Die Anbieter haben in den vergangenen Monaten durch Verkäufe Geld beschafft, um eine Wiedereröffnung zu ermöglichen. Die Anbieter des Degi Europa hatten sich zuversichtlich gezeigt, den Fonds nicht liquidieren zu müssen. Das Unternehmen verfügte nach eigenen Angaben über eine Nettoliquidität von mehr als 30 Prozent und strebte die Öffnung an. Doch das Polster reichte nicht aus, die Liquidierung zu verhindern.
Der Degi Europa und der P2 Value bescherten Anlegern seit Beginn der Krise die höchsten Verluste überhaupt. Mit dem Degi Europa verloren sie in den vergangenen zwei Jahren ein Viertel ihres Vermögens, mit dem P2 Value gar rund die Hälfte. Die Bereitschaft der Investoren, weiterhin im Fonds zu bleiben, dürfte daher gering sein.
Beide Fonds haben zudem ein Vertriebsproblem: Der Degi Europa wurde einst von der Dresdner Bank verkauft, die inzwischen zur Commerzbank gehört. Diese vertreibt jedoch einen eigenen offenen Immobilienfonds und dürfte versuchen, die Anleger des Degi Europa in das hauseigene Produkt zu schleusen.
Beim P2 Value Morgan Stanley sind die Mittelrückgaben noch schwerer zu kalkulieren, da viele Dachfonds und Großanleger investiert sind. Ein geplantes Stillhalteabkommen der 20 größten Investoren scheiterte jedenfalls an den unterschiedlichen Interessen. Anders als etwa die Sparkassen-Tochter Deka haben die Anbieter auch keine Bank im Rücken, die mit der Übernahme von Fondsanteilen das Produkt stützen könnte. Somit sprach und spricht vieles für eine Liquidierung der Produkte.
Zwar können Aberdeen und Morgan Stanley ihre Fonds kurz nach Öffnung wieder schließen mit der Folge, dass die zweijährige Sperrfrist dann wieder von vorn beginnt. Dieser Schritt würde die Auflösung der Fonds aber nur hinauszögern, da realistischerweise nicht davon auszugehen ist, dass sich die Fonds noch einmal erholen. Auch das Teilungsmodell ist im Fall von Aberdeen und Morgan Stanley sehr unwahrscheinlich.