Unternehmensberaterin Irene Wolf
"Leadership ist sehr komplex: Da gehören neben Fachwissen, Managementwissen, Respekt, Loyalität, Achtsamkeit und ein gewisses Maß an Selbstreflexion dazu - das alles findet sich im Tango Argentino", so Wolf. Der Tanz, der aus den Hafenvierteln von Buenos Aires kommt, wird oft als Gespräch, als Dialog beschrieben. Da er keine festen Schrittfolgen hat, nur Figuren, die an jeder Stelle unterbrochen und anders zusammengesetzt werden können, erfordert er viel mehr Flexibilität und Aufmerksamkeit als beispielsweise die in Europa populären Standardtänze. Mit dem hierzulande sehr bekannten Tango der lateinamerikanischen Tänze hat Tango Argentino eher wenig zu gemeinsam.
Gefragt: Probierfreudige statt Star-Tänzer
Für ein "Leadership meets Tango"-Seminar muss man aber kein Tänzer sein. "Freude an Bewegung und die Lust, sich Themen anders als üblich zu erschließen, reichen völlig aus", sagen Walter und Wolf. Den Problemen, mit denen Chefs im Job-Alltag kämpfen, rücken sie mit einfachen Übungen und viel Humor zu Leibe. In Konzernen wie in mittelständischen Unternehmen machen Mitarbeiter zum Beispiel nicht immer das, was Vorgesetzte fordern. Ist das ein Zeichen von Führungsschwäche oder von persönlichen Animositäten? Wer darauf keine Antwort hat, spricht wohl zu wenig mit seinen Mitarbeitern, meinen die Trainerinnen und bitten zum Tanz.
Auf dem Parkett bedeutet mangelnder Dialog nämlich: Chef und Mitarbeiter treten sich gegenseitig auf den Füßen rum, stehen sich im wahrsten Sinne des Wortes im Wege - und das spürt man ganz schnell. Der Hintergrund ist im Tango wie im Job der gleiche: Auf eine Aktion folgt keine adäquate Reaktion - und das führt zu Problemen, bringt aus dem Takt.