Eine Fischart in in Südamerika frisst ins Wasser gefallene Pflanzensamen. Mit den Früchten im Magen legen die Tiere laut einer Studie Strecken über fünf Kilometer zurück. Durch die Verbreitung der Samen fördern sie den Erhalt der Amazonas-Wälder.
Verwandte der Piranhas fressen Früchte und tragen so maßgeblich zur Ausbreitung von Baumarten im Amazonasbecken bei. Die Fische der Art Schwarzer Pacus transportieren die Samen der Pflanzen teils über Entfernungen von mehr als fünf Kilometern. Dies berichten Forscher aus den USA und Peru in den "Proceedings B" der britischen Royal Society. Die Gattung spiele damit eine wichtige Rolle beim Erhalt der Amazonas-Wälder. Sie sei jedoch durch die anhaltende Überfischung gefährdet.
Der schwarze Pacus transportiert in seinem Magen Pflanzensamen
Der Schwarze Pacus ist im tropischen Südamerika weit verbreitet. Die Lebewesen ernähren sich zum Großteil von den Früchten unterschiedlichster Pflanzen, die zur Überschwemmungszeit im Amazonasbecken reifen und ins Wasser fallen.
Bei einer früheren Untersuchung fanden die Forscher um Alexander Flecker von der Cornell University im Verdauungstrakt von insgesamt 230 Pacus fast 700.000 intakte Pflanzensamen von 22 verschiedenen Baum- und Lianenarten.
Nun markierten die Wissenschaftler in ihrem Untersuchungsgebiet in Peru einzelne Fische mit Sendern. Im Kanu verfolgten sie das Signal, um herauszufinden, wie lange Strecken die Fische zurücklegten. Aus Fütterungsexperimenten kannten sie bereits die Zeitspanne, in der die Samenpflanzen durch den Verdauungstrakt der Tiere wandern. Aus beiden Informationen wurde dann ermittelt, wie weit die Fische die Samen vom Ursprungsort aus verbreiten.
Im Schnitt transportierten die Lebewesen die Früchte über eine Entfernung zwischen 337 und 552 Meter, ergab die Auswertung. Die längste gemessene Strecke betrug ganze 5495 Meter. Mindestens fünf Prozent der Samen werden den Berechnungen zufolge entlang einer Strecke von 1700 bis 2110 Metern verteilt. Das sei mehr als bei fast allen aus der Literatur bekannten fruchtfressenden Tieren. Die Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass mehr als 90 Prozent der Samen dort ausgeschieden werden, wo sie auch wachsen können - nämlich in den Überschwemmungsgebieten des Amazonas. Direkt im Fluss landeten nur sehr wenige Früchte.
Ein Schwarzer Pacus könne ein Gewicht von 20 bis 30 Kilogramm erreichen. Er gehört zu den bedeutendsten Handelsfischen in Südamerika, daher sind die Bestände in den vergangenen Jahrzehnten in einigen Regionen um 90 Prozent zurückgegangen. Die starke Befischung führt dazu, dass vor allem kleinere Jungtiere zurückbleiben. Da diese die Samen so weniger weit transportieren, wirke sich die Überfischung vermutlich direkt auf die Amazonas-Wälder aus, schreiben die Forscher.
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