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17.01.2012, 14:47
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Hilfsbereite Bundesbürger:
Immer weniger Deutsche spenden
Von einer Spendenkrise sind gemeinnützige Organisationen weit entfernt. Dennoch: Die wirtschaftlich schwierigen Zeiten hinterlassen ihre Spuren - bei Privathaushalten, aber auch bei Unternehmen.
von Jan Borcherding, TNS Infratest
Laut Deutschem Spendenmonitor war das gesamte Spendenaufkommen in Deutschland 2011 vergleichbar mit den Vorjahren, auch mit den Beträgen von vor der Krise. Es kommt allerdings nicht an die Jahre heran, in denen bewegende Katastrophen wie der Tsunami in Südostasien oder die Elbeflut gut die Hälfte der Bundesbürger zu Spenden bewegten.
Die Hand drauf: Viele können nicht mehr so viel Geld wie in vergangenen Jahren spenden
Freude am Geben geht zurück
Ein wesentlicher Trend der letzten Jahre ist, dass immer weniger Menschen spenden. 2011 erreichte das Barometer hier einen neuen Tiefstand: Nur gut 35 Prozent und damit kaum mehr als jeder dritte Bundesbürger älter als 14 Jahre spendete an gemeinnützige Organisationen. Spender, so zeigt es die langjährige Statistik, sind im Wesentlichen Ruheständler, Besserverdiener (etwa ab 2500 Euro Haushaltsnetto-Einkommen) und Personen in leitenden Funktionen, also mit einem ebenfalls vermutlich höheren Einkommen.
Die Durchschnittspende je Spender steigt - von wenigen Abweichungen abgesehen - seit Jahren kontinuierlich an - nicht unbedingt, weil alle Spender immer mehr geben, sondern vor allem, weil die Zahl der Spender, die kleine Beträge gegeben haben, immer seltener wird.
Spendenrückgang nicht nur wegen Krise
Dieses nur alleine auf die Wirtschafts- und Schuldenkrise zu schieben, wäre allerdings zu einfach. Natürlich hängt der Grad der Freigebigkeit und Spendenbereitschaft vor allem von den persönlichen Befindlichkeiten und der eigenen wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ab. Das Konsumverhalten zeigt einen ähnlichen Zusammenhang, allerdings zeigt sich hier, dass die Bevölkerung sich offensichtlich durch die gesamtwirtschaftliche Situation kaum beirren lässt, hat sie doch in den letzten zwei Jahren maßgeblich durch stabilen Konsum zu einer ebenso stabilen Wirtschaft in Deutschland beigetragen.
Warum also ist die Reaktion auf die Wirtschafts- und Schuldenkrise einerseits ein weiterhin stabiler Konsum, andererseits aber zumindest im mittleren und unteren Einkommensbereich ein rückläufiges Spendenverhalten?
Spenden wird zunehmend offenbar ein Luxus, während der Konsum sowohl von Alltags- als auch von Wohlstandsgütern weiterhin als "normal" und "notwendig" angesehen wird.
Teil 2: Woher kommt der Trend?
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FTD.de, 17.01.2012
© 2012 Financial Times Deutschland,
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