Seit Freitag zumindest weiß die Welt, was Apotheker künftig machen wird. Und das wird größer, bedeutender und waghalsiger sein als zuvor: Chef von Hewlett-Packard, dem größten Computerhersteller der Welt, nach Walldorf in Baden-Württemberg nun also Palo Alto in Kalifornien. Ein Paukenschlag. Wo auch immer Apotheker gesteckt haben mag, er ist wieder da. So richtig. Und nun interessiert viele: Wie wird er es angehen?
"He is German ... he is born in Aachen ... in 1953 ...", liest eine Moderatorin von Bloomberg in einem Nachrichtenvideo vergangenen Freitag einen Wikipedia-Eintrag vor. Da ist die Nachricht über Apothekers Berufung gerade ein paar Minuten alt. In den USA weiß kaum jemand etwas über den Mann, nicht einmal, wie man seinen Namen richtig ausspricht. HP sucht seit zwei Monaten einen neuen Spitzenmanager, einen Nachfolger für den geschassten Mark Hurd. Aber den ehemaligen SAP-Chef hatte niemand auf dem Zettel. Die Ernennung von Apotheker komme überraschend, sagt denn auch die Bloomberg-Sprecherin. "Eine überraschende Wahl", sagen einmütig die Analysten, "ein überraschender Karrieresprung", schreiben die Nachrichtenagenturen.
Etwas Verblüffung gehört bei Apotheker dazu: Er schaffte es ganz an die Spitze von SAP, obwohl er kein Techniker ist. Er war kompromisslos zu Kunden und Mitarbeitern, obwohl in Walldorf eigentlich eine andere Gangart herrscht; er wurde entmachtet, obwohl er gerade mal neun Monate Chef war. Und nun das, der größte Coup: ein Comeback, mit dem niemand gerechnet hat. Und auf das nun viele gebannt schauen und sich fragen: Ist dieser Mann in der Lage, den Computerriesen HP zu führen?
Für Apotheker ist es die Chance, etwas richtigzustellen: dass seine Strategien vielleicht doch nicht ganz falsch waren. Dass er vielleicht lange nur am falschen Ort war oder zur falschen Zeit am richtigen Ort.