Aktien

Aktien2018-12-07T14:51:50+00:00

Aktien als Anlageform – Die klassischen Wertpapiere

Aktien sind jahrhundertealte Wertpapiere. (Foto: Fotolia)

Zuletzt aktualisiert: 22.11.2018

Allgemein gelten die Deutschen als Aktienmuffel, was insbesondere damit zu begründen ist, dass zahlreiche Anleger hierzulande äußerst sicherheitsorientierten sind. Allerdings ist es eine allgemeine Fehleinschätzung, dass die Anlage in Aktien grundsätzlich mit einem hohen Risiko verbunden wäre. Derzeit haben hierzulande nicht einmal 25 Prozent der Erwachsenen Aktien im Depot und verzichten damit häufig auf eine bessere Rendite. Wir möchten im folgenden Beitrag darauf eingehen, worum es sich bei Aktien handelt, was die Wertpapiere auszeichnet, welche Ertragsformen üblich sind, welche Aktientypen es gibt und was Sie sonst noch zu diesem Thema als Anlageform interessieren könnte.

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Die Ordergebühren sind Durchschnittspreise und können abweichen.

Grundwissen über Aktien

Zunächst einmal möchten wir damit beginnen, den Begriff Aktien rechtlich zu definieren. Jede Aktiengesellschaft am Markt hat ein bestimmtes Grundkapital, beispielsweise 50 Millionen Euro. Dieses Grundkapital ist in zahlreiche Aktien aufgeteilt, die auch als Anteilsscheine bezeichnet werden. Gab es früher ausschließlich Aktien mit einem bestimmten Nennwert, geben heutzutage immer mehr Aktiengesellschaften ihre Anteilscheine auch ohne einen bestimmten Nennwert aus. Rechtlich betrachtet verbrieft allerdings jede Aktie dennoch einen bestimmten Anteil des Grundkapitals.

Mit dem Erwerb einer Aktie erhält der Anleger, der nach dem Kauf auch als Aktionär bezeichnet wird, bestimmte Rechte. Ein Hauptrecht besteht darin, dass er an der jährlich stattfindenden Hauptversammlung teilnehmen darf und dort gemäß der Anzahl seiner im Bestand befindlichen Aktien Stimmrechte ausüben darf. Ein weiteres wichtiges Aktionärsrecht ist es, eine Dividende zu erhalten, falls die AG grundsätzlich auf der Hauptversammlung beschlossen hat, eine solche Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr zu zahlen. Aktien werden meistens an der Börse gehandelt, allerdings ist die Aktiengesellschaft nicht grundsätzlich dazu verpflichtet, die Anteile jedem interessierten Anleger zugänglich zu machen.

In der Übersicht sind es die folgenden Eigenschaften und Merkmale, durch die Aktien gekennzeichnet sind:

  • Anteilsschein am Grundkapital der AG
  • Aktien werden meistens an der Börse gehandelt
  • Stimmrecht und Dividende (bei Ausschüttung) als Aktionärsrechte

Nicht alle Aktien, die Sie über die Börse handeln können, sind von ihrer Struktur her identisch. Es gibt nämlich verschiedene Aktientypen am Markt, die sich nach einigen Kriterien unterscheiden lassen. Eine Unterscheidung kann zum Beispiel danach getroffen werden, ob es sich um Stamm- oder Vorzugsaktien handelt. In aller Regel sind die Stammaktien die gewöhnlichen Aktien, die von den meisten Aktiengesellschaften ausgegeben werden. Mit der Stammaktie hat der Aktionär definitiv das Recht, sein Stimmrecht in der Hauptversammlung auszuüben. Demgegenüber entscheiden sich manche Aktiengesellschaften auch dafür, alternativ oder zusätzlich zu den Stammaktien sogenannte Vorzugsaktien auszugeben. In diesem Fall besteht der Vorzug in aller Regel darin, dass der Aktionär eine etwas höhere Dividende als die Inhaber der Stammaktien erhält. Im Gegenzug verzichten Inhaber von Vorzugsaktien allerdings in aller Regel auf die Teilnahme an der Hauptversammlung bzw. auf die Ausübung ihres Stimmrechtes, da Vorzugsaktien in der Regel nicht Stimmrecht bedingt bestimmen berechtigt sind.

Eine weitere Unterscheidung von Aktien kann danach vorgenommen werden, in welcher Form diese übertragen werden. In Deutschland und in weiten Teilen der restlichen Welt sind die sogenannten Inhaberaktien üblich, auch wenn es durchaus nicht wenige Aktiengesellschaften gibt, die sich inzwischen häufiger für Namensaktien entscheiden. Eine dritte Form in dieser Kategorie sind die sogenannten vinkulierten Namensaktien. Bei der Übertragung geht es vor allen Dingen darum, dass der Inhaber ins Aktionärsregister eingetragen wird, denn natürlich kann die Aktiengesellschaften nicht grundsätzlich verhindern, dass eine bestimmte Person oder ein Unternehmen an der Börse Aktien erwirbt. Allerdings ist die Aktiengesellschaft sehr wohl dazu in der Lage, beispielsweise bei einer großen Anzahl von Aktien bei einem Käufer zu verhindern, dass dieser sein Stimmrecht ausüben und damit im schlimmsten Fall den Versuch starten kann, die AG zu übernehmen.

Hinsichtlich der Eigentumsübertragung und vor allem der Eintragung ins Aktionärsregister gibt es zwischen den zuvor genannten Aktientypen die folgenden Unterschiede:

  • Inhaberaktien: formlose Übertragung
  • Namensaktien: Eintrag des Aktionärs durch Umschreibung im Aktionärsregister
  • Vinkulierten Namensaktien: AG muss der Eintragung ins Aktionärsregister zustimmen

Für Anleger sind die zuvor genannten Unterschiede zwischen den Aktientypen in der Praxis meistens von keiner großen Bedeutung, es sei denn, man ist tatsächlich daran interessiert, sich aktiv einzubringen und auf der Hauptversammlung Stimmrechte auszuüben. Dies nutzen allerdings nur weniger Anleger, der nicht einmal zehn Prozent aller Aktionäre in Deutschland haben schon einmal eine Hauptversammlung besucht.

Eingangs haben wir bereits erwähnt, dass bei vielen Anlegern in Deutschland die Fehleinschätzung vorherrscht, dass ein Investment in Aktien immer mit einem hohen Risiko verbunden sei. Insbesondere beim langfristigen Anlagehorizont trifft dies allerdings nachweislich nicht zu, wobei es natürlich dennoch darauf ankommt, welche Aktientitel man auswählt. Manche Anleger nutzen das Investment in Aktien auch ganz bewusst, um dauerhaft einen stabilen Ertrag zu erzielen. In dem Zusammenhang stellt sich also die Frage, welche Ertragsformen es bei Aktien eigentlichen gibt.

Während Anleihen und zahlreiche andere Geldanlagen mit einem Zins versehen sind, tritt bei Aktien häufiger die Dividende an die Stelle des Ertrages. Allerdings schütten natürlich bei Weitem nicht alle Aktiengesellschaften eine Dividende aus, denn zumindest ein realisierter Jahresgewinn ist eigentlich Voraussetzung dafür, dass auf der Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende beschlossen wird. Darüber hinaus ist die nominale Dividende nicht unbedingt aussagekräftig, sondern stattdessen sollten Sie immer die Dividendenrendite betrachten. Diese setzt nämlich die nominale Dividende in ein Verhältnis zum Aktienkurs und erst dann haben Sie zum Beispiel die Möglichkeit, verschiedene Aktien hinsichtlich des Ertrages miteinander zu vergleichen und sich ein Urteil darüber zu bilden, ob es sich um eine Aktie mit einem guten Ertrag handelt oder nicht.

Neben der eventuell ausgeschütteten Dividende gibt es bei Aktien noch eine zweite Ertragsform, nämlich mögliche Kursgewinne. Die meisten Aktionäre, unabhängig davon, ob sie kurz- oder langfristig orientiert sind, hoffen natürlich darauf, dass der Aktienkurs im Laufe der Zeit steigt. Bei einem langfristigen Anlagehorizont sind Kursgewinne bei den Standardaktien wahrscheinlicher als in der Summe Kursverluste. Dennoch müssen Sie natürlich als Anleger im Hinterkopf haben, dass ein Investment in Aktien keine bombensichere Sache ist. Umso länger Sie die Wertpapiere allerdings im Depot halten, desto geringer ist die Gefahr, dass Sie auf Dauer größere Kursverluste erleiden müssen. Dies trifft zumindest bei größeren Aktienwerten, den sogenannten Standardtiteln, zu.

Damit Sie Aktien handeln können, benötigen Sie erst ein Wertpapierdepot. Dieses wird häufig auch als Aktiendepot oder kurz als Depot bezeichnet und insbesondere von den folgenden drei Gruppen von Finanzdienstleistern angeboten:

  • Filialbank
  • Direktbank
  • Online-Broker

Empfehlenswert ist es, dass Sie möglichst viele Anbieter zunächst miteinander zu vergleichen, insbesondere im Hinblick auf die Gebühren. Dabei sollten Sie vor allem auf die fixen Depotgebühren, aber ebenfalls auf die für den Handel berechneten Ordergebühren achten. Nachdem Sie ein Depot besitzen, können Sie die Aktien entweder an zahlreichen inländischen und ausländischen Börsen erwerben oder Sie nutzen die vom Finanzdienstleister angebotene Möglichkeit des außerbörslichen Handels. Auf das Thema Aktien kaufen gehen wir in einem anderen Beitrag noch detaillierter ein.

An dieser Stelle kommen wir noch einmal auf einen unserer Eingangssätze zurück, nämlich dass viele Anleger in Deutschland irrtümlich die Auffassung vertreten, dass ein Investment in Aktien immer mit einem hohen Risiko verbunden wäre. Nicht von der Hand zu weisen ist natürlich, dass es bei Aktien auch über einen längeren Zeitraum zu Kursverlusten kommen kann. Sogar ein Totalverlust kann nie komplett ausgeschlossen werden, auch wenn dieser natürlich bei Unternehmen wie der Deutschen Telekom oder Daimler extrem unwahrscheinlich ist. Trotzdem müssen Aktionäre dieses Risiko immer im Hinterkopf behalten, denn das gehört zu einer guten und fairen Beratung mit dazu. Allerdings sollte in dem Zusammenhang auch erwähnt werden, dass es bezüglich des Risikos sehr auf die Auswahl der Aktien und vor allem auf den Anlagehorizont ankommt. Kurzfristige Investments in die Wertpapiere sind immer erheblich riskanter, als wenn Sie die Aktien beispielsweise 10, 15 oder 20 Jahre im Depot halten können.

Während das Hauptrisiko bei einem Investment in Aktien also mögliche Kursverluste sind, stehen diesen gute Chancen auf Kursgewinne gegenüber. Wer beispielsweise innerhalb der letzten rund 30 Jahre in DAX-Aktien investiert hat und dabei die jeweiligen Wertpapiere mindestens zwölf Jahren im Depot hatte, der hat in keiner Periode einen Gesamtverlust erlitten, sondern stattdessen überdurchschnittliche Renditen von bis zu acht Prozent jährlich erzielen können. Dennoch ist es insbesondere bei einem Investment in Aktien sinnvoll, das Kapital auf mehrere Wertpapiere zu verteilen, was auch als Diversifikation bezeichnet wird.

Neben den zuvor beschriebenen Aktientypen, also beispielsweise Stamm- und Vorzugsaktien, gibt es noch weitere Möglichkeiten, die vielen Tausend am Markt existierenden Aktien in Gruppen einzuteilen. Eine weitere Einteilung bezieht sich vor allem auf die Größe der Aktiengesellschaft und zudem auf die Marktkapitalisierung der Aktien. Vor diesem Hintergrund lassen sich die Wertpapiere vor allem in die folgenden Gruppen einteilen:

  • Standardwerte
  • Nebenwerte
  • Spezialwerte
  • Exotische Werte

Zu den Standardaktien gehören die großen Aktien am Markt, die vor allem im Leitindex vertreten sind. In Deutschland wären dies mindestens alle DAX-Aktien, also zum Beispiel die Deutsche Telekom, Daimler oder auch BASF. Bei den Nebenwerten handelt es sich um kleinere Aktiengesellschaften, die zum Beispiel im MDAX oder im SDAX vertreten sind. Zu den Spezialwerten zählen insbesondere solche Aktien, die in einer bestimmten modernen Branche vertreten sind. Diese Titel sind beispielsweise im TechDAX zu finden. Unter exotischen Aktienwerten versteht man vor allem solche Wertpapiere, die ein Alleinstellungsmerkmal haben, von denen nur relativ wenige Aktien gehandelt werden und die häufig eine Nische bedienen.

Eine weitere Einteilung von Aktien ist zudem danach möglich, in welchen Land die Aktiengesellschaft ansässig, in welcher Branche sie beheimatet und ob die Aktiengesellschaft in einem bestimmten Wirtschaftsraum tätig ist. Diese Unterscheidung ist für Anleger durchaus interessant, insbesondere vor dem Hintergrund der Diversifizierung. Unter diesem Aspekt lassen sich die Aktien beispielsweise nach den folgenden Kriterien einteilen:

  • Branche
  • Länder
  • Regionen
  • Wirtschaftsräume, beispielsweise Emerging Markets

Fazit zur Aktien: als gute Geldanlage noch häufig unterschätzt

Nach wie vor werden Aktien in Deutschland von zahlreichen Anlegern unterschätzt bzw. falsch eingeschätzt. Zwar beinhalten die Wertpapiere natürlich ein Verlustrisiko, welches aber durch verschiedene Maßnahmen wie Diversifizierung und bei einem langfristigen Anlagehorizont erheblich reduziert werden kann. Im Vordergrund steht vor allem die durchschnittlich sehr gute Rendite, die bei Aktien global betrachtet und beim Rückblick auf einen langen Zeitraum zwischen sieben und neun Prozent jährlich beträgt.

Mit den rechtlichen Aspekten der Aktien müssen sich im Grunde nur solche Anleger auseinandersetzen, die tatsächlich ihr Stimmrecht ausüben wollen. Ansonsten sind Aktien rentable und flexible Anlageprodukte, bei denen es zudem jederzeit möglich ist, das Kapital durch Verkauf der Wertpapiere an der Börse umgehend zu liquidieren. Manche Experten bezeichnen Aktien sogar als optimale Form der privaten Altersvorsorge, zumindest als Portfoliobeimischung.

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