Girokonto wechseln
Der Wechsel des Girokontos kann sowohl eigenständig getätigt als auch von der Bank übernommen werden.

1. Das Girokonto wechseln – das sollten Sie beachten

Das Girokonto zählt für Kunden zu den Bankprodukten, die für gewöhnlich mit den meisten Kosten verbunden sind. Nur wenige Kreditinstitute stellen ein bedingungslos kostenfreies Girokonto zur Verfügung, sodass für die meisten Verbraucher in Deutschland teilweise über 100 Euro alleine an Kontoführungsgebühr im Jahr anfallen. Hinzu kommen oftmals noch hohe Sollzinsen, die für die Nutzung des Dispositionskredites in Rechnung gestellt werden. Auf dieser Basis versuchen viele Bankkunden natürlich, das günstigste Girokonto zu finden, sodass ein Kontowechsel in der Praxis häufig vorkommt.

2. Vor dem Girokontowechsel: Vergleich der Angebote durchführen

Bevor Sie einen Wechsel Ihres Girokontos vornehmen, sollten Sie auf jeden Fall einen Vergleich der Anbieter durchführen. Dieser dient dazu, die günstigsten Girokonten ausfindig zu machen, die zudem mit ausreichenden Leistungen ausgestattet sind. Einen solchen Girokonto-Vergleich können Sie problemlos online durchführen, sodass es meistens nur wenige Minuten dauert, bis Sie das passende Angebot gefunden haben. Wenn Sie einen Girokonto-Vergleich durchführen, sollten Sie insbesondere auf die folgenden Konditionen, Eigenschaften und Merkmale des Angebotes achten:

  • Kontoführungsgebühren
  • Dispozins
  • Leistungsumfang
  • Zusatzleistungen
  • Kosten für Karten zum Konto (Bank- und Kreditkarte)

Das Vergleichsergebnis stellt übersichtlich angeordnet die günstigsten Banken im Bereich Girokonto dar. Möchten Sie anschließend Ihr Girokonto wechseln, gibt es dazu mehrere Möglichkeiten.

2.1. Girokonto wechseln in Eigenregie

Zahlreiche Kontoinhaber möchten sich selbst um den Wechsel des Girokontos kümmern, demzufolge in Eigenregie agieren. In diesem Fall gilt es zunächst einmal, ein neues Girokonto bei der ausgewählten Bank zu eröffnen. Dies ist zum Beispiel über die Webseite des Institutes möglich, zu der Sie auch direkt vom ausgeführten Girokonto-Vergleich aus per Link gelangen können. Hier ist es wichtig, dass Sie Ihr altes Girokonto nicht kündigen, bevor Sie nicht die Zusage der Bank für das neue Konto erhalten haben. Ansonsten könnte es nämlich im schlimmsten Fall passieren, dass Sie das alte Girokonto aufgrund der Kündigung nicht mehr nutzen können, die Bank Ihren Antrag auf das neue Konto jedoch ablehnt, sodass Sie – zumindest vorübergehend – gar kein Girokonto mehr haben.

Ist das neue Konto hingegen vollständig eingerichtet, können Sie der bisherigen Bank die Kündigung Ihres aktuell genutzten Girokontos mitteilen. In aller Regel kann eine solche Kündigung formlos erfolgen, also beispielsweise per Zweizeiler nebst Datum und Ihrer Unterschrift. Allerdings benötigen die Banken in aller Regel mindestens die folgenden Angaben und Daten, damit die Kündigung des bisherigen Girokontos ordnungsgemäß angenommen und durchgeführt werden kann:

  • Kontonummer bzw. IBAN
  • Name des Kontoinhabers
  • Gutschriftskonto für Guthaben auf dem Girokonto
  • Datum der Kündigung
  • Optional: Kündigungsgrund
Wichtig ist also, dass Sie Ihrer bisherigen Bank eine Bankverbindung, in aller Regel das neue Girokonto, mitteilen, falls sich auf Ihrem bisherigen Konto noch Guthaben befindet. Die Bank kann dieses Guthaben dann auf Ihr angegebenes Konto transferieren. Sollten Sie sich hingegen im Minus befinden, müssen Sie natürlich dafür sorgen, dass der Sollsaldo ausgeglichen wird. Vorher kann die Bank Ihr aktuell genutztes Girokonto nämlich nicht auflösen.

In der Übersicht sind es demzufolge die nachfolgend genannten Schritte, wenn Sie Ihr Girokonto auf eigene Initiative und in Eigenregie wechseln möchten:

  1. Girokontovergleich durchführen
  2. Bei der gewählten Bank neues Girokonto beantragen
  3. Einrichtung des neuen Kontos abwarten
  4. Bisheriges Girokonto bei der alten Bank kündigen und dabei eventuellen Sollsaldo ausgleichen
  5. Gutschriftskonto für Guthaben auf dem aktuellen Girokonto angeben

2.2. Wechsel-Service der Banken in Anspruch nehmen

Wenn Sie sich dafür entscheiden, den Wechsel Ihres Girokontos vollständig in Eigenregie durchzuführen, bedeutet dies einiges an Zeit- und Arbeitsaufwand. Sie müssen sich beispielsweise um die Löschung bestehender Daueraufträge beim alten Konto kümmern und dass diese Aufträge auch beim neuen Konto wieder eingerichtet werden. Darüber hinaus müssen Sie denjenigen Zahlungsempfänger, bei denen Sie das Lastschrifteinzugsverfahren nutzen, natürlich ebenfalls Ihre neue Bankverbindung mitteilen.

Falls Sie sich diesen nicht unerheblichen Aufwand ersparen möchten, ist es eine mögliche Option, den sogenannten Umzugsservice einiger Banken in Anspruch zu nehmen. Gemeint ist damit keineswegs die Änderung Ihrer Wohnadresse, sondern der Umzugsservice bezieht sich auf den Wechsel (Umzug) Ihres Girokontos. Mittlerweile gibt es zahlreiche Kreditinstitute, die einen solchen Service sogar kostenlos zur Verfügung stellen. Nutzen können Sie diesen Umzugsservice natürlich immer nur bei der Bank, bei der Sie das neue Girokonto eingerichtet haben. Dieses Kreditinstitut setzt sich dann mit Ihrer alten Bank in Verbindung und sorgt dafür, dass alle Formalitäten im Zusammenhang mit dem Girokonto wechseln erledigt werden.

Der sogenannte Umzugsservice ist durchaus umfangreich und beinhaltet oftmals mindestens die folgenden Leistungen und Services:

  • Neue Bank übernimmt Kündigung der bisherigen Bankverbindung
  • Neue Bank veranlasst Löschung bestehender Daueraufträge und richtet diese automatisch auf dem neuen Girokonto wieder ein
  • Neue Bank informiert Lastschriftempfänger über die geänderte Kontoverbindung
  • Häufig wird ein bestehender Dispositionskredit übernommen
  • Neue Bank veranlasst Gutschrift des auf dem alten Girokonto befindlichen Guthabens

2.3. Was kostet es, das Girokonto zu wechseln?

In nicht wenigen Fällen können im Zusammenhang mit dem Wechsel eines Girokontos zusätzliche Kosten anfallen. Allerdings stehen diese meistens in keinem Verhältnis zu der Ersparnis, die Sie aufgrund des neuen und meistens günstigeren Girokontos erzielen können. Das Kreditinstitut, bei dem Sie das neue Girokonto eröffnen, nimmt für die Kontoeröffnung ohnehin in den weitaus meisten Fällen keine Gebühren. Zusätzliche Kosten können also nur seitens der bisherigen Bank anfallen, da manche Kreditinstitute beispielsweise für die Auflösung eines Girokontos einen Betrag zwischen 10 und 30 Euro in Rechnung stellen. Gemessen am Zeit- und Arbeitsaufwand ist der Wechsel ist Girokontos also sicherlich mit akzeptablen Kosten verbunden.