Demand-Gründer Richard Rosenblatt muss sich ständig gegen den Vorwurf wehren, eine ganze Branche zu gefährden
Rosenblatt kann das nicht verstehen. Deshalb wiederholt er immer wieder diese Botschaft: Er sehe sich nicht als Vorreiter einer neuen Art von Journalismus, sagt er. Und schon gar nicht als dessen Zerstörer. "Wir betreiben hier keinen Journalismus, so etwas würde ich mir nie anmaßen."
Mit seinem Mitgründer, dem ehemaligen Private-Equity-Investor Shawn Colo, hat er einen effizienten Konzern mit über 500 festen Mitarbeitern aufgebaut. Viele sind Programmierer, Marketing- oder Suchmaschinenexperten, einige Journalisten, viele kommen von anderen Internetfirmen, vor ein paar Tagen wechselte mit Joanne Bradford eine Topmanagerin von Yahoo zu Demand. Demand liefert, was Suchmaschinenbenutzer nachfragen: Texte und Videos, die exakt auf die häufigsten Suchanfragen abgestimmt sind, gepaart mit den lukrativsten Suchwerbungen.
Kern des Geschäftsmodells ist ein ausgefeilter Algorithmus. Dank dieser Formel wissen die Manager, was die populärsten Begriffe bei Suchmaschinen wie Google sind, welche Suchbegriffe sich wie gut bei Werbetreibenden vermarkten lassen, welche Inhalte bereits online kursieren - und auf welcher Position ein möglicher Artikel bei den Suchmaschinen rangieren würde. Inhalte, die nicht auf der ersten
Google -Ergebnisseite auftauchen, sind unökonomisch. Die Computer spucken auf diese Weise lukrative Titelvorschläge aus: Demand weiß, mit welchem Thema wie viel Geld verdient werden kann.