Der weltgrößte Auftragsfertiger von Handys, Foxconn International Holdings, wird zum Opfer des Smartphonebooms. Wegen der gesunkenen Nachfrage nach herkömmlichen Mobilfunkgeräten werde sich der Verlust im ersten Halbjahr ausweiten, kündigte der Konzern am Freitag an. In den ersten sechs Monaten 2011 hatte der Fehlbetrag bei 17,65 Mio. Dollar gelegen.
Foxconn macht vor allen Dingen zu schaffen, dass Anbieter wie Nokia und Motorola Mobility nicht nur weniger Handys in Auftrag geben sondern wegen des Preiskampfes auch weniger dafür zahlen. Dies kommt für Foxconn zu einem ungünstigen Zeitpunkt, da das Unternehmen seine Arbeiter höher vergüten muss.
Foxconn durchlebt eine gegenläufige Entwicklung zum taiwanischen Mutterkonzern Foxconn Technology , der unter anderem die iPhones und iPads von Apple montiert und mit der Fertigung kaum hinterherkommt.
Die Gewinnwarnung schickte die Foxconn-International-Aktie auf Talfahrt. Die Papiere schlossen mit einem Minus von mehr als 15 Prozent auf einem Sechs-Monats-Tief. Die Schwäche von Nokia belaste Foxconn stärker als erwartet, teilte das Analystenhaus Yuanta Securities mit.
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Nokia, Sony und Huawei Technologies versuchen, ihre Produktpalette an die geänderte Kundennachfrage anzupassen und streben danach, ihre Position auf dem lukrativeren Smartphonemarkt auszubauen. Es scheint jedoch eine gewisse Zeit in Anspruch zu nehmen, die Produktion stärker auf Smartphones auszurichten.
Foxconn wird zur Last gelegt, seine Arbeiter unter sehr schlechten Bedingungen zu beschäftigen. Für negative Schlagzeilen sorgten in der Vergangenheit diverse Selbstmorde von Angestellten. Zuletzt sagte das Unternehmen zu, höhere Löhne zu zahlen.
Apple vereinbarte außerdem mit Foxconn weitreichende Verbesserungen in den chinesischen Fabriken. So soll der asiatische Auftragsproduzent Zehntausende neue Arbeiter einstellen, teilte Apple nach der ersten offiziellen Reise des neuen Konzernchefs Tim Cook nach China mit. Foxconn werde zudem illegalen Überstunden einen Riegel vorschieben, Sicherheitsmaßnahmen verstärken und die Unterbringung der Arbeiter verbessern.