt. Der Kunde sollte also nach Erhalt der Kreditkarte die Rückzahlungsart telefonisch oder im Online Banking auf Vollzahlung umstellen. Auch beim Antragsprozess kann die Rückzahlung bereits auf 100 Prozent eingestellt werden. Es ist zwar praktisch, dass der Karteninhaber die Rechnungen in monatlichen Raten begleichen kann. Doch der Sollzinssatz ist selbst im Vergleich zum ansonsten ebenfalls teuren Dispokredit sehr hoch.

  • Teilzahlung ist voreingestellt
  • Mindestrückzahlung beträgt 5 Prozent, mind. aber 50 Euro im Monat
  • Es fällt ein jährlicher effektiver Jahreszins von fast 15 Prozent an
  • Am Telefon oder im Online Banking kann der Kunde auf Vollzahlung umstellen

Beantragung: Schritt für Schritt

Die Beantragung der Amazon Prime Kreditkarte erfolgt ausschließlich online. Dazu füllt der Kunde das entsprechende Formular aus. An dieser Stelle noch ein Hinweis: Sofern der Kunde die Voreinstellung auf Teilzahlung lässt, erhält er ein Angebot zu einem sogenannten „Zahlungsschutz“. Hier handelt es sich um eine Versicherung, die die fälligen Raten für den Kunden im Fall von Tod, Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit übernimmt. Die Kosten belaufen sich auf 0,87 Prozent monatlich des offenen Rechnungsbetrags. Kunden sollten gut überlegen, ob sie diese Versicherung zu diesem Preis benötigen.

Nach Absenden des Kartenantrags erhält der Kunde innerhalb weniger Sekunden die Entscheidung der Bank über Zu- oder Absage. Zu Beginn beträgt das Kreditkartenlimit zunächst 200 Euro. Eine Erhöhung findet, entsprechende Bonität vorausgesetzt, nach circa 14 Tagen statt.

Die Legitimierung kann dabei entweder per Video- oder Post-Ident durchgeführt werden. Beim Post-Ident Verfahren erhält der Kunde innerhalb von 5 bis 7 Tagen nach der Zusage die Karte. Der Postmitarbeiter führt in dem Fall die Legitimierung durch. Anders also als beim „klassischen“ Post-Ident Verfahren, bei dem der Kunde in die Postfiliale muss.

Fazit: Vorteile überwiegen für Amazon-Fans

Für eingefleischte Amazon-Fans überwiegen die Vorteile der Amazon Prime Kreditkarte. Sie erhalten bis zu 3 Prozent Rabatt in Form von Bonuspunkten bei ihrem Einkauf bei Amazon. Die 70 Euro Startguthaben sind ebenfalls ein Anreiz. Die Nachteile der hohen Gebühren für Bargeldabhebungen sowie die Zinsen bei Teilrückzahlung lassen sich recht einfach umgehen. Aus reiner Nächstenliebe bietet Amazon die Kreditkarte jedoch nicht an. Durch das zusätzliche „Prime-Angebot“ sollen Kunden noch mehr ans Unternehmen gebunden werden. Außerdem erhält Amazon durch die Kreditkartenumsätze wertvolle Einblicke in das Kaufverhalten des Kunden.

Wer jedoch eher selten bei Amazon einkauft oder eine Kreditkarte sucht, die mehr Leistungen bietet, sollte sich nach einem anderen Anbieter umschauen.


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Von |2018-11-25T15:43:19+00:0025. Oktober 2018|Kategorien: Lifestyle, Wirtschaft|0 Kommentare

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