IQ Tests und Hochbegabung – Grenzen der Intelligenztests

Für ein gutes Ergebnis im IQ-Test reichen nicht nur mathematische Fähigkeiten (Foto: Pixabay)

Von IQ Tests, Hochbegabung und der Frage nach der sozialen Intelligenz

Nicht nur im deutschen Fernsehen sind Quizshows beliebt. Weltweit scheint man fasziniert davon zu sein, sich mit anderen zu messen und herauszufinden, ob man selbst eher zur Kategorie „intelligent“ oder „weniger intelligent“ gehört.

Noch interessanter gestaltet sich das Procedere, wenn am Ende nicht nur der Sieg über die Mitstreiter steht, sondern zudem die eigene Intelligenz bewertet wird. In der Regel geschieht dies auf der Basis klassischer IQ Tests, die übrigens auch oft im Zusammenhang mit Bewerbungen in größeren Firmen eine tragende Rolle spielen. Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt: ist „Schlausein“ wirklich messbar? Was wird mit IQ Tests eigentlich ausgesagt? Und mit welchen Herausforderungen werden Menschen konfrontiert, die über einen vergleichsweise hohen IQ verfügen?



Generell gilt: die meisten Menschen verfügen über einen IQ von unter 130. Lediglich jeder 50. kann in der heutigen Zeit als „hochbegabt“ bezeichnet werden.

Was bedeutet eigentlich „hochbegabt“?

Wer hochbegabt ist, gilt als „überdurchschnittlich intelligent“. Um zu ermitteln, wie hoch der IQ eines Menschen ist, braucht es in der Regel einen IQ Test. Wichtig: auch wenn hier durchaus unter anderem auch Grundwissen abgefragt wird, liegt der Fokus der Fragen bzw. der entsprechenden Antworten darauf, herauszufinden, ob ein Testteilnehmer logisch bzw. „um die Ecke“ denken kann.

Um hier möglichst aussagekräftige Ergebnisse liefern zu können, wurden die entsprechenden IQ Tests im Laufe der Jahrzehnte immer weiter verfeinert. IQ Tests, die heute in Deutschland zur Anwendung kommen, sind in den meisten Fällen normiert. Ein durchschnittlich intelligenter Mensch erreicht hierbei ein Ergebnis zwischen 100 und 110.

Und: natürlich kann nicht davon ausgegangen werden, dass ein Mensch mit einem IQ von mehr als 130 bessere Chancen im Berufsleben hätte oder glücklicher sei. Vielmehr handelt es sich beim IQ um einen -nach jetzigem Stand- messbaren Wert zu den Fähigkeiten eines Menschen in einem bestimmten Bereich. Weitere Faktoren, die einen Charakter ausmachen, wie beispielsweise Kreativität oder soziale Intelligenz werden hierbei nicht berücksichtigt.



Die Bezeichnung „hochbegabt“ bedeutet dementsprechend im ersten Schritt „nur“, dass ein Mensch es in einem geeichten bzw. normierten IQ Test geschafft hat, einen Wert von 130 oder mehr zu erreichen und entsprechend vor allem im Bereich „logisches Denken“ über weitreichende Kompetenzen verfügt.

Welche Fragen werden im IQ Test abgefragt?

Vorweg: DEN standardisierten IQ Test gibt es nicht. Vielmehr sind in Deutschland beispielsweise circa 80 Tests mit jeweils unterschiedlichen Fragen zugelassen. Das Besondere: jeder dieser 80 Tests setzt einen anderen Schwerpunkt. Beliebte Aufgabenbereiche, die in so gut wie jedem Test, nur in unterschiedlichem Ausmaß, vorkommen, sind:

  • sprachliche Kompetenzen
  • rechnerische Fähigkeiten
  • das räumliche Denken bzw. Geometrie
  • Gedächtnisübungen

Je nachdem, wer mit welcher Testart in Kontakt kommt, kann das Ergebnis dementsprechend durchaus auch ein wenig anders ausfallen. Aufgrund der charakteristischen Zusammenstellung der verschiedenen Aspekte liegen die möglichen Ergebnisse jedoch tendenziell nahe beieinander bzw. geben eine einheitliche Tendenz vor.

Bei der Teilnahme an IQ Tests muss jedoch auch immer auf das Alter der Probanden Rücksicht genommen werden. Denn: es gibt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene Intelligenztests. Heutzutage geht die Wissenschaft davon aus, dass die individuelle Intelligenz eines Menschen im Alter von circa 16 Jahren ausgereift ist und sich ab dann -wenn überhaupt- nur noch geringfügig verändert.

Misst ein IQ Test jede Art von Intelligenz?

Wie bereits zu Beginn erwähnt, ist das Spektrum, welches mit der Hilfe von IQ Tests gemessen werden kann, vor allem auf das logische Denken, die Rechen- und die Sprachfähigkeit begrenzt.

Dementsprechend wäre es absolut falsch, einem Menschen mit einem niedrig gemessenen IQ zu attestieren, er sei sicherlich im Berufsleben weniger erfolgreich als seine Kollegen. Richtig ist jedoch auch, dass es sich bei der Form der Intelligenz, die im Rahmen von IQ Tests ermittelt wird, um die einzig messbare Form von Intelligenz handelt.

Neben der sogenannten analytischen Intelligenz existieren jedoch noch Bewegungsintelligenz, die emotionale, die soziale, die praktische, die kreative und die musikalische Intelligenz. All diese Komponenten fließen mit in den Charakter eines Menschen (und beispielsweise dessen Kompetenzen im Beruf) mit ein, sind jedoch leider noch (?) nicht messbar.



Wo kann ein IQ Test durchgeführt werden?

Die Antwort scheint einfach: PC an, Suchmaschine aktivieren und IQ Test absolvieren. Die Angebote mit Hinblick auf IQ Tests in allen Facetten scheinen so präsent wie nie! Generell gilt jedoch: wer sich nicht auf der Suche nach einer „Spielerei für die Mittagspause“ befindet, sondern einen IQ Test braucht, der auch im Zweifel von offizieller Stelle anerkannt wird, sollte auf eine entsprechend verlässliche Anlaufstelle setzen.

Vor allem Psychologen sind hier in der Regel der richtige Ansprechpartner, wenn es darum geht, ein verlässliches Dokument zu erhalten. Die entsprechenden Praxen verfügen über ein allgemeingültiges Zertifikat und damit über die Berechtigung, die jeweiligen Tests durchzuführen.

Fazit: was macht einen wirklich schlauen Menschen aus?

Irgendwie scheint jeder sein Sinnbild vom „extrem schlauen Menschen“ im Kopf zu haben. Vielleicht ein alter Professor? Vielleicht die Kommilitonin an der Uni, die -gefühlt- immer „alles“ weiß? Vielleicht Sheldon Cooper?

Menschen, die wirklich umfassend -und nicht nur auf der Basis eines IQ Tests- als wirklich schlau gelten (und auch so von ihren Mitmenschen wahrgenommen werden), zeichnen sich oft durch ganz bestimmte Charakteristika aus.

So verfügen viele intelligente Menschen nicht nur über die Fähigkeit, gut zuhören zu können, sondern gönnen sich zudem auch öfter Pausen, arbeiten bis spät in die Nacht hinein, sind ehrgeizig und -ganz wichtig- lernen nicht, weil sie es müssen, sondern weil sie es möchten.

Weiterhin zeichnen sie sich eben nicht nur durch eine sogenannte „Inselbegabung“ aus, sondern verfügen über ein großes Allgemeinwissen und können sich sowohl für Mathe als auch für Sprachen begeistern.

Jedoch gibt es aus psychologischer Sicht durchaus auch Nachteile einer hohen Intelligenz. Denn: schlaue Menschen gelten nicht nur als zurückgezogener, sondern auch als ängstlicher als Menschen, die in den Tag hineinleben. Das Gedankenrad der überdurchschnittlich Intelligenten scheint sich oft stundenlang zu drehen. „Was wäre, wenn…?“-Szenarien sind an der Tagesordnung.

Und: Menschen mit einem hohen IQ halten sich oft nicht für extrem schlau. Während IQ-Test-Probanden mit einem durchschnittlichen IQ gern dazu tendieren, sich zu überschätzen, stapeln die schlauen Menschen tendenziell eher tief. Dementsprechend gilt: auch (und gerade) schlaue Menschen haben mit Alltagsproblemen zu kämpfen, die dafür sorgen, dass das Leben (und die Wissenschaft) ein tägliches Abenteuer bleibt/ bleiben.

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Von |2019-01-06T14:26:52+02:0019. Dezember 2018|Kategorien: Wissen|0 Kommentare

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