Leitzins EZB
Zu den sechs wichtigsten Nationalbanken, die den jeweiligen Leitzins festlegen, gehört auch die EZB. Aktuell liegt der Leitzins der EZB bei 0 %.

19 Jahre lang hält sich der reale Leitzins inzwischen in den USA im Durchschnitt bei 0,2 Prozent und in europäischen Gefilden bei 0,7 Prozent.

Die Schlittenfahrt von einem Dilemma in den nächsten Schlamassel ist nicht zu übersehen.

Die Krise à la Rohstoffe im Jahr 2008 hat offensichtlich keine erinnerbaren Wunden hinterlassen, denn alle rennen erneut mit Scheuklappen herum.

1. Wann kommt es zu einer Heraufstufung der Zinsen?

Das Zentralbanksystem der Vereinigten Staaten verheimlicht nicht, dass ihr in Massen herausgegebenes, zinsloses Geld, gleichsam die Aufbauschung der Vermögensmärkte bewirken soll.

Dass einige Barrel der flüssigen Finanzmittel in den Absatzmarkt für Rohstoff gluckern, wird als notwendiges Übel hingenommen.

Die europäische Zentralbank verhält sich weniger brutal und ist mit einem Prozent Leitzins dennoch auf Expansion bedacht. Diese Tatsache hat – die schwache Wirtschaftslage immer vor Augen – trotzdem eine Steigerung der Preise von 2,2 Prozent veranlasst.

Eine Verknüpfung von Rohstoffnotierungen und Realzinsen stellen im Grunde nur wenige infrage, aber die Experten im Volkswirtschaftssektor pochen darauf, dass die schwankenden Energie-, Rohstoff- und Lebensmittelpreise außerhalb der Zentralbankzensur liegen und daher gegen die sich ergebende Steigerung der Preise nicht mit einer Erhöhung der Zinsen zu Felde gezogen werden soll.

2. Wie wirkt sich der Leitzins auf die Besteuerung aus?

Ein enormer Fehler wäre es, wenn die Zentralbank eine Kampfansage an Inflationstendenzen aussenden würde, die sich auf Preiserhöhungen wie MwSt-Steigerung oder nationale Abgaben beziehen.

Dies käme einer zweifachen Bestrafung der Wirtschaft gleich. Dass die Industrienationen bei staatlichen Mindererträgen von acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes alle steuerlichen Zahlungen über Jahre erhöhen müssten, um eine Balance im Haushaltsetat zu gewährleisten, findet in den Köpfen vieler Wirtschaftswissenschaftler keinen Raum.

Inflation scheint ein neuer Ausdruck für Besteuerung zu sein.

Des Weiteren sollte auf Zinsanpassungen nach oben verzichtet werden, um eventuellen Kapitalblasen etwas entgegenzusetzen, denn um Brüche auf verschiedenen Märkten zu verbessern, gestaltet sich die Zinspolitik einfach nicht feingliedrig genug.

Beispiele ließen sich genügend nennen – doch in allen Fällen ist es das Gleiche: Für eine Erhöhung der Zinsen gibt es keinen idealen Zeitpunkt.

Fazit:
Mehr als drei Jahre nach der Explosion der Finanzkrise kann man konstatieren, dass die Welt die Lehrstunden in Sachen Zinsen erfolgreich abgeschlossen hat.