Die Geräte sollen die Medienbranche umwälzen, gespannt wartete die IT-Branche auf Apples neues Produkt, das iPad. Die Serie gibt einen Einblick in die neue Technik.
Die Techgemeinde wartete andächtig auf den neuesten Coup ihres Gurus Steve Jobs. Und plötzlich das: Brauner Schmutz in Apples Musikdienst iTunes. von Andrea Rungg
und Andre Tauber
Kann das Zufall sein? Beglückt Apple die Welt mit einem neuen Produkt, ist der Auftritt stets perfekt durchgestylt. So auch am Mittwoch. Doch während die Techgemeinde noch des neuesten Coups ihres Gurus Steve Jobs harrt, platzt plötzlich Unschönes in die andächtige Stille: rechter Schmuddelkram. Nur wenige Stunden bevor der Apple-Chef im Yerba Buena Center in San Francisco seinen neuen Wundercomputer iPad vorstellt, ist der Konzern plötzlich in Erklärungsnot.
Denn auf geradezu mirakulöse Weise wird bekannt, dass Apples erfolgreiche Internetplattform iTunes und der App Store mit faschistischen Inhalten beschmutzt sind. iMussolini heißt eine App - also ein Programm für das Apple-Mobiltelefon iPhone -, in der sich Sympathisanten noch einmal in ausführlicher Länge 100 ausgewählte Reden des italienischen Diktators Benito Mussolini anhören können.
Für schlappe 79 Cent ist das Programm zu haben. Das passt so gar nicht zu Apples Mission als Moralapostel der elektronischen Welt - verbannte der Konzern doch erst vor Kurzem die Nachrichten-App des "Stern" wegen zu viel nackter Haut.
Wie nun iMussolini durch Apples Zensur rutschen konnte, bleibt ein Rätsel. "Da kann ich Ihnen nichts zu sagen", sagte ein Sprecher des US-Unternehmens. In Italien fand die App reißenden Absatz - bis heute ist sie öfter heruntergeladen worden als das entsprechende Spiel zum aktuellen Filmhit "Avatar".
Italiener mag das weniger verwundern. Denn selbst italienische Spitzenpolitiker lassen mitunter ein allzu unverkrampftes Verhältnis zum "Duce" (Führer) durchscheinen. Ministerpräsident Silvio Berlusconi etwa bestritt 2003 in einem Interview, dass Mussolini Menschen umgebracht hat. Roms Bürgermeister Gianni Alemanno wagte sich mit der Bemerkung vor, der Faschismus habe auch seine gute Seiten gehabt. Bei der Amtseinführung riefen manche Anhänger "Duce" und hoben den rechten Arm zum Gruß.
Nicht weniger unappetitlich ist das Angebot eines rechtsradikalen Plattenlabels, das Sympathisanten seit November auf iTunes finden konnten. In der Rubrik "Weltmusik" war dort wochenlang der Download "Various Artists: Third Reich's Military Music Archives" erhältlich. Unter den Titeln der "Heil Hitler Marsch", "Der Führer hat gerufen" und das Horst-Wessel-Lied "Die Fahne hoch" - insgesamt 20 Lieder, abrufbar zum Sparpreis von 9,99 Euro.
Immerhin reagierte Apple hier umgehend und ließ den rechten Schmutz am Mittwoch entfernen. "Wir unterstützen so etwas überhaupt nicht", so der Apple-Sprecher. "Das ist einfach durchgerutscht. Es ist nicht leicht, alle Musikinhalte zu überprüfen." Wie man nun mit iMussolini verfahren will, konnte das Unternehmen am Mittwoch noch nicht sagen.
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
Vor 50 Jahren verhängten die USA ein Wirtschaftsembargo gegen den Inselstaat. Es sind die ältesten Sanktionen gegen einen Staat in der neueren Zeit. Was wissen Sie vom Verhältnis Kubas zur Supermacht USA?
Das große Bieten um die Bundesligarechte geht im Frühling los. Die Liga will mehr Geld - die Sender stellen sich schon auf einen Bieterkampf ein. Mit der Kapitalerhöhung will sich Sky gegen die Konkurrenz rüsten. mehr
Der Suchmaschinenkonzern steht offenbar kurz vor dem Start eines Dienstes, über den Nutzer ihre Daten in der Cloud speichern können. Dabei soll auch der Tausch möglich sein - ein ähnlicher Dienst wurde dem Anbieter Megaupload kürzlich zum Verhängnis. mehr
Einst war es unmöglich ohne die Produkte des US-Konzerns zu fotografieren. Jetzt fällt die Kamerasparte dem Radikalumbau nach der Insolvenz zum Opfer. Für Liebhaber will Kodak aber weiterhin Filme und Fotopapier produzieren. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!