Facebook Börsengang soziale Netzwerk
Aktuell liegt der Wert der Facebook-Aktie bei knapp 174 € und einer Wertsteigerung von mehr als 500 %.

Facebook ist das weltweit größte soziale Netzwerk in der digitalen Welt und erfreut sich größter Beliebtheit, nicht nur bei den Nutzern.

Nun sind auch Anleger auf den Social Media-Giganten aufmerksam geworden und bemühen sich um Anteile an der erfolgreichen Firma.

Doch wer profitiert von einem Börsengang und wer sind die großen Verlierer?

1. Wer profitiert von einem Börsengang der Firma Facebook?

Da Facebook noch nicht an der Börse notiert ist, buhlen Finanzinvestoren um mögliche Facebook-Anteile und versuchen sich über eigens gegründete Fonds am Erfolg zu beteiligen.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete, dass etwa EB Exchange, ein renommierter amerikanischer Vermögensverwalter, Facebook Anteile für rund 15 Mio. Dollar erwarb.

Firmen in den USA müssen ab einer Anzahl von 500 Aktionären ihre Geschäftszahlen offenlegen. Um das zu umgehen, werden Firmenanteile gekauft und in einer Organisation geparkt, in welche Dritte investieren können. So bleibt die Zahl der Aktionäre vergleichsweise niedrig.

SharesPost hat sich als Broker für Fonds und Aktien privater Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind, mit dem Wert der verschiedenen Social Media Unternehmen beschäftigt. So bewertet SharesPost Facebook derzeit mit knapp 40,7 Mrd. Dollar. Der Wert des Netzwerkes hat sich in den letzten Monaten somit verdreifacht.

Zum Vergleich:

  • Twitter, der beliebte Kurznachrichtendienst kommt auf etwa 3,4 Mrd. Dollar,
  • gefolgt von Linkedin mit 2 Mrd. Dollar.

Der Markenname Facebook

Facebook hat einen Antrag auf Markenschutz für das Wort „face“ (zu Deutsch „Gesicht“) gestellt und reiht sich somit in prominente Gesellschaft zu Firmen wie Microsoft und Apple.

Denn auch diese Firmen haben Alltagsbegriffe wie „windows“ (zu Deutsch „Fenster“) oder „Apple“ (zu Deutsch „Apfel“) als eigene Marke schützen lassen. Obwohl der Schutz von Alltagsbegriffen als Marke stark umstritten ist, hat das US-Patentamt diesem Antrag stattgegeben und untersagt somit anderen Mitstreitern die Verwendung des Begriffes „face“ für Telekommunikationsdienstleistungen und computerunterstützte Mitteilungsformen.

Inwieweit der von Apple eingeführte Mobilchatdienst „Facetime“ von dieser Regelung betroffen ist, steht noch aus.

2. Wann geht Facebook an die Börse?

Anleger investieren immer häufiger in schnell wachsende Privatunternehmen.

EB-Exchange Funds Gründer Larry Albukerk gibt seriösen Anlegern die Möglichkeit, in Facebook Funds zu investieren.

Sie können in Anteilen zu je 10.000 Dollar erworben werden, wobei als Mindesteinlage 100.000 Dollar vorgegeben sind.

Um in den elitären Kreis der Facebook-Anleger aufgenommen zu werden, muss eine Aufnahmegebühr entrichtet werden. Zusätzliche fünf Prozent des Einlagewertes sind fällig, sobald Facebook an die Börse geht oder die Unternehmensanteile verkauft werden.

Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nicht absehbar ob und wann Facebook an die Börse geht. Gerüchten zufolge ist dies jedoch nicht vor 2012 geplant.

Boaz Rahav, Gründer der Investmentfirma Greencrest, möchte interessierten Investoren, die es verabsäumt haben, Facebook-Anteile zu erwerben, die Möglichkeit geben dies noch nachzuholen. Aus diesem Grund hat er einen Facebook-Fond gegründet mit dem er nicht weniger als 100 Mio. Dollar erreichen möchte.

3. Wie hoch ist die Mindesteinlage in den Facebook-Fond?

Auch Felix Investments, eine New Yorker Finanzgesellschaft, die ihren Kunden Investmentmöglichkeiten anbietet, hat bereits vor einem Jahr einen Facebook-Fond eingerichtet und ermöglicht mittlerweile 14 Firmen, in das Netzwerk zu investieren.

Die Anleger können zwischen einem Fond mit einer Mindesteinlage mit 1,5 Mio. und einer Mindesteinlage von 5 Mio. Dollar wählen. Bisher wurden 250 Mio. Dollar im Fond angelegt.

Doch es gibt nicht nur Befürworter für diese Anlageform: Laurence Allen, der Finanzberater von Nyppex, dem weltweit führenden Marktplatz für private Fondstrategien, steht dem Vorgehen der Finanzdienstleister kritisch gegenüber.

Er meint, es fehle an der notwendigen Transparenz, denn Facebook musste bislang seine Geschäftszahlen nicht veröffentlichen. Somit treffen die Anleger ihre Investitionsentscheidungen nicht anhand der guten Zahlen, sondern lediglich aufgrund des Auftretens und des sensationell schnellen Wachstums von Facebook.

Denn wie es um die Firma tatsächlich steht, können sie nur durch Gerüchte erahnen. Ob sich die Investition in die Fonds rentiert, wird sich erst später herausstellen.

Schätzungen zufolge wächst der Handel mit Firmenanteilen am Sekundärmarkt seit dem letzten Jahr um das Doppelte und wird Ende des Jahres die 4,9 Mrd. Dollar Marke erreichen.