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Merken   Drucken   25.07.2012, 13:11 Schriftgröße: AAA

Minizins für 30-Jahresbond: Anleger ignorieren Moody's Bonitätswarnung für Deutschland

2,17 Prozent für 30 Jahre - so wenig verlangen Investoren für eine frische deutsche Staatsanleihe mit 30 Jahren Laufzeit. Die Sorge der Ratingagentur Moody's um die Zahlungsfähigkeit Berlins und die Last der Euro-Rettung teilen sie nur begrenzt - sie suchen den sicheren Hafen.
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2,17 Prozent für 30 Jahre - so wenig verlangen Investoren für eine frische deutsche Staatsanleihe mit 30 Jahren Laufzeit. Die Sorge der Ratingagentur Moody's um die Zahlungsfähigkeit Berlins und die Last der Euro-Rettung teilen sie nur begrenzt - sie suchen den sicheren Hafen.

Die Bonitätswarnung der Ratingagentur Moody's an die Bundesregierung lässt viele Investoren kalt. Berlin borgte sich am Mittwoch am Finanzmarkt Milliarden zu einem Rekordniedrigzins von 2,17 Prozent für mehr als 30 Jahre. Das teilte die Bundesfinanzagentur mit, die für den Bund über Versteigerungen von Staatsanleihen frisches Geld einnimmt. Bei der vorherigen Auktion solcher lang laufender Papiere im April hatten Anleger im Schnitt noch 2,41 Prozent Rendite verlangt. Ingesamt liehen sich die Schuldenmanager 2,3 Mrd. Euro . Gleichwohl trennten sich viele Marktteilnehmer nach der Auktion von Bundesanleihen, weil der Bund deutlich weniger absetzte als er geplant hatte.

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Die Emission der neuen Papiere war von Marktteilnehmern mit großem Interesse erwartet worden, hatte doch die Ratingagentur Moody's am Montagabend den langfristigen Ausblick für Kreditwürdigkeit des deutschen Staates auf "negativ" gesenkt. Das kann für die nächsten Monaten bedeuten, dass die Bonitätswächter tatsächlich der Bundesregierung die Topnote "AAA" entziehen könnten. Moody's hatte die Entscheidung damit begründet, dass Deutschland künftig möglicherweise noch mehr für mögliche Hilfen an Spanien und Italien haften müsse.

Wie die Auktion zeigt, hatte die Warnung der Ratingprüfer vorerst keine große Wirkung auf das Vertrauen der Investoren in die deutsche Regierung. Nach der Auktion stießen Anleger dennoch bereits gehandelte Anleihen mit Restlaufzeiten zwischen zehn und 30 Jahren verstärkt ab. Die Folge waren sinkende Kurse, was wiederum die Verzinsung von Staatspapieren nach oben treibt. Allerdings blieben die Renditen auf vergleichweise niedrigen Niveaus. Die Zinsen für zehn- und 30-jährige Bundesanleihen stiegen moderat um 0,03 Prozentpunkte an. Die 30-jährige Bundesanleihe warf gegen Mittag rund 2,20 Prozent ab.

Ein Grund für die negative Reaktion am Markt könnte nach Aussage von Analysten gewesen sein, dass die Bundesfinanzagentur einen relativ hohen Anteil des angekündigten Emissionsvolumens diesmal zurückhielt. Diese künstliche Verknappung der Anleiheangebots ist bei den Schuldenmanagern üblich, damit sie einerseits die Auktionsrendite drücken sowie später noch die Marktkurse bewegen leicht können. Mit 23 Prozent oder 678 Mio. Euro  war der einbehaltene Anteil aber deutlich höher als bei allen Auktionen zuvor im Juli: Im Schnitt hielt die Schuldenagentur in den vergangenen Wochen nur 17 Prozent zurück. Bei der Emission 30-jähriger Papiere im April war es 20 Prozent gewesen.

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