Der Kauf und Unterhalt von Firmenwagen genießt steuerliche Vorteile
"Die Pauschale ist ziemlich niedrig angesetzt", sagt der Kölner Finanzforscher Michael Thöne. "Sie wirkt damit faktisch als steuerliche Subvention." Und zwar nicht nur beim Kauf, sondern auch beim Unterhalt: Denn die laufenden Kosten des Dienstwagens, wie etwa fürs Benzin, kann der Arbeitgeber als Betriebsausgaben geltend machen - unabhängig davon, wie oft der Wagen tatsächlich geschäftlich genutzt wird.
"Damit animiert der Staat Dienstwagenfahrer, möglichst viel privat mit dem Auto zu fahren." Dabei habe sich die Bundesregierung die Stärkung des Schienenverkehrs auf die Fahnen geschrieben, sagt Thöne. "Aber warum sollte jemand mit der Bahn fahren, wenn er kostenlos das eigene Auto nutzen kann?"
Zum einen entgehen dem Staat auf diese Weise Steuereinnahmen - das Gutachten geht von einem Minus von jährlich 2,9 bis 4,6 Mrd. Euro aus. "Und das ist eher konservativ kalkuliert", sagt Thöne. Verglichen mit dem europäischen Ausland gönnt sich Deutschland eine Sonderrolle, nirgendwo sonst sponsert der Staat die Dienstwagenfahrer so stark. Zudem haben einige Länder wie Großbritannien bereits eine stärkere umweltschutzbezogene Besteuerung eingeführt, in der vor allem der CO2-Ausstoß eine große Rolle spielt.