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US-Aufsichtsräte wollen nicht beaufsichtigen

Mitglieder sehen ihre Rolle oft eher im Unterstützen guter Führung und Feuern schlechter CEOs

Athens (pte003/17.11.2021/06:10) – Eigentlich versucht der Gesetzgeber in den USA, dem Board of Directors als Aufsichtsrat eine stärkere Kontrollfunktion zu geben. Doch die Mitglieder selbst wollen das gar nicht, so eine aktuelle Studie der University of Georgia http://uga.edu . „Die Direktoren wollen, dass die Firma gut geführt wird, aber sie wollen sie nicht führen“, sagt Management-Professor Scott Graffin. Die Aufsichtsräte sehen ihre Aufgabe eher darin, CEOs zu unterstützen – oder zu feuern, wenn sie keinen guten Job machen.

Unerwünschte Aufsichtsrolle

Das amerikanische Board of Directors hat klassisch nicht die gleiche starke Kontrollfunktion wie der deutsche Aufsichtsrat. Doch seit dem Enron-Buchhaltungs-Skandal zielt die US-Gesetzgebung darauf ab, diese zu stärken. Allerdings wollen die Direktoren das gar nicht, so Graffin und Kollegen an der Texas A&M University http://tamu.edu sowie der Arizona State University http://asu.edu . Das zeigt eine Auswertung von umfangreichen Interviews mit 50 Aufsichtsräten. „Wir haben uns angesehen, was sie gesagt haben, und nach gemeinsamen Themen gesucht“, erklärt Griffin.

Dabei habe sich gezeigt, dass die US-Aufsichtsräte der Ansicht sind, gar nicht die Zeit, die nötige Information oder den Hintergrund haben, jede CEO-Entscheidung einzeln zu bewerten. Denn der CEO befasst sich das ganze Jahr mit Themen, die Direktoren bereiten sich eine Woche auf Meetings vor. Das mache es schwer, böswillige oder einfach nur schlechte Entscheidungen nachzuweisen. Der Management-Wissenschaftler: „Wie könnte ein Aufsichtsratsmitglied wissen, was besser für die Firma ist, als jemand, dessen Vollzeit-Job ist, diese Firma zu managen?“

Nur bedingte Unterstützung

Die Direktoren sehen sich alle Pläne an und sprechen regelmäßig mit dem CEO, betont Graffin. „Sie wollen, dass die Firma Erfolg hat, und sie finden, dass sie der Firma dabei auf die beste Art helfen, die ihnen möglich ist – mit Rat und Unterstützung.“ Das gilt der im „Strategic Management Journal“ veröffentlichten Studie zufolge für neue Aufsichtsräte ebenso wie für jene mit langjähriger Erfahrung.

Immerhin heuert das Direktorium einen CEO an, weil die Mitglieder ihn für einen guten Manager halten. „Sie vertrauen dem CEO implizit, die richtige Entscheidung zu treffen, bis er das nicht macht“, sagt der Management-Experte. Wenn ein CEO das Vertrauen der Aufsichtsräte derart verspielt, feuern ihn diese.

 

Quelle: www.pressetext.com


Bildnachweise: Vertrauensvoll: Direktoren stehen gern hinter CEOs (Foto: news.uga.edu) (nach Reihenfolge im Beitrag sortiert)

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