Aktien und Märkte

Evergrande: Das Lehman Brothers Chinas?

Eine gigantische Firma gerät ins Wanken und droht die ganze Wirtschaft mit sich in die Krise zu stürzen. Was in den USA bereits mit der Krise der Lehman Brothers Bank stattgefunden hat scheint sich nun in China anzubahnen.

Was steckt dahinter?

Dabei geht es um ein gigantisches Immobilienunternehmen namens Evergrande, das Schulden im Wert von rund 300 Mrd. US-Dollar angesammelt hat. Diese Summe entspricht derzeit dem größten Schuldenberg eines Unternehmens weltweit.
Die Aktie des Unternehmens ist in diesem Jahr bereits um aktuell über 80 Prozent gefallen. Die Pleite des Unternehmens ist in der jetzigen Situation sehr wahrscheinlich, eigentlich unumkehrbar. Über den Erfolg im Immobilienboom der letzten Jahre hat sich das Unternehmen einen scheinbar ungesunden Expansionskurs geleistet. Evergrande ist fast überall vertreten, Fußballclubs, Babyprodukte, E-Auto Hersteller, Gesundheitsprodukte, Einkaufszentren, Mineralwasser, die Liste scheint unendlich. Da viele Branchen und Sparten zuletzt durch schwere Zeiten gingen, ist für viele dieser Unternehmungen nun das Ende gekommen.

Wie könnte es weitergehen?

Durch die Größe des Unternehmens bedroht die bevorstehende Pleite nicht nur den schon seit langem überhitzten Immobilienmarkt in China, sondern auch das chinesische Bankensystem. Denn Evergrande hat sich hauptsächlich durch chinesische Staatsbanken finanziert.

Dies könnte sich aber nun als eigentlicher Trumpf in der Geschichte herauskristallisieren. Denn die chinesische Regierung hat zwar bereits angekündigt, dass der Immobilienmarkt reguliert werden soll. Eine Insolvenz einer Immobilienfirma wäre als nicht weiter tragisch. Doch scheint das Evergrande-Crashszenario selbst für das durch drastische Regularien berühmte China zu riskant.

Evergrande hat aktuell Anwälte aus den USA und Hong Kong aktiviert, die bereits die Lehman-Pleite abgewickelt haben und auf schwierige Firmenpleiten spezialisiert sind. Die chinesische Regierung untersucht die Finanzen des Unternehmens ebenfalls.

Es ist also denkbar, dass Teile von Evergrande verstaatlicht werden. Andere Teile könnten abverkauft werden und für den Rest könnte die Insolvenz angemeldet werden.
Da dieses Szenario das Auskömmlichste für die chinesische Wirtschaft ist bleibt es nun abzuwarten wie sich Xi Jinping entscheiden wird.
Ein Rettungspaket wird es mit ziemlicher Sicherheit nicht geben. Denn dieses würde aus chinesischer Sicht gegen den aktuellen Kurs der Regierung verstoßen. Peking hatte in letzter Zeit immer öfter für Schlagzeilen gesorgt, da exzessives Verhalten regulatorisch unterbunden wird. So werden Immobilienspekulationen damit unterbunden, dass nur eine Zweitwohnung erlaubt ist, der Verkauf von Bauland limitiert und eine Mietpreisbremse eingeführt wurde. Auch andere Sektoren der chinesischen Wirtschaft, wie beispielsweise die Kreditvergabe und Finanzierungsquoten, haben solche Regularien erfahren.

Eine oft in den Medien befürchtete Übertragung auf das globale Finanzsystem ist derzeit eher unwahrscheinlich. Die meisten Verstrickungen hat Evergrande innerhalb der chinesischen Volkswirtschaft, einem bekanntlich sehr solventen Staat, der aktuell versucht Kontrolle über seine größten Konzerne zu gewinnen.


Bildnachweise: Bild von https://www.pexels.com/de-de/foto/gebaude-2844316/ (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

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