Prepaid Kreditkarte

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Prepaid Kreditkarte2018-12-07T21:59:06+00:00

Prepaid Kreditkarte: Geeignet für Minderjährige und Personen mit schlechter Bonität

Wenn Sie eine Kreditkarte beantragen wollen, dann benötigen Sie im Regelfall eine ausreichend gute Bonität. Personengruppen, die keine gute Bonität (mehr) haben, können glücklicherweise auf eine Prepaid Kreditkarte zurückgreifen. Da Prepaid Kreditkarten auf Guthabenbasis vergeben werden, existiert für die Bank kein finanzielles Risiko. Daher werden sie ausnahmslos ohne Bonitätsprüfung an fast jeden Verbraucher herausgegeben. Natürlich besteht auch für Sie als Nutzer kein Risiko der Überschuldung. Wir erläutern Ihnen in diesem Beitrag, wie Prepaid Karten funktionieren, für wen sie geeignet sind und erklären Ihnen weitere wichtige Details in diesem Zusammenhang.

Was ist eine Prepaid Kreditkarte?

Eine Prepaid Kreditkarte ist eine Kreditkarte, die ausschließlich auf Guthabenbasis funktioniert. Das heißt, im Gegensatz zu anderen Kreditkarten erhalten Sie hier keinen Kreditrahmen und die Umsätze werden auch nicht von Ihrem Girokonto abgebucht. Sie müssen zunächst einen beliebigen Geldbetrag überweisen. Anschließend können Sie die Karte im Rahmen Ihrer Überweisung nutzen. Die Funktionen einer Prepaid Kreditkarte sind identisch mit denen einer „normalen“ Kreditkarte. Das heißt, Sie können damit weltweit zahlen und Geld abheben. Optisch ist eine Prepaid Karte meist dadurch erkennbar, dass sie keine Hochprägung enthält. Es gibt jedoch auch aufladbare Kreditkarten, bei denen eine Hochprägung vorhanden ist und Sie dadurch optisch keinen Unterschied feststellen.

Wie funktioniert eine Prepaid Kreditkarte?

Bei allen anderen Kreditkarten erhalten Sie einen Kreditrahmen bzw. ein Limit, innerhalb dessen Sie verfügen können. Ist das Limit aufgebraucht, müssen Sie es zunächst ausgleichen. Debit Cards buchen dagegen jeden einzelnen Umsatz zeitnah vom dazugehörigen Girokonto ab. Eine Prepaid Kreditkarte funktioniert dagegen etwas anders. Hier müssen Sie zunächst Geld auf das Kartenkonto überweisen. Sie können nur im Rahmen Ihrer Überweisungen die Karte einsetzen. Da dadurch kein Risiko für das Kreditinstitut entsteht, werden Prepaid Kreditkarten ohne Bonitätsprüfung herausgegeben. Daher bezeichnet man diese Karten oft auch als „Kreditkarte ohne Schufa“ (weil eben keine Schufa Abfrage stattfindet).

  • Prepaid Kreditkarten funktionieren auf Guthabenbasis
  • Umsätze werden dabei nicht dem Girokonto belastet, sondern mit dem Guthaben auf der Karte verrechnet
  • Sie funktionieren wie jede andere Kreditkarte auch (Bezahlen, Geld abheben, bei PayPal als Zahlungsmethode Hinterlegen usw.)
  • Es findet keine Bonitätsprüfung statt, daher gelegentlich auch als Kreditkarte ohne Schufa bezeichnet

Für wen eignet sich eine Prepaid Kreditkarte?

In Bezug darauf, dass keine Bonitätsprüfung stattfindet, wird auch schnell deutlich, für wen sich Prepaid Kreditkarten eignen. Hier gibt es insbesondere drei Personengruppen, die wir kurz anführen möchten.

Verbraucher mit einer schlechten Bonität

Verbraucher, die über keine gute Bonität (mehr) verfügen, erhalten eben auch keine klassische Kreditkarte. Die Bank schätzt diese Personengruppe als nicht solvent genug ein, ihnen einen Kreditrahmen einzuräumen. Personen mit keiner guten Bonität sind unter anderem Verbraucher mit starken negativen Schufa Einträgen, Bezieher von Sozialleistungen wie Hartz IV oder Arbeitslosengeld sowie Hausfrauen bzw. Hausmänner ohne eigenes Einkommen. Prepaid Kreditkarten werden zudem auch nicht den Auskunfteien, wie der Schufa, gemeldet.

Minderjährige

Minderjährige gelten ebenfalls als Personen, die (noch) keine gute Bonität besitzen. Grund ist, dass sie in den meisten Fällen ja noch nicht über ein eigenes Einkommen verfügen und nicht unbeschränkt geschäftsfähig sind. Die Historie in der Schufa weist für sie noch nicht genügend positive Erfahrungsmerkmale auf. Hinzu kommt, dass Minderjährigen kein Kredit eingeräumt werden darf (außer in bestimmten und seltenen Fällen). Eine Prepaid Kreditkarte ist daher die ideale Lösung, um den Sprössling an das Thema Geld heranzuführen. Manchmal benötigen auch Schüler eine Kreditkarte, weil sie mit der Klasse ins Ausland fahren. Eine Kreditkarte für Minderjährige können die Eltern respektive gesetzlichen Vertreter, ab einem Alter von 7 Jahren beantragen.

  • Für Kinder ab 7 Jahren möglich (praktisch setzen viele Banken das Mindestalter aber höher an; bei comdirect ab 7 Jahren möglich)
  • Minderjährige dürfen keine Kredite erhalten
  • Prepaid Kreditkarte als ideale Lösung um das Kind an das Thema Geld heranzuführen

Bei einer Kreditkarte für Kinder empfehlen wir Ihnen, dass Sie – sofern Sie Kunde einer Sparkasse oder Volksbank sind – zunächst dort nach Angeboten nachfragen. In der Regel gibt es auch eine Girokonto für Minderjährige bei Filialbanken gebührenfrei. Möglicherweise gibt es dort auch die Prepaid Kreditkarte kostenlos oder zumindest für wenig Geld. Für Kinder und Jugendliche ist das Girokonto bei einer Sparkasse oder Volksbank mitunter geeigneter, da es das Kind besser an das Thema Geld heranführt als ein rein virtuelles Girokonto bei einer Direktbank.

Das Girokonto der Commerzbank bietet für Minderjährige ab 14 Jahren ebenfalls eine gebührenfreie Prepaid Kreditkarte.

Prepaid Karte für Selbstständige

Aus Sicht einer Bank sind Selbstständige nicht unbedingt die Personen mit der besten Bonität. In der Praxis muss das zwar nicht unbedingt so der Fall sein, aber Kreditinstitute bewerten diese Personengruppe deutlich skeptischer. Grund sind in der Regel schwankende und unsichere Einnahmen. Obwohl es einen Unterschied gibt zwischen Gewerbetreibenden und Freiberuflern. Freiberufler haben tendenziell bessere Chancen.

Abgesehen von der Bonität bevorzugen manche Selbstständige auch Prepaid Kreditkarten, da es hier nicht nur für die Bank kein finanzielles Risiko gibt, sondern auch der Verbraucher sich durch den Einsatz der Karte nicht verschulden kann. Zudem ermöglicht es eine bessere Trennung von privaten und beruflichen Ausgaben.

Allerdings gab es in den letzten Jahren auch ein Umdenken bei den Banken. So gibt es durchaus einige Anbieter, die Kreditkarten für Selbstständige mit Kreditrahmen offerieren. Beispielhaft seien hier Kreditkarten von American Express sowie Barclaycard genannt.

  • Kein Risiko der Überschuldung für den Verbraucher
  • Selbstständige können berufliche und private Ausgaben besser trennen
  • Es gibt jedoch auch „normale“ Kreditkarten für Selbstständige

Welche Nachteile haben Prepaid Karten?

Wo Licht, da auch Schatten. Sie können eine Prepaid Kreditkarte normal wie jede andere Kreditkarte auch zum Bezahlen und Geld abheben benutzen. Sie werden hier in der Funktionalität keinen Unterschied feststellen. Allerdings haben Prepaid Kreditkarten auch Nachteile. Denn durch den fehlenden Kreditrahmen können Sie häufig bei Hotels bzw. Mietwagenfirmen keine Kaution mit der Karte hinterlegen.

Hintergrund ist, dass der Kreditrahmen eine Garantie der kartenausstellenden Bank darstellt, die Zahlung auch wirklich zu leisten. Die Kaution wird dabei nicht direkt vom Kreditkartenkonto abgebucht, sondern ist lediglich eine „Vormerkung“. Bei einer Prepaid Karte gibt es diese Bankgarantie nicht. Mit anderen Worten, selbst wenn Sie die erforderliche Kautionshöhe auf Ihrer Prepaid Kreditkarte haben, könnten Sie im selben Moment das komplette Guthaben anderweitig aufbrauchen. Im Zweifelsfall geht die Firma dann leer aus. Allerdings, so zeigt unsere Erfahrung, funktioniert es auch manchmal bei Mietwagenfirmen mit einer Prepaid Kreditkarte. Verlassen sollten Sie sich jedoch nicht darauf.

Ein weiterer Nachteil ist, dass Prepaid Karten meistens mit höheren Gebühren verbunden sind. Welche das im Einzelnen sind, besprechen wir im nächsten Abschnitt.

  • Kein Kreditrahmen vorhanden, Geld muss erst überwiesen werden
  • Folge ist, dass Prepaid Karten nicht zur Hinterlegung der Kaution akzeptiert werden
  • Häufig mit weiteren Kosten und Gebühren verbunden

Prüfen Sie auch, wie hoch der maximale Verfügungsrahmen pro Tag/Woche/Monat ist. Der muss nämlich nicht identisch mit dem Guthaben auf Ihrer Karte sein. Zum Beispiel beträgt er bei Minderjährigen häufig nur 500 Euro pro Monat, egal wie viel Guthaben auf der Karte vorhanden ist. Bei Kindern ist dieser Rahmen durchaus in Ordnung. Bei Ihnen als Erwachsenen sollte der Verfügungsrahmen natürlich etwas höher sein.

Welche Kosten fallen bei einer Prepaid Kreditkarte an?

Ein Nachteil, den wir bereits angesprochen haben, ist, dass Prepaid Kreditkarten meistens mit höheren Kosten und Gebühren verbunden sind. In aller Regel müssen Sie eine Jahresgebühr einkalkulieren. Einige Anbieter berechnen die Jahresgebühr für beispielsweise 3 bis 4 Jahre im Voraus! Sollten Sie die Karte eher kündigen, erhalten Sie die Gebühr nicht anteilig zurück. Wir raten hier ausdrücklich von solchen Angebot ab! Auch Prepaid Karten mit einer hohen Aktivierungsgebühr sind absolut nicht empfehlenswert.

Weiterhin müssen Sie mit folgenden Kostenblöcken rechnen, auch wenn nicht jeder Anbieter sämtliche Gebühren, die wir im Folgenden auflisten, berechnet:

  • Jahresgebühr
  • Kosten beim Abheben am Geldautomat
  • Fremdwährungsgebühr
  • Aufladegebühr (Jede Aufladung kostet Geld)

Die ersten 3 genannten Gebühren können Sie in den meisten Fällen nicht umgehen, wobei Gebühren für Abhebungen und Zahlungen in Fremdwährung bei fast jeder Kreditkarte vorkommen. Dann gibt es aber noch Anbieter, die auch für jede Aufladung Kosten berechnen. Es handelt sich hier zwar nicht um unseriöse Anbieter, dennoch sind wir der Meinung, dass sich Verbraucher nicht gerade für so eine Bank entscheiden müssen, da es schließlich auch anders geht. Eine Ausnahme ist, wenn der Kartenaussteller Ihnen anbietet, dass beispielsweise reguläre Überweisungen auf Ihr Kreditkartenkonto gebührenfrei sind, Sofortüberweisungen dagegen Geld kosten. Dieser Zusatzservice darf natürlich Geld kosten.

Wir empfehlen in diesem Zusammenhang die Prepaid Kreditkarten der Sparkassen und Volksbanken. Allerdings benötigen Sie dafür auch ein Girokonto bei der Bank. Weiterhin gibt es gute Angebote im Internet bei der netbank sowie Wüstenrot Direct. Ein unabhängiger empfehlenswerter Prepaid Kreditkartenanbieter ist die Payback Visa Prepaid Karte.

Gibt es eine kostenlose Prepaid Kreditkarte?

Wie im vorherigen Abschnitt erläutert, gibt es de facto keine kostenlosen Prepaid Kreditkarten. Und falls es doch eine kostenlose Prepaid Kreditkarte gibt, im Sinne, dass keine Jahresgebühr vorhanden ist, dann holt sich der Anbieter das Geld wieder woanders rein. Häufig durch hohe Aufladegebühren usw.

Eine Prepaid Kreditkarte, die zumindest im ersten Jahr gebührenfrei ist, ist die Payback Visa Prepaid Karte. Ab dem zweiten Jahr fallen 29 Euro Jahresgebühren an.

Wie kann ich eine Prepaid Kreditkarte aufladen?

Eine Prepaid Kreditkarte können Sie durch eine Überweisung vom Referenzkonto aufladen, sprich von Ihrem Girokonto. Manchmal bieten die Herausgeber auch weitere Möglichkeiten an, wie Sie Ihre Prepaid Kreditkarte aufladen können, zum Beispiel mittels „Sofortüberweisung“ oder über sogenannte E-Wallets wie Skrill, Neteller oder PayPal. Standard ist jedoch die Eigenüberweisung. Möglicherweise berechnen Ihnen die Anbieter für den Service einer Sofortüberweisung eine Extragebühr.

Fazit: Prepaid Kreditkarten für viele Personengruppen geeignet

Wie dieser Beitrag gezeigt hat, eignen sich Prepaid Kreditkarten nicht nur für Personen mit einem negativen Schufa Eintrag, obwohl es sich natürlich de facto um eine Kreditkarte ohne Bonitätsprüfung handelt. Auch für Kinder und Jugendliche sind Prepaid Kreditkarten hervorragend geeignet. Der Nachteil dieser Kreditkartenart ist jedoch, dass in den meisten Fällen immer Grundgebühren anfallen. Mit Kosten beim Bezahlen in Euro müssen Sie jedoch nicht rechnen. Die Redaktion empfiehlt Ihnen bei Prepaid Karten auf bewährte Anbieter zu setzen, wie die der Filialbanken, von Wüstenrot oder die Payback Visa Prepaid Karte, mit der Sie nebenbei auch noch Payback-Punkte sammeln.

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