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Finanzcheck

Depotwechsel – wann lohnt sich das?

Immer mehr günstige Broker locken Anleger mit günstigen Gebühren. Doch wann lohnt sich ein Depotwechsel wirklich?

War der Aktien- oder Wertpapierhandel noch vor einigen Jahren höchst bürokratisch, wird das Traden dank günstiger Broker immer flexibler. Gerade der Online-Handel ist es, was die Depot-Landschaft flexibel gemacht hat. Immer mehr Trader denken deshalb über einen Depotwechsel zu einem neuen Broker nach. Wie bei jedem Vertrag kann man durch einen Wechsel zu einem neuen Anbieter oft Geld sparen oder zusätzliche Leistungen nutzen. Man kann aber auch viel falsch machen und böse Überraschungen erleben. Damit dies bei einem Depotwechsel nicht passiert, gehen wir nachfolgend den wichtigsten Fragen nach.

Beim Depotwechsel zu einem neuen Broker gibt es einiges zu beachten.

Ein Depotübertrag kann verschiedene Gründe haben

Tatsächlich gibt es einige Faktoren, die für einen Umzug des Aktiendepots zu einem anderen Anbieter sprechen können. Da es heutzutage so viele unterschiedliche Broker und Depot-Plattformen gibt, versuchen diese natürlich um die Gunst potenzieller Nutzer zu buhlen. In erster Linie wird dabei mit günstigen Gebühren beworben. Für Trader bedeutet das: Es winken teilweise bessere Konditionen, Service-Leistungen oder eine vereinfachte Abwicklung gegenüber dem alten Anbieter. Wechseln möchte man oft spätestens dann, wenn ein attraktives Angebot lockt oder wenn man schlichtweg unzufrieden mit seinem bisherigen Depot ist. Wer gut hinsieht und vergleicht, kann mit Hilfe von spezialisierten Portalen wie Aktiendepot24.net einen lohnenden Wechsel vollziehen.

Doch damit sich Wechsel wirklich lohnt, sollten Sie nicht nur die anfallenden Kosten für Transaktionen und Order-Gebühren sowie Depot-Gebühren vergleichen, sondern auch einen Blick auf die Zinskonditionen werfen. Mittlerweile berechnen einige Anbieter nämlich Negativzinsen für Cash-Guthaben, also für noch nicht investierte Beträge. Die Höhe der Zinsen ist auch für Anleger wichtig, die auf ein Wertpapierkredit zurückgreifen und über ihr eigenes Geld hinaus einen günstigen Kredit in Aktien anlegen möchten.

Argumente für einen Depotwechsel

Wer unzufrieden mit der Starrheit seines bisherigen Depots ist, kann davon profitieren, zu einem jungen Anbieter, auch Neo-Broker genannt, zu wechseln. Ist die Technik auf dem neuesten Stand, ist meist auch das Depot flexibler. Geringe Depot-Gebühren sind ein weiteres Argument für einen Wechsel. Auch das Minimieren von Gebühren auf einzelne Trades kann ein Pull-Faktor für einen Wechsel sein. Oft winken beim neuen Anbieter sogar attraktive Wechselprämien. Unter dem Strich kann ein Depotwechsel also oft zu mehr Flexibilität und finanzieller Ersparnis führen.

Vor einigen Jahren war der Aktienhandel wesentlich komplizierter. Heute werden Aktien per App schnell gekauft und oft auch wieder schnell verkauft. Das sorgt für eine hohe Volatilität an der Börse.

Vor einigen Jahren war der Aktienhandel wesentlich komplizierter. Heute werden Aktien per App schnell gekauft und oft auch wieder schnell verkauft. Dies sorgt für eine hohe Volatilität an der Börse.

Neue Anbieter auf dem Markt buhlen um Kunden mit Gebühren, die sich von konventionellen Banken und Depot-Anbietern stark absetzen. Neo-Broker profitieren von den investierten Umsätzen durch den den Ansturm von Neukunden und können mit den knallhart verhandelten neuen Konditionen mit digitalen Börsenplätzen noch schneller wachsen. Von diesem harten Wettbewerb profitieren Trader durch geringe Order- und Depotführungsgebühren. Allerdings gehören günstige Anbieter häufig im Bereich Service und Erreichbarkeit nicht gerade zu den leistungsstärksten auf dem Markt.

Tipp: Bevor Sie Ihr Depot endgültig wechseln, sollten Sie beim neuen Anbieter zunächst mit einem kleinen Betrag traden und testen wie gut Sie mit der neuen Plattform zurechtkommen.

Argumente gegen einen Depotwechsel

Hohe Zufriedenheit mit dem aktuellen Depot ist ein Argument gegen den Depotwechsel. Das sollte einem seriösen Anleger auch ein paar Euro Wert sein. Ein wichtiger Punkt, der gegen einen Wechsel spricht, ist der zeitliche Aufwand. Bis zu zwei Wochen kann der Übertrag von A nach B dauern. Für Daytrader oder auch während volatiler Phasen an der Börse kann das zur Geduldsprobe werden.

Das Lesen und vor allem Verstehen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen kann eine Herausforderung für Trader sein. Wie hoch sind die allgemeinen Depotführungsgebühren, wie hoch die Transaktionskosten? Hängen die Kosten von der Depotgröße ab? Ändern Sie sich nach einer bestimmten Zeit für Neukunden? All diese Fragen müssen abgeklärt werden, was viel Zeit in Anspruch nehmen kann.

Unterschiede beim Depotwechsel

Man unterscheidet beim Depotwechsel zwischen einem Übertrag, bei dem auch ein Gläubigerwechsel stattfindet, und einem Übertrag ohne Gläubigerwechsel. Während bei Schenkung, Erbschaft oder Verkauf der Trader selbst ausgetauscht wird, bleibt dieser bei einem normalen Übertrag ohne Gläubigerwechsel derselbe. Daraus ergeben sich unterschiedliche Verfahren bei der Übertragung und eventuell auch einige bürokratische Hürden.

Übertrag mit Gläubigerübertragung

Wer ein Depot erbt oder geschenkt bekommt, muss dieses auf sich übertragen. Hierbei wird keine Abgeltungssteuer fällig. Eine Benachrichtigung an das Finanzamt und eine Berücksichtigung bei der Erbschaftssteuer sind jedoch nötig. Wird das Depot veräußert, fällt eine Abgeltungssteuer an.

Übertrag ohne Gläubigerübertragung

Möchte ein Trader einfach nur den Anbieter tauschen, kommt es nicht zum Gläubigerwechsel. Es findet also lediglich eine Übertragung aller Personen- und Depotdaten vom alten Anbieter zum neuen Anbieter statt.

 Allgemeines zum Depotübertrag

Fällt die Entscheidung zum Wechsel, zum Beispiel aufgrund einer Depotübertrag-Prämie, geht meist alles sehr unkompliziert. Der Trader selbst braucht nicht viel tun, nachdem er den Auftrag für eine Übertragung unterschrieben hat. 

So funktioniert ein Depotübertrag

Hat man einen neuen Broker oder eine neue Bank gefunden, füllt man dort ein sogenanntes Depotübertragungsformular aus. Damit kann der neue Anbieter das alte Depot kündigen und den Übertrag vornehmen. Die alte Bank ist damit verpflichtet, alle Informationen zu Fonds, Wertpapieren und Kaufdaten herauszugeben, die im Depot verwahrt sind.

Gibt es Kosten?

Wer ein Postbank Depot oder auch ein Depot bei einem anderen Anbieter nicht mehr nutzen möchte und deshalb wechselt, befürchtet oft, dass Gebühren anfallen. Tatsächlich ist ein Depotwechsel innerhalb Deutschlands völlig kostenlos. Dies ist einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes zu verdanken.

Dauer 

Der Depotübertrag kann bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Der neue Anbieter muss das alte Depot zunächst kündigen und den Übertrag anstoßen. Jeder einzelne Schritt braucht natürlich ein wenig Zeit. Dafür läuft das neue Depot dann normalerweise problemlos. Lagern die Fonds im Ausland, kann der Wechsel ein wenig länger dauern.

Kann ich während der Übertragung Aktien veräußern?

Während des Wechsels kann der Trader leider nicht über seine Wertpapiere verfügen, also auch keine Aktien verkaufen. Einen Wechsel sollte man deshalb nur dann durchführen, wenn die Börse ruhig ist und keine bemerkenswerten Schwankungen zu erwarten sind. In volatilen Zeiten kann eine länger anhaltende Wechseldauer nervös machen.

Was ist steuerlich zu beachten?

Bei einem Gläubigerwechsel durch den Verkauf eines Depots wird die Abgeltungssteuer fällig. Wird das Depot verschenkt oder vererbt, ist dabei die Erbschaftssteuer zu bedenken. Ansonsten wird ganz normal die Kapitalertragssteuer fällig – auch ohne Wechsel.

Muss ich mein altes Depot kündigen?

Einige Anbieter führen die Kündigung im Rahmen des Übertragungsformulars für den Trader durch. Manche nicht. Dies sollte der Trader beim Vertragsabschluss überprüfen. Ansonsten können bis zur Kündigung doppelte Depotgebühren anfallen.


Bildnachweise: © Romolo Tavani - stock.adobe.com, © carloscastilla - stock.adobe.com (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

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