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Merken   Drucken   17.02.2012, 17:45 Schriftgröße: AAA

Datenschutzeinstellungen im Safari-Browser: Google trickst Apple-Nutzer aus

Apple will verhindern, dass Nutzer des Safari-Browsers ungewollt Cookies auf die Festplatte bekommen. Das hat den neuen Dienst Google+ beeinträchtigt und die Programmierer nutzten eine Sicherheitslücke aus. Das hatte weiter reichende Folgen.
© Bild: 2010 reuters
Apple will verhindern, dass Nutzer des Safari-Browsers ungewollt Cookies auf die Festplatte bekommen. Das hat den neuen Dienst Google+ beeinträchtigt und die Programmierer nutzten eine Sicherheitslücke aus. Das hatte weiter reichende Folgen.
Google  hat systematisch die Datenschutzeinstellungen in Apple s Safari-Browser umgangen. Auf den iPhones, iPads und Computern landeten dadurch ohne Zustimmung der Nutzer sogenannte Cookies, kleine Dateien, mit denen sich das Surfverhalten teilweise nachverfolgen lässt.
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Google teilte nach einem entsprechenden Bericht des "Wall Street Journal" am Freitag mit, es seien keine persönlichen Informationen erfasst worden. Auch mehrere andere Onlinewerbefirmen fielen laut der Zeitung damit auf, die Safari-Sperren umgangen zu haben.
Die Kontroverse hat mit der Funktionsweise von Safari zu tun. Der Apple-Browser lässt - anders als etwa Firefox, Chrome oder Internet Explorer - standardmäßig keine Cookies von Drittanbietern wie etwa Onlinewerbefirmen zu. Als Google vergangenes Jahr nach dem Vorbild des "Gefällt mir"-Buttons von Facebook seinen eigenen "+1"-Knopf startete, hatte der Internetkonzern bei Safari ein Cookieproblem.
Der Suchmaschinenkonzern teilte mit, er habe lediglich auf allgemein bekannte Weise Safari-Einschränkungen umgehen wollen, damit angemeldete Google-Nutzer den vollen Funktionsumfang hätten. "Der Safari-Browser beinhaltete jedoch eine Funktionsweise, die daraufhin auch das Setzen anderer Google Werbecookies im Browser zuließ. Damit haben wir nicht gerechnet." Google habe jetzt damit begonnen, diese Werbecookies aus Safari-Browsern zu entfernen. Ein Apple-Sprecher sagte der Zeitung, Apple arbeite an einer Lösung, um die Umgehung der Datenschutzeinstellungen zu beenden.
Google erklärt sein Vorgehen so: Um die +1-Features zu ermöglichen, habe der Konzern "eine temporäre Verbindung zwischen Safari-Browsern und Google-Servern hergestellt, um feststellen zu können, ob ein Safari-Nutzer bei Google eingeloggt war und diese Art der Personalisierung zugelassen hat." Die Informationen seien dabei anonymisiert geflossen. Die persönlichen Informationen der Nutzer seien damit von den Inhalten, die sie im Internet aufgerufen haben, getrennt worden. Dass auf diese Weise aber auch die Tür für viele Werbecookies geöffnet wurde, sei nicht geplant gewesen.
Nach Darstellung der Zeitung hat Google Safari letztlich ausgetrickst: Der Apple-Browser lasse Cookies von Drittanbietern zu, wenn ein Nutzer bewusst mit der Werbung interagiere. Also hätten die Anzeige Softwarecode enthalten, der Safari vorgaukelte, dass ein Nutzer eine Anfrage an Google geschickt habe. Deshalb habe der Browser Google dann erlaubt, ein Cookie zu setzen.
Das "Wall Street Journal" berief sich auf Erkenntnisse des Wissenschaftlers Jonathan Mayer von der Stanford University, die durch einen Experten der Zeitung bestätigt worden seien. Auch bei Werbefirmen wie Vibrant Media, Media Innovation Group und Point Roll sei entsprechender Code in den Werbeanzeigen gefunden worden.

Teil 2: Fast ein Viertel der US-Websites betroffen

  • dpa, 17.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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