FTD.de » Finanzen » Alternative Anlagen » Schönheitsfehler der ETF-Hedge-Fonds-Kombi

Merken   Drucken   24.02.2011, 17:21 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Schönheitsfehler der ETF-Hedge-Fonds-Kombi

Gleich vier ETF-Anbieter machen Hedge-Fonds täglich handelbar. An die Ergebnisse der Vorbilder kommen sie nicht heran. von Emmeran Eder
Hedge-Fonds versprechen Rendite in guten wie in schlechten Börsenzeiten, leiden aber unter hohen Kosten, schlechter Liquidität und mangelnder Transparenz. Genau das sind die Vorzüge börsengehandelter Indexfonds (ETFs). Kein Wunder also, dass immer mehr Anbieter versuchen, die Vorteile beider Finanzprodukte zu kombinieren, also Hedge-Fonds in den Mantel eines ETF zu packen. Die Deutsche-Bank-Tochter DB X-Trackers machte 2009 den Anfang, jüngst zogen Source, Goldman Sachs und UBS nach. Die Produkte unterscheiden sich deutlich, haben aber eine Gemeinsamkeit: Sie sind allesamt keine Alleskönner.
DB X-Trackers versucht, mit dem ETF auf den hauseigenen DB-Hedge-Fund-Index dem Branchenbarometer HFRX Global Hedge Fund, das rund 250 Portfolios weltweit umfasst, nachzueifern. Seit dem Start im Sommer 2009 hinkt der ETF aber hinterher. Der Deutsche-Bank-Index besteht aus sechs Subindizes mit verschiedenen Hedge-Strategien. Die Anlagestile von knapp 50 Managern werden auf einer Deutsche-Bank-Plattform nachgebildet.
In puncto Liquidität ist der ETF gängigen Hedge-Fonds überlegen, da er permanent gehandelt wird. Normale Hedge-Fonds können oft nur wöchentlich oder monatlich ge- und verkauft werden. Die Transparenz ist aber nicht mit der eines üblichen ETF vergleichbar. Die Deutsche Bank verrät zwar, wie der Index konstruiert ist und in welche Strategien investiert wird, aber nicht, welche einzelnen Wertpapiere der Index umfasst.
Auch die Kosten sind höher als sonst bei ETFs. Es fallen Aufwendungen für Fondsdienstleistungen, Risikoüberwachung und Indexberechnung an. Zudem verlangen die rund 50 Hedge-Fonds-Manager für die Zielfonds bis zu zwei Prozent Jahresgebühr und eine Erfolgsbeteiligung zwischen zehn und 20 Prozent. Der gewichtete Durchschnitt dieser Kosten beträgt nach Angaben von DB X-Trackers 2,32 Prozent per annum. Hinzu kommen die jährlichen Gebühren für den ETF von 0,9 Prozent.
Hedge-Fonds im ETF-Mantel   Hedge-Fonds im ETF-Mantel
Damit sind die Gebühren mit denen eines aktiv verwalteten Dach-Hedge-Fonds vergleichbar. "Seit der Finanzkrise sind die Gebühren von Dach-Hedge-Fonds leicht gesunken, obwohl sich die Qualität der Anbieter erhöht hat", sagt Dieter Kaiser, Analyst bei Feri.
Näher an die ursprüngliche Idee eines günstigen ETF kommt die UBS mit dem Produkt auf den HFRX-Index heran. Anleger erhalten dessen Rendite minus 0,6 Prozent Gesamtkosten und 0,9 Prozent Transaktionskosten pro Jahr. Transparenz und Handelbarkeit sind gegeben. Das Problem sowohl beim HFRX als auch beim Deutsche-Bank-Index ist, dass aus Gründen der Liquidität nur Hedge-Fonds enthalten sein dürfen, die täglich gehandelt werden. "Viele der von der Performance her besten Hedge-Fonds verfügen aber über Zugangsbeschränkungen und sind wenig liquide. Sie können daher weder in den HFRX noch in den ETF der Deutschen Bank gelangen. Das mindert deren Renditechancen", sagt Ben Johnson von der Ratingagentur Morningstar.

Teil 2: Blackbox widerspricht Grundsatz der Transparenz von ETFs

  • FTD.de, 24.02.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen Finanzen

Wenn die Deutsche Bank durch einen Stresstest fällt, erfahren Sie es zuerst in unserem Finanznewsletter.

Beispiel   |   Datenschutz
markets - Das Finanzinformationsportal
  DAX 6273,02  [-12.73 -0,20%
  Euro Stoxx 50 2130,98  [-3.07 -0,14%
  Dow Jones 12496,15  [-6.66 -0,05%
  Nasdaq Composite 2850,12  [11.04 +0,39%
  Euro 1,2547 USD  [-0.001 -0,08%
  Brent-Öl 106,31 USD  [-2.58 -2,37%
Tweets von FTD.de Finanz-News

Weitere Tweets von FTD.de

Immobilien-Kompass
Partnerangebot Immobilien suchen in ...
  14.03. Quiz Kennen Sie sich aus im DAX?

Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.

Seit wann gibt es den DAX?

Quiz: Kennen Sie sich aus im DAX?

Alle Tests

 



AKTIEN + MÄRKTE

mehr Aktien + Märkte

DERIVATE

mehr Derivate

INVESTMENTFONDS

mehr Investmentfonds

IMMOBILIEN

mehr Immobilien

ALTERNATIVE ANLAGEN

mehr Alternative Anlagen

FINANZCHECK

mehr Finanzcheck

FTD-SPEZIAL: FINANZKOMMUNIKATION

mehr FTD-Spezial: Finanzkommunikation

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote