FTD.de » IT + Medien » Computer+Technik » iMussolini

Merken   Drucken   29.01.2010, 17:02 Schriftgröße: AAA

Apple-Panne: iMussolini

Die Techgemeinde wartete andächtig auf den neuesten Coup ihres Gurus Steve Jobs. Und plötzlich das: Brauner Schmutz in Apples Musikdienst iTunes. von Andrea Rungg und Andre Tauber 
Kann das Zufall sein? Beglückt Apple  die Welt mit einem neuen Produkt, ist der Auftritt stets perfekt durchgestylt. So auch am Mittwoch. Doch während die Techgemeinde noch des neuesten Coups ihres Gurus Steve Jobs  harrt, platzt plötzlich Unschönes in die andächtige Stille: rechter Schmuddelkram. Nur wenige Stunden bevor der Apple-Chef im Yerba Buena Center in San Francisco seinen neuen Wundercomputer iPad vorstellt, ist der Konzern plötzlich in Erklärungsnot.
Der Tablet-Computer von Apple ist¿

 

Der Tablet-Computer von Apple ist…

Zum Ergebnis Alle Umfragen

Denn auf geradezu mirakulöse Weise wird bekannt, dass Apples erfolgreiche Internetplattform iTunes und der App Store mit faschistischen Inhalten beschmutzt sind. iMussolini heißt eine App - also ein Programm für das Apple-Mobiltelefon iPhone -, in der sich Sympathisanten noch einmal in ausführlicher Länge 100 ausgewählte Reden des italienischen Diktators Benito Mussolini anhören können.
Für schlappe 79 Cent ist das Programm zu haben. Das passt so gar nicht zu Apples Mission als Moralapostel der elektronischen Welt - verbannte der Konzern doch erst vor Kurzem die Nachrichten-App des "Stern" wegen zu viel nackter Haut.
Wie nun iMussolini durch Apples Zensur rutschen konnte, bleibt ein Rätsel. "Da kann ich Ihnen nichts zu sagen", sagte ein Sprecher des US-Unternehmens. In Italien fand die App reißenden Absatz - bis heute ist sie öfter heruntergeladen worden als das entsprechende Spiel zum aktuellen Filmhit "Avatar".
Italiener mag das weniger verwundern. Denn selbst italienische Spitzenpolitiker lassen mitunter ein allzu unverkrampftes Verhältnis zum "Duce" (Führer) durchscheinen. Ministerpräsident Silvio Berlusconi  etwa bestritt 2003 in einem Interview, dass Mussolini Menschen umgebracht hat. Roms Bürgermeister Gianni Alemanno wagte sich mit der Bemerkung vor, der Faschismus habe auch seine gute Seiten gehabt. Bei der Amtseinführung riefen manche Anhänger "Duce" und hoben den rechten Arm zum Gruß.
Nicht weniger unappetitlich ist das Angebot eines rechtsradikalen Plattenlabels, das Sympathisanten seit November auf iTunes finden konnten. In der Rubrik "Weltmusik" war dort wochenlang der Download "Various Artists: Third Reich's Military Music Archives" erhältlich. Unter den Titeln der "Heil Hitler Marsch", "Der Führer hat gerufen" und das Horst-Wessel-Lied "Die Fahne hoch" - insgesamt 20 Lieder, abrufbar zum Sparpreis von 9,99 Euro.
Immerhin reagierte Apple hier umgehend und ließ den rechten Schmutz am Mittwoch entfernen. "Wir unterstützen so etwas überhaupt nicht", so der Apple-Sprecher. "Das ist einfach durchgerutscht. Es ist nicht leicht, alle Musikinhalte zu überprüfen." Wie man nun mit iMussolini verfahren will, konnte das Unternehmen am Mittwoch noch nicht sagen.
04:23:04 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Apple 493,17 USD   +3,46%  16.49
  • FTD.de, 29.01.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen IT + Medien

Geheimer Smartphone-Prototyp entdeckt? Wir flüstern es Ihnen sofort weiter.

Beispiel   |   Datenschutz
Tweets von FTD.de Tech-News

Weitere Tweets von FTD.de

  Bilderserie Branche im Umbruch Der FTD-Versicherungstag 2012
 



04:23:04 Aktuelle Börsewerte
Name aktuell   
Microsoft 23,15 EUR   +1,21% 
Apple 371,001 EUR   +3,79% 
Google 460,491 EUR   +0,43% 
Intel 20,3 EUR   -0,14% 
Advanced Micro Devices 7,24 USD   -0,14% 
  07.02. Wissenstest Kennen Sie Kuba?

Vor 50 Jahren verhängten die USA ein Wirtschaftsembargo gegen den Inselstaat. Es sind die ältesten Sanktionen gegen einen Staat in der neueren Zeit. Was wissen Sie vom Verhältnis Kubas zur Supermacht USA?

Warum verhängten die USA 1962 das Embargo?

Wissenstest: Kennen Sie Kuba?

Alle Tests

IT+TELEKOMMUNIKATION

mehr IT+Telekommunikation

MEDIEN+INTERNET

mehr Medien+Internet

COMPUTER+TECHNIK

mehr Computer+Technik

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote