Geschlossene Rohstofffonds stemmen sich gegen den Trend in der Branche der Beteiligungsmodelle und haben 2011 Kapitalzuflüsse verzeichnet. Nach Zahlen des Fondsvermittlers Dima24.de legten die Kunden im vergangenen Jahr 44 Prozent ihres über den Vermittler investierten Kapitals in Rohstoffen an. Damit konnten die Fonds, die etwa in Ölraffinerien oder Gold investieren, sogar erstmals mehr Geld von Anlegern einsammeln als die geschlossenen Immobilienfonds. Gegenüber dem Jahr 2009, als das Segment der Rohstofffonds bei dem Anbieter eingeführt wurde, hat sich das Volumen des investierten Geldes 2011 verdreifacht.
Nach den Börsenturbulenzen im vergangenen August erfreuten sich vor allem Gold und Immobilien bei Investoren einer wachsenden Beliebtheit. Auf der Suche nach Sicherheit steckten Anleger ihr Geld verstärkt in Sachwerte. Von dieser Flucht konnten jedoch nur einzelne Segmente der geschlossenen Fonds profitieren. Die Branche hat im vergangenen Jahr schwer zu kämpfen. Im dritten Quartal lagen die Kapitalplatzierungszahlen der im Verband Geschlossene Fonds (VGF) vertretenen Mitglieder bei rund 667 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum war das ein Minus von 19 Prozent. Bei vielen Produkten haben die Emittenten große Absatzschwierigkeiten. Das geht auch aus den Zahlen von Dima24 hervor. Demnach sank etwa der Anteil des investierten Kapitals in Infrastrukturfonds von 28 auf elf Prozent. Die gebeutelte Schiffsfondsbranche ist bei den Anlegern kaum noch gefragt.
Die Probleme führen viele Experten in erster Linie auf die schlechten Nachrichten aus der Branche zurück. Geschlossene Fonds nehmen zur Finanzierung ihrer Investments zusätzlich Kredite auf. Wenn die Erträge aus den Investments nicht ausreichen, um die Darlehen zurückzuzahlen, wird es für Anleger und Anbieter teuer. Zahlreiche Immobilienfonds und einst namhafte Emissionshäuser wie die Münchner Falk Capital mussten deshalb Insolvenz anmelden.
Frank Schuhmann, Chefanalyst bei Dima24, ist der Ansicht, dass sich der Trend zu Rohstofffonds bei Anlegern auch im Jahr 2012 fortsetzen wird. Die Nachfrage sei stabil und werde durch den Rohstoffhunger der Schwellenländer und den Mangel an Alternativen befeuert, sagt er.
Allerdings kristallisiert sich für das begonnene Jahr ein weiterer wichtiger Trend heraus. Denn die von Euro- und Branchenkrise verunsicherten Anleger wollen vor allem eines: schnell wieder an ihr Geld kommen. Der Wunsch nach mehr Flexibilität seitens der Investoren sei hoch, sagt Schuhmann. "Konkret sehen wir zum Beispiel eine sehr hohe Nachfrage nach Kurzläuferfonds." Einer Umfrage vom Dezember zufolge wollen 64 Prozent der Anleger lieber kürzere Laufzeiten für die Beteiligungsmodelle.