Wie sicher ist Fliegen mit dem Helikopter?

Ein Helikopter vom Typ EC145 der Firma Airbus Helicopters (Foto: Pixabay)

Es war einer der schwersten Hubschrauberunglücke seit langem, als am Mittwoch, den 25.07.2012 ein Eurocopter-Militärhubschrauber des Typen AS532 Cougar bei einem letzten Kontrollflug vor der Auslieferung abstürzte. Sechs Eurocopter-Mitarbeiter verloren dabei ihr Leben in der Verdon-Schlucht in Südfrankreich. In der Maschine saßen erfahrene Test-Piloten und Ingenieure der Hersteller-Firma EADS. Der zweimotorige Hubschrauber gilt eigentlich als sehr sicher und vor allem zuverlässig. Wie bei vielen anderen Modellen gibt es auch bei diesem eine zivile und eine militärische Version. In der Ausführung für das Militär verfügt der Helikopter über 22 Sitzplätze.

Eine der bekanntesten Zwischenfälle der letzten Zeit war der Absturz einer AgustaWestland AW169 am 27.10.2018 im englischen Leicester. An Bord war Vichai Srivaddhanaprabha, der Vereinspräsident und Eigentümer von Leicester City, einem Fußball-Erstligisten. Bei dem schrecklichen Unglück starben fünf Menschen, die zu jener Zeit an Bord waren. Wie sich bei den Untersuchungen später herausstellte, war der Grund für den Unfall ein defektes Pedal im Cockpit.



Statistiken

Im Zeitraum zwischen 2013 und 2017 kam es allein in Europa zu 380 Unfällen mit Helikoptern, bei denen insgesamt 80 Menschen ihr Leben lassen mussten.

Unfälle und Todesfälle mit dem Helikopter in Europa, eigene Darstellung

In Amerika ist der Helikopter ein beliebteres Fortbewegungsmittel als bei uns in Europa, entsprechend sind dort mehr Unfälle und Tote zu beklagen.

Unfälle und Todesfälle mit dem Helikopter in den USA, eigene Darstellung



Sinken oder steigen die Unfallzahlen bei Helikoptern?

Wenn man auf die Statistiken schaut, stellt man fest, dass die absolute Anzahl an Unfällen in Europa von 103 im Jahr 2013 auf 43 im Jahr 2017 sank. Das entspricht einer Senkung der Unfallzahlen um 59 Prozent. Im selben Zeitraum sank die Anzahl der Todesopfer von 25 auf 11. Laut der FAA, der Bundesluftfahrtbehörde der USA, nahm die Anzahl ziviler Helikopter seit 2006 weltweit um 30 Prozent zu, gleichzeitig sank aber die Anzahl von Unfällen um 40 Prozent.

Im Segment der Helikopter gibt es momentan keine verlässlichen Statistiken hinsichtlich der weltweiten Unfallzahlen. Jedes Land kocht da sein eigenes Süppchen, manche veröffentlichen nur Unfälle mit Todesfällen, andere unterscheiden nicht zwischen militärischen und privaten Einsätzen.

Initiative ergreifen

Im Jahre 2005 erfolgte im kanadischen Montreal die Gründung der IHST (International Helicopter Safety Team) mit dem Ziel, die bis dahin steigende Zahl an Helikopter-Unfällen detaillierter zu untersuchen, um sich auf die Spur der Unfallverursacher zu machen, auf dass die Anzahl der Unfälle weltweit gesenkt werden können. Das europäische Pendant dazu ist die EHEST (european helicopter safety team), die 2006 gegründet wurde. Die EHEST ist Teil der EASA (the european autority in aviation safety), die bereits 2012 gegründet wurde und 32 Mitgliedsstaaten hat, nämlich die EU-Staaten und Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein. Der Hauptsitz ist in Köln, von wo aus mehr als 800 Flugexperten europaweit tätig sind.



EADS / Airbus Group

Die EADS (European Aeronautic Defence and Space) entstand im Jahr 2000 durch die Fusion dreier Firmen, der deutschen DASA (DaimlerChrysler Aerospace Aktiengesellschaft), der französischen Aérospatiale-Matra, und der spanischen CASA (Construcciones Aeronáuticas S.A.). Ursprünglich war Airbus ein Geschäftsbereich von EADS. Die Umbenennung des Konzerns in Airbus Group erfolgte am 1. Januar 2014. Das Unternehmen verfügt über mehrere Geschäftsbereiche, die bedeutendsten davon sind:

  • Airbus Commercial Aircraft, zuständig für den Bau von Passagierflugzeugen
  • Airbus Defence and Space, zuständig für militärische Flugzeuge, Satelliten, Trägerraketen, Lenkflugkörper und Verteidigungssysteme
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Von |2019-01-13T08:27:42+01:0013. Januar 2019|Kategorien: Technik, Wissen|0 Kommentare

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