Hedge-Fonds versprechen Rendite in guten wie in schlechten Börsenzeiten, leiden aber unter hohen Kosten, schlechter Liquidität und mangelnder Transparenz. Genau das sind die Vorzüge börsengehandelter Indexfonds (ETFs). Kein Wunder also, dass immer mehr Anbieter versuchen, die Vorteile beider Finanzprodukte zu kombinieren, also Hedge-Fonds in den Mantel eines ETF zu packen. Die Deutsche-Bank-Tochter DB X-Trackers machte 2009 den Anfang, jüngst zogen Source, Goldman Sachs und UBS nach. Die Produkte unterscheiden sich deutlich, haben aber eine Gemeinsamkeit: Sie sind allesamt keine Alleskönner.
DB X-Trackers versucht, mit dem ETF auf den hauseigenen DB-Hedge-Fund-Index dem Branchenbarometer HFRX Global Hedge Fund, das rund 250 Portfolios weltweit umfasst, nachzueifern. Seit dem Start im Sommer 2009 hinkt der ETF aber hinterher. Der Deutsche-Bank-Index besteht aus sechs Subindizes mit verschiedenen Hedge-Strategien. Die Anlagestile von knapp 50 Managern werden auf einer Deutsche-Bank-Plattform nachgebildet.
In puncto Liquidität ist der ETF gängigen Hedge-Fonds überlegen, da er permanent gehandelt wird. Normale Hedge-Fonds können oft nur wöchentlich oder monatlich ge- und verkauft werden. Die Transparenz ist aber nicht mit der eines üblichen ETF vergleichbar. Die Deutsche Bank verrät zwar, wie der Index konstruiert ist und in welche Strategien investiert wird, aber nicht, welche einzelnen Wertpapiere der Index umfasst.
Auch die Kosten sind höher als sonst bei ETFs. Es fallen Aufwendungen für Fondsdienstleistungen, Risikoüberwachung und Indexberechnung an. Zudem verlangen die rund 50 Hedge-Fonds-Manager für die Zielfonds bis zu zwei Prozent Jahresgebühr und eine Erfolgsbeteiligung zwischen zehn und 20 Prozent. Der gewichtete Durchschnitt dieser Kosten beträgt nach Angaben von DB X-Trackers 2,32 Prozent per annum. Hinzu kommen die jährlichen Gebühren für den ETF von 0,9 Prozent.