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05.05.2010, 16:02
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Wissensmanagement:
Gesichertes Wissen, gesicherter Wert
Die demographische Entwicklung in Deutschland macht es notwendig, dass die Firmen nicht nur mehr für ältere Mitarbeiter tun, sondern auch das Wissensmanagement neu regeln. Und das möglichst vor dem Ausscheiden der Beschäftigten.
von Sabine Meinert
"Wir machen einfach eine Übergabe, bevor der Kollege geht." Wo nach diesem Motto agiert wird, liegt das Wissensmanagement brach. Doch in den Unternehmen setzt sich immer mehr die Einsicht durch, dass Wissen keine Selbstverständlichkeit ist, die man mitsamt einem Bewerber einkauft und irgendwie mal weitergibt. Es ist, macht Uwe Wilkesmann vom Zentrum für Weiterbildung der TU Dortmund deutlich, ein unschätzbarer Wert.
Ideen und Wissen zu sichern, ist künftig eine der größten Herausforderungen für Unternehmen
Der Experte ist Inhaber des Lehrstuhls für Organisationsforschung, Weiterbildungs- und Sozialmanagement am Zentrum für Weiterbildung der TU und beschäftigt sich bereits seit Jahren mit der Frage, wie der Wissenstransfer in Unternehmen möglichst reibungslos abgewickelt werden kann.
"Es gilt, das 'Wissensvermögen' des Unternehmens zu vernetzen, den Wissensfluss am Laufen zu halten, den Knowhow-Transfer auf verschiedenen Ebenen zu regeln. Und dies muss nicht nur zwischen Kollegen (individuell), sondern auch in der Firma (intra-organisational) und im Zusammenspiel mit Partnern, Kunden und Lieferanten (inter-organisational) passieren." Gleichzeitig müsse Wissensmanagement interdisziplinär betrachtet werden.
Zunächst: Wo stehen wir?
Am Anfang aller Überlegungen steht jedoch die Analyse: Wie ist eigentlich der Stand? Hat das Unternehmen einen externen Wissensschub zum Überleben nötig oder verfügt es bereits über umfangreiches Wissen? Wer soll das Wissen später anwenden - und was brauchen die künftigen Nutzer tatsächlich?
In kleinen Unternehmen ist laut Wilkesmann kaum strukturiertes Wissensmanagement nötig. Hier lässt sich vieles auf dem kurzen Dienstweg im täglichen Miteinander lösen. Für Firmen ab etwa 100 Personen mit mehreren Standorten lohnt es sich dagegen. Wo nicht mehr jeder jeden kennt, ist es wichtig, Vernetzungen und Wissens-Anlaufstellen zu schaffen.
Denn bereits um die Jahrtausendwende haben Forschungen ergeben, dass vor allem fehlende Strukturen einem adäquaten Wissensmanagement im Wege stehen. Und: mangelnde Motivation. Bis heute hat sich das nicht geändert, weiß der Dortmunder Fachmann. "Es gilt immer noch, die Köpfe und Herzen der Mitarbeiter zu gewinnen. Wenn sie nicht mitmachen, nützt die schönste Stabsstelle für Wissensmanagement nichts."
Wissensmanagement-Experte Uwe Wilkesmann vom ZfW der TU Dortmund
Der Faktor Mensch
"Die Frage ist, wie bringe ich beispielsweise einen scheidenden Mitarbeiter dazu, sein Wissen und seine Erfahrungen zu teilen, ja sie geradezu 'preiszugeben'." Ältere seien zwar häufig hochmotiviert, wüssten aber nicht, wie sie ihren Wissensschatz vermitteln sollen. Wilkesmann rät, einen Wissensbaum zu zeichnen: Was waren die Aufgaben des Mitarbeiters? Wo lagen dessen Kompetenzen? Welche Anregungen könnte er weitergeben? Regelmäßig vermittelt - über einen Zeitraum von etwa acht Wochen - können viele wichtige Informationen im Unternehmen gehalten werden.
Teil 2: Problem: Wenn alt und jung sich gegenseitig Wissen vermitteln sollen.
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FTD.de, 05.05.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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