Die private Fluglinie Hamburg International wurde vor zwölf Jahren gegründet
Für manche der Beteiligten kam die Insolvenz so unerwartet wie eine Turbulenz bei bestem Flugwetter. "Wir wurden kalt erwischt", sagt Tim Harenberg, Fondsmanager beim Hamburger Initiator Lloyd Fonds. Es geht um zwei Fonds: den 61 Mio. Euro schweren Air Portfolio II mit zwei Maschinen und den Dachfonds Premium Portfolio, der zum Teil in das Air-Portfolio investiert hat.
Wölbern Invest hatte sich bei den Fonds Global Transport Aviation Nummer zwei und drei mit jeweils einem Flieger auf die Regional-Airline verlassen. Ebenfalls betroffen sind die
Unicredit -Tochter Wealthcap und HGA Capital. Deren Fonds haben sich über Genussrechte an einem Dachfonds der HSH Nordbank beteiligt.
In dem HSH Global Aircraft befinden sich insgesamt 18 Flieger, sodass die Ausfälle hier begrenzt bleiben. "Noch Ende vergangener Woche haben alle Beteiligten an einem Tisch gesessen und verhandelt. Eigentlich sollte in wenigen Tagen ein Investor bei Hamburg International einsteigen und den Flugbetrieb sichern", berichtet Harenberg. Dann jedoch sei einer der fünf Leasinggeber überraschend abgesprungen: "Alle anderen haben versucht, ihn umzustimmen, doch da war nichts mehr zu machen."
Auch Wölbern-Generalbevollmächtigter Thomas Kühl kann die Pleite nicht nachvollziehen: "Selbst die Hamburger Wirtschaftsbehörde hat sich bis zuletzt sehr aktiv darum bemüht, die Fluglinie zu retten. Ohne Erfolg." Die Vermarktung der Maschinen sei bereits eingeleitet, sagt Kühl. Er räumt aber ein, dass die Voraussetzungen nicht optimal sind: "Die schlechten Wintermonate stehen vor der Tür, das ist nicht der beste Zeitpunkt für einen langfristigen Abschluss."